Die Chancen für das geplante Naturschwimmbad wachsen. Eine 30-köpfige Delegation machte sich an Beispielen in Gößweinstein und im oberpfälzischen Markt Königsstein ein Bild davon, wie das Auraer Bad künftig aussehen könnte. Die Teilnehmer der Tagesfahrt kehrten positiv überrascht zurück.
Bürgermeister Thomas Hack (CSU) glaubt an die überzeugende Wirkung der Exkursion, von der die Teilnehmer auch berichten. "Auch kritische Mitfahrer waren dabei", betont Hack. Aber wer die Bäder gesehen und die Bilanzen der örtlichen Bürgermeister gehört habe, könne die Umwandlung des Schwimmbads empfehlen und mittragen, so der Bürgermeister.
Beide Gemeinden hatten dasselbe Problem wie Aura, erklärt er: "Die Unterhaltung der Schwimmbäder war zu kostenträchtig." Deshalb hätten die Bäder sogar mehrere Jahre brach gelegen und seien schließlich ab 2010 zu Naturbädern umgebaut worden. "Und beide Bürgermeister sind begeistert, wie gut die jetzige Form angenommen wird", so Hack.
Dabei dürfte eine Rolle gespielt haben, dass sich der jährliche Aufwand pro Bad laut den Bürgermeistern Georg Lang (Gößweinstein) und Hans Koch (Königstein) von rund 50 000 Euro auf nahezu null reduziert hat. Die Kostenminimierung ist auch in Aura ein wichtiger Aspekt. Ein Erhalt des Schwimmbads in der kleinsten selbstständigen Gemeinde des Landkreises ist nach Hacks Meinung nur auf der Basis eines Naturbads möglich, das kein Heizöl, keine Chemikalien und nur wenig Strom benötigt.
Das Wasser sei zwar "leicht veralgt", doch das störe kaum einen Badegast, berichtet Hack. In Gößweinstein habe das Wasser sogar Trinkwasserqualität. Die Gemeinderäte Thomas Klose, Roland Hirt, Martin Baldauf und der Gemeindeangestellte Reinhold Schaupp hatten die Bedingungen getestet. "Die Wassertemperatur war mit 16 Grad etwas frisch", räumt Hirt ein. Doch werde das Wasser durch die Fächerung und den Kiesel auf den Regenerationsflächen recht gut aufgewärmt.
"In den ersten Jahren gab es noch einige kritischen Stimmen, aber heute ist das Naturbad absolut akzeptiert", weiß Hirt. Er könne sich ein solches Bad auch für Aura vorstellen. Seine Empfehlung: "Allerdings sollten auch wir eine Rutsche für die Kinder einbauen." Die Reinigung des Wassers über ein Schilf-Rieselfeld findet auch der Bürgermeister angenehm. "Das ist eine saubere Sache und hat mit einem Gänseweiher oder einem Biotümpel überhaupt nichts tun."
Auch deshalb erwartet er "ein positives Stimmungsbild" in der Bürgerversammlung am 18. Juli, in der er über den Stand der Dorferneuerung und den Umbau des Schwimmbads informieren will. Dessen Finanzierung soll allerdings nicht über die Dorferneuerung, sondern über den Leader-Topf gesichert werden. Leader-Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann hat bereits eine Förderung signalisiert.
Die Bedenken hinsichtlich Wasserqualität glaubt Hack durch den positiven Eindruck der Besichtigungsfahrt ausgeräumt zu haben. Bei der Finanzierung kommen zu den Leader-Mitteln die Rücklagen dazu. Wie der Bürgermeister erklärt, könnte ein Darlehen durch die eingesparten Betriebskosten gedeckt werden, sodass keine zusätzlichen Belastungen entstehen.
Für das landkreisweit erste Naturbad ist die Baugenehmigung bereits beantragt. Wenn alles glatt läuft, beginnt der Bau des 450 000 Euro teuren Bads nach der Schwimmsaison. Hack: "Wir wollen bis zur nächsten Schwimmbaderöffnung fertig sein."