Seit Jahresbeginn wird das ehemalige VdK-Kurzentrum am Eingang zum Rosenviertel zum Hotel umgebaut, am Freitag, 1. Juni, geht es nun endlich los: Mit 122 Betten in 83 Zimmern ist das "Hotel Fontana" die größte Hotel-Neueröffnung in Bad Kissingen seit fünf Jahren. "Eröffnungen von Hotels wie dem Hotel Fontana erweitern für unsere Gäste das Angebot der Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Kissingen und tragen zur Deckung der steigenden Nachfrage bei", freut sich Kurdirektor Frank Oette über das aktuell 27. Hotel in der Stadt.
Groß gefeiert wird im Fontana am Freitag allerdings nicht. "Wir wollen jetzt erst einmal loslegen", sagt Emil Gililov. Die Arbeit für die Gäste habe Vorrang. Gililov ist geschäftsführender Gesellschafter der "Fontana GmbH", die das ehemalige Kurzentrum zu Jahresbeginn vom VdK übernommen hat. Zur Kaufsumme macht der Berliner keine Angaben. Obwohl der Gebäude-Komplex vier Jahre leer stand, ist der Geschäftsführer von der Substanz begeistert: "Es war alles in gutem und gepflegtem Zustand."
Trotzdem hat Fontana auch investiert: "Wir haben vieles modernisiert." Unter anderem wurden der komplette Eingangsbereich und der Aufenthaltsraum neu gestaltet. Zwei Restaurants erwarten die Gäste, 60 Pkw-Stellplätze, davon 40 in der Tiefgarage, stehen zur Verfügung. Wichtig ist dem Geschäftsführer auch der neu gestaltete Spa-Bereich: Direkt aus Israel werden die Zusätze für die Tote-Meer-Becken bezogen. Die Idee: "Die Menschen müssen nicht ans Tote Meer fahren, sondern wir bringen die Produkte nach Bad Kissingen." Das sei vor allem für Neurodermitis-Patienten wohltuend - oder einfach zum Entspannen. Neben den Salzbädern gibt es Massagen, Öle und weitere Therapien.
In den letzten Mai-Tagen wurde noch an einigen Stellen gewerkelt. "Wir haben bis 1. Juni das meiste fertig, aber wir werden immer wieder noch kleinere Renovierungen machen." Sehr froh ist Emil Gililov, dass er genügend einheimische Fachkräfte für die Eröffnung gefunden hat, für Service, Rezeption und Küche werden trotzdem noch Mitarbeiter gesucht.
Dank der Abenteuer-Allrad-Messe ist das Hotel zur Eröffnung gleich gut gebucht, auch für das Rakoczy-Wochenende gebe es schon jede Menge Anfragen, berichtet Hotel-Manager Lukas Veth. Der gelernte Hotel-Fachmann und -Betriebswirt bringt Erfahrungen aus mehreren Hotels mit, zuletzt war er Empfangschef in einem großen Bad Kissinger Hotel.
Spezielle Zielgruppen bewirbt das Hotel bislang nicht: "Bei uns ist jeder Gast König", sagt Emil Gililov. Der Berliner selbst hat Bad Kissingen vor zehn Jahren kennen gelernt. "Man kann hier gut Ruhe finden", lobt er die Stadt, und: "Die Menschen sind sehr freundlich, Gäste werden mit offenen Armen empfangen."
Emil Gililov hat sich trotz mehrerer Optionen bewusst für den Standort Bad Kissingen entschieden. Dass das VdK-Kurzentrum trotz seiner Nähe zum Kurviertel so lange leer stand, kann sich der Berliner Geschäftsmann nicht erklären. Das zeige auch die Nachfrage von ehemaligen Stammgästen: "Es kamen immer wieder Spaziergänger auf die Baustelle und haben gefragt, wann wir eröffnen", erzählt der Geschäftsführer. Viele hätten nach ihrem alten Zimmer gefragt. "Die Menschen freuen sich, dass hier wieder Leben einzieht."
Etwas verwildert war die Außenanlage des ehemaligen Kurzentrums: "Der Bestand ist gut, aber wir haben alles mal aufgefrischt", berichtet Alfred Metz von der Bad Kissinger Firma "Haus- und Garten-Helfer". Vier Jahre nach der Schließung wurden einige Bäume gefällt und Hecken zurück geschnitten.

Überblick Insgesamt ist die Zahl der Gästebetten in Bad Kissingen deutlich rückläufig: Im Jahr 2000 waren noch 9631 Betten in 355 Betrieben auf dem Markt. Ende 2017 waren es nur noch 6893 Betten verteilt auf 171 Betriebe.
Hotel Im Gegensatz dazu geht bei den Hotels der Trend sogar leicht nach oben: 2008 gab es in 31 Hotels 2790 Betten, 2013 steuerten 29 Hotels 2868 Betten zur Statistik bei, mit der Eröffnung des "Fontana" gibt es 27 Hotels mit insgesamt 3014 Betten.
Eröffnungen Die letzte große Hotel-Eröffnung war die des "Cup Vitalis" im Juli 2013. Trotz der 288 Betten ist es so gut ausgelastet, dass dort weitere 170 Betten angebaut werden. Im vergangenen Jahr wurde das Hotel "Casa da Vito" eröffnet, heuer das Hotel "Humboldt", beide in der Theresienstraße.