Das erste KlavierOlymp-Rückblickkonzert mit Samira Spiegel und Aris Alexander Blettenberg hatte hohe Erwartungen geweckt. Die konnten Marie Sophie Hauzel und Lukasz Krupinski am zweiten Abend nicht ganz erreichen. Was vor allem daran lag, dass die Programmzusammenstellungen nicht ganz glücklich waren. Marie Sophie Hauzel begann durchaus vielversprechend mit einer differenzierten, gut gestalteten Interpretation von Liszts "Funerailles". Aber dann folgten vier Sätze aus Ravels "Miroirs" und das H-dur-Prélude op. 11/11 von Skrjabin - alles Musik, die auf Klangeffekte zielt. Da konnte sie sich in einen Kokon der Klangfarben einspinnen und die Welt vergessen. Das war schon sehr gut, wie sie das machte, aber die Effekte nutzten sich ab. Auf Dauer spannender wäre es gewesen, Musik zu spielen, die auch von Strukturierungen, von Aufbaukonzepten lebt. Da konnte Mikhail Glinkas "Valse fantaisie" als freie Form auch nicht mehr viel bewirken.

Bei Lukasz Krupinski lag das Problem anders. Er kann strukturieren, wie er bei Skrjabins 3. Sonate zeigte. Aber er neigt zum Brachialen, zum schnellen Hochfahren. Das war nicht so gut bei Bachs Präludium und wirkte pathetisch bei Chopins Grande valse brillante op. 18. Aber vor allem traf es Ravels "La valse": Natürlich bricht da das k.u.k.-Imperium zusammen, aber die Doppelbödigkeit, der scheinheilige Charme des zerbröselnden Walzers mit seiner speziellen Agogik gingen völlig unter.

Natürlich spielte Cyprien Katsaris wieder mehrhändig mit den jungen Leuten Dvoráks Slawischen Tanz op. 72/ mit Hauzel, Schuberts berühmten Militärmarsch Nr. 1 mit Krupinski, Rachmaninows frühe "Romanze" mit beiden - und als besonderes Schmankerl - Samira Spiegel war dazugestoßen -Albert Lavignacs "Galop-marche" für Klavier zu acht Händen. Ein köstliches Gedrängel an den Tasten.