"Wir starten so durch, wie wir das letzte Mal aufgehört haben", sagte Bürgermeister Andreas Sandwall in der ersten Bad Bockleter Gemeinderatssitzung des Jahres 2018. Und so ging es auch gleich um ein neues Baugebiet.

"Hier waren Bürger bei mir, die gefragt haben, ob man dort Bauplätze ausweisen könnte", sagte der Bürgermeister. Dabei biete sich das Areal nördlich der Kreuzgasse an. "Vor vielen Jahren haben wir hier den Flächennutzungsplan geändert, was jetzt von Vorteil sein kann", so Sandwall. Dennoch müsse natürlich ein Bebauungsplan erstellt werden. Es bestehe bei dem Areal auch die Möglichkeit der Teilerschließung: Durch die das Gebiet durchschneidende Straße entstünden zwei Areale, die je nach Bedarf einzeln erschlossen werden könnten.

Geschäftsleiter Thomas Beck rechnete vor, dass die eine Fläche, auf der Bauplätze entstehen könnten, eine Größe von rund 3600 Quadratmetern hat, die andere wäre rund 3100 Quadratmeter groß. "Die Frage ist nun, ob der Gemeinderat hier Bauland schaffen will. Vorausschicken muss ich, dass die Flächen sich zum größten Teil in Privathand befinden. Hier müsste man Verhandlungen aufnehmen", erklärte der Bürgermeister. Gleichzeitig teilte er mit, dass in Roth keine Bauplätze mehr zur Verfügung stehen.

"Man muss den Rother Bürgern die Möglichkeit geben, Bauland zu erwerben", sagte Berthold Hümpfer. "Ich finde, dass gegen ein neues Baugebiet nichts einzuwenden wäre. Im Rother Ortskern gibt es keine Leerständ,e, und man muss Bauwilligen hier entgegenkommen."

"Wir sollten uns allerdings die Frage stellen, ob wir beide Flächen gemeinsam erschließen und erst einmal eine", gab Norbert Borst zu bedenken. "Wir müssen froh sein, wenn die jungen Leute hier bleiben und nicht wegziehen. Deshalb sollten wir in Roth Bauland anbieten", sagte Barbara Schultze. Auch Holger Tillmann schloss sich dieser Meinung an. "Ein Handicap ist hier allerdings, dass der Grund uns nicht gehört. Hier müssten zuerst Gespräche aufgenommen werden, und man muss sich erkundigen, ob die Besitzer bereit sind, uns Land zu verkaufen", überlegte Holger Tillmann.

"Mir macht es etwas Bauchschmerzen, dass so wieder Land versiegelt wird. Die Starkregenereignisse in Roth sind schon jetzt ein Problem, durch eine weitere Versiegelung wird die Problematik hier noch verschärft. Deshalb kann ich die Planungen nicht uneingeschränkt befürworten", gab Antje Kopp zu bedenken. "Ich glaube, dass der Hang uns bei Starkregenereignissen mehr Probleme macht, in dem auszuweisenden Gebiet wäre dies weniger der Fall", entgegnete Bürgermeister Andreas Sandwall.

"Ich sehe die Flächenversiegelung nicht so kritisch: Wenn wir kein Bauland anbieten, dann macht das eben eine andere Gemeinde, solang Bauwillige da sind", warf Gerd Schmitt ein. "Ich denke, dass die Ausweisung von Bauplätzen für die Gemeinde ein relativ geringes finanzielles Risiko beinhaltet. Ich würde zuerst eine Fläche als Bauland ausweisen und bei Bedarf dann die andere", meinte Christian Horn . "Auch ich bin für ein neues Baugebiet. Für ein Dorf wie Roth wäre das ideal", meinte Mario Hümpfer. "Andere Gemeinden weisen auch Bauland aus: wenn wir keine Bauplätze bieten, dann ziehen die Leute weg", warf Andreas Hahn in die Runde.

"Allerdings müssen die Verhandlungen mit den Landbesitzern gut geführt werden. Wir dürfen nicht zu viel Geld für das Bauland ausgeben, da die Kosten wieder auf die Erwerber der Grundstücke umgelegt werden", sagte der Bürgermeister. Mit einer Gegenstimme wurde die Verwaltung damit beauftragt, in Bezug auf das Baugebiet in Roth die nächsten Schritte einzuleiten.

In Nickersfelden soll in der Lindenstraße auf einem Grundstück eine Halle in Holzbauweise erreichtet werden, wo in Zukunft Raufutter für Schafe gelagert wird. Der Marktgemeinderat erteilte hierzu sein gemeindliches Einvernehmen.

Im Neusetz in Aschach soll ein Carport errichtet werden sowie der Anbau eines Nebengebäudes erfolgen. Auch diesem Vorhaben stimmten die Gemeinderäte zu, allerdings unter der Voraussetzung, dass keine wasserrechtlichen Bedenken vorliegen.

Die Wolf Service und Energie GmbH & Co. KG plant des Weiteren den Neubau eines Fernheizungsgebäudes in der Erlöser-Schwestern-Straße in Bad Bocklet. Mit einer Gegenstimme erteilte der Marktgemeinderat hier das gemeindliche Einvernehmen.

Außerdem stand die Bestätigung des Feuerwehrkommandanten von Bad Bocklet auf der Tagesordnung. Wie der für das Feuerwehrwesen zuständige Thomas Beck mitteilte, hat die Feuerwehr in der Jahreshauptversammlung am 4. November 2017 Christian Horn wiedergewählt. Die Zustimmung des Kreisbrandrats liege vor. Einstimmig beschloss man, Christian Horn bis zum 10. März 2024 zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bocklet zu bestellen. Mit viel Applaus lobten die Marktgemeinderäte seinen Einsatz.

Schließlich stellte sich in der Gemeinderatssitzung der neue Bauhofleiter vor: Stefan Metz aus Großenbrach. "Mein erster Eindruck vom Bauhof ist, dass wir hier eine motivierte und gute Truppe haben. Die Ausrüstung ist ordentlich. Ich war von den ersten Eindrücken sehr positiv überrascht", sagte Metz.

Stolz zeigte sich Sandwall auch darüber, dass man am 24. Januar mit den drei Kapellen aus Steinach, Aschach und Bad Bocklet beim Neujahrsempfang beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat in München einen Auftritt hat. Um 18.30 Uhr wird man die Veranstaltung in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz musikalisch umrahmen, was eine hohe Ehre sei.