Etwas scheu nahmen die meisten neu gewählten Mitglieder des Jugendbeirats auf den Ratsstühlen Platz. Viele waren noch nie im Sitzungssaal des neuen Schlosses. Dass die Stadt aber die Interessen der Jugendlichen wirklich ernst nimmt, wird in der konstituierenden Sitzung des Jugendbeirats deutlich.

Das Referat "Jugend, Familie und Soziales" leistet seit Jahren durchgehend Beachtliches, organisiert das Jugend- und Kulturzentrum "JuKuZ", schiebt an, veranstaltet und unterstützt die Jugendlichen, die etwas gestalten wollen. Auch die Wahl des Jugendbeirats gehört zu den Aufgaben von Philipp Pfülb, der seit Mai als Nachfolger von David Rybak das Referat leitet.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg, kraft Amtes Mitglied des Gremiums mit Rede- aber nicht mit Stimmrecht, fordert die Gewählten Jugendvertreter auf: "Sagt, was euch fehlt, fragt, was anliegt, lasst uns wissen, was ihr auf dem Herzen habt. Die besten Projekte sind die, die ihr selbst initiiert und dann umsetzt", so Blankenburg.

Auch Stadtratsbeauftragter Tobias Schneider freut sich, mit dem Jugendbeirat wieder eine Interessensvertretung der Bad Kissinger Jugend als Ansprechpartner zu haben. Gut also, dass man in der Stadt das Einüben von Demokratie der Jugendlichen in die Hand nimmt, denn auch diese Wahl zeigt deutlich, dass die Organisation des Zusammenlebens ein mühsamer Prozess ist, der Engagement erfordert.

Die Jugendlichen Kissinger zwischen 12 und 24 konnten online abstimmen, auch in den Schulen waren die Kandidatenlisten für die Jugendbeiratswahl ausgehängt. 2100 Stimmzettel waren verteilt worden, auf denen sich 27 Jugendliche für die 15 Sitze beworben haben, aber nur vier Prozent der Stimmzettel kamen zurück. Andere Kommunen machen ähnliche Erfahrungen. Auch zur konstituierenden Sitzung sind nicht alle Gewählten erschienen.

Trotzdem ist es erfreulich, dass sich wieder eine Interessensvertretung der Bad Kissinger Jugend gefunden hat, denn in den vergangenen Jahren hat der Jugendbeirat einige bemerkenswerte Projekte umgesetzt. Jugendamtsleiter Pfülb nennt den Skatersquare am Aktivspielplatz, Jukuz-Konzerte und andere Veranstaltung und macht den gewählten Beiratsmitgliedern Mut. Die schriftliche Abstimmung organisierte Lisa-Maria Hofmann, die zum 1. Juli die Leitung des Jukuz übernommen hatte.

Zum Sprecher wurde Louis Pörtner gewählt, der schon dem vorherigen Jugendbeirat angehörte. Der 15-jährige Schüler aus Kleinbrach engagiert sich bei der Feuerwehr, dient als Ministrant und spielt Orgel in der Kirche. Zur 2. Sprecherin wurde die 18- jährige Lea Brettschneider aus Garitz gewählt, als 3. Sprecher ergänzt der 13- jährige Maximilian Menz das Führungstrio des Jugendbeirats. Alle hatten in Ihrer Vorstellung erkennen lassen, dass sie den Auftrag, die Interessen der Jugend zu vertreten, sehr ernst nehmen.