Michael Wolf begeistert sich für neue Technologien - beruflich wie privat. Seine Technikkompetenz, über die er als Informationselektroniker verfügt, kommt ihm jetzt auch im Ehrenamt gelegen. Der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen wird ab 1. Oktober zum Kreisbrandmeister berufen. Wolf wird dann maßgeblich die Umstellung der Feuerwehren auf den neuen Digitalfunk im Stadtgebiet und Altlandkreis betreuen.

"Momentan befindet sich in Unterfranken der Netzabschnitt 38 (zu dem Bad Kissingen gehört, Anm. d. Red.) in der Endausbauphase", sagt Wolf. Ab Februar 2014 beginnt die erweiterte, sechsmonatige Testphase, in der außer der Polizei auch andere Einsatzkräfte wie die Feuerwehren, das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk die neue Technik erproben.

Wolf hilft den Kameraden bei der Handhabung der neuen Geräte, er weist sie ein, organisiert Lehrgänge und hält Schulungen. Außerdem hilft er, die Geräte zu warten und die Computer mit Software-Updates auf dem Laufenden zu halten, mit Aktualisierungen also, die der Verbesserung/Beseitigung von Problemen oder Programm-Anfälligkeiten dienen. "Ich kümmere mich darum, dass die Betriebssicherheit des Digitalfunk-Netzes vorhanden ist", beschreibt Wolf seine Aufgaben.

Bevor die Testphase beginnt, sind die Kommunen gefordert: "Die baulichen Voraussetzungen müssen geschaffen werden", sagt Landrat Thomas Bold (CSU). Funkgeräte und Computer müssen angeschafft, Einsatzfahrzeuge und Feuerwehrhäuser aufgerüstet werden. Bold: "Das stellt die Kommunen vor finanzielle und fachliche Herausforderungen." Erfreulich sei, dass eng kooperiert werde. Alle Gemeinden hätten en sich einer Sammelbestellung für neue Ausrüstung angeschlossen.

Wolf wird auf Vorschlag von Kreisbrandrat Benno Metz zum Kreisbrandmeister berufen. "Damit sind wir mit der Personalplanung im Soll", erklärt Metz. Laut Einschätzung der Digitalfunk-Projektgruppe Unterfranken braucht jeder Kreisbrandinspektor einen Kreisbrandmeister als fachliche Unterstützung beim Digitalfunk. Wolf geht hauptsächlich Harald Albert (Bad Kissingen) und Edwin Frey (Nüdlingen) zur Hand.

Bei der Umsetzung in den Alltag erwartet Wolf einige Schwierigkeiten. Zum einen muss in der Testphase parallel gearbeitet werden. Der alte, analoge Funkbetrieb ist noch solange in Betrieb, bis gewährleistet ist, dass der Digitalfunk problemlos funktioniert. "Es wird eine Herausforderung sein, die Bugwelle abzufangen, die beim Übergang von der Testphase zur ständigen Inbetriebnahme entsteht", schätzt Wolf. Dann kommt die Hauptarbeit auf ihn zu: Einweisungen und Schulungen.