Völlig entspannt sitzt Brian auf dem Rasenmäher. Der 16-Jährige zieht damit Bahn um Bahn, verwandelt das wilde grüne Durcheinander im Vereinsgarten in einen kurzen, weichen Rasenteppich. Und ist mal ein Baum im Weg, manövriert der Jugendliche den fahrbaren Untersatz einfach daran vorbei. Vorwärts, rückwärts, kurz einschlagen, etwas Gas geben - schon sind auch hier die Grashalme gestutzt.

Deutlich lauter und auch unentspannter geht es auf der anderen Seite des Gartens zu. Hier werkeln etwa sechs Leute, sägen, bohren und schrauben. Denn die Vereinshalle soll eine neue Außenhülle bekommen. Die Holzlatten liegen bereits parat. Alexander Keß, der Kassierer des Vereins, und Toni May sind für den Bau der Unterkonstruktion zuständig. "Ich bohre, du dübelst", schlägt May vor. Keß nickt. Rund vier Stunden dauert es, bis die letzte Leiste montiert ist und die Zierlatten angebracht werden können.

Jochen Gärtner, einer der beiden Vorsitzenden des Gartenbauvereins freut es, dass die Arbeit zügig vorangeht. Ähnlich zufrieden ist der 49-Jährige mit der Entwicklung des Vereins. Der stand noch vor einem Jahr vor dem Aus, hat sich wieder erholt. "Das Interesse ist da, aber es dauert", schildert Gärtner seine Erfahrungen. Schließlich gab es einige gelungene Aktionen. Im Winter fanden regelmäßig Spieleabende statt. Im Mai gab es einen Vortrag zu Steingärten, der ebenso wie die Kräutertage sehr gut besucht war. "Etwa zehn neue Mitglieder haben wir gewonnen", sagt Günter Balling, der sich den Vorsitz mit Gärtner teilt.

Parallel dazu wollen die Gartenfreunde junge Leute für den Verein gewinnen. "Deshalb haben wir eine Kooperation mit der Offenen Ganztagesschule gestartet", erzählt Gärtner. Betreut werden die Schüler dabei von Ruth Metz. Mit ihr haben die Kinder das neue Hochbeet befüllt und Gemüse angepflanzt, welches sie bald ernten können. Außerdem haben die Gartenfreunde den 1. September fürs Ferienprogramm reserviert. "Da machen wir eine Schnitzeljagd mit Grillen", sagt Balling.

Heute jedoch wird die Vereinshalle aufgehübscht und verkleidet. Eine Photovoltaikanlage befindet sich schon auf dem Dach, sorgt für kalte Getränke . "Nun suchen wir noch einen Vereinsheimwart", sagt Jochen Gärtner. Einen Rentner, der sich im Sommer um die Abende mit der offenen Gartentür und um das Gießen kümmert.