Das Angebot der Stadt steht: Wenn ein Verein im Stadtgebiet einen Defibrillator für den Ort anschaffen will, bezuschusst die Kommune diesen mit 50 Prozent. "Ich habe mal nachgefragt", sagt Windheims Ortsreferent Klaus Schebler. Die Feuerwehr, die DJK und die Kirchenverwaltung waren dabei. Bei Gesamtkosten von 4600 Euro und dem 50-prozentigen Zuschuss der Stadt verbleiben immer noch knapp 800 Euro bei jedem Verein bzw Institution. Aber das ist es ihnen wert.

Windheim liegt ein wenig abseits, das weiß der Ortsreferent ganz genau. "Es dauert, bis der Notarzt hier ist", sagt er. Das ist ein Grund, warum die Windheimer einen Defibrillator wollten. Er wird am Feuerwehrgerätehaus angebracht und kann dort von jedem Bewohner geholt werden. Dafür haben die Feuerwehrleute eigens einen Stromanschluss nach außen gelegt. Gut, wenn man Elektriker in den eigenen Reihen hat. Der Defibrillator ist mit einer Klimaanlage für den Sommer und einer Heizung für den Winter versehen. Außerdem wird eine Handyverbindung geschaltet. Das alles kostet Geld. "Es ist schön, dass die Stadt auch für den Unterhalt der Defibrillatoren aufkommt", findet Klaus Schebler. Denn der liegt bei etwa 30 Euro im Monat.

Für Heiko Müller, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Windheim, ist die Anschaffung des Defibrillators sehr wichtig, weshalb der Verein dies auch finanziell unterstützt habe. "Es ist für die Allgemeinheit" sagt Heiko Müller. Aber nicht nur für die Dorfbewohner sei der Defibrillator wichtig. Er verweist auf die großen Feiern mit zahlreichen Gästen, wie beispielsweise am 1. Mai und am Vatertag. Auch werde das Sportheim oft für Familienfeiern und ähnliches vermietet. Da könne immer mal etwas passieren.

"Eigentlich ist die Funktion selbsterklärend", sagt Klaus Schebler. Sobald der Nutzer das Gerät aus dem Kasten nimmt, ist er mit der Rettungsleitstelle verbunden, sagt er. So bekommt der Helfer alle mögliche Unterstützung. Weil der Ortsreferent aber weiß, dass viele Menschen Hemmungen haben, das Gerät zu verwenden, findet am Samstag, 19. Oktober, eine Informationsveranstaltung zur Anwendung des Defibrillators statt. Diese beginnt um 19.30 Uhr im Vereinsheim "Alte Schuel".

Den ersten Defibrillator im Stadtgebiet hatte der TSV Münnerstadt zunächst ohne Zuschuss angeschafft. Dadurch wurde die Debatte im Stadtrat erst ausgelöst. "Zunächst hatten wir einen sehr überschaubaren Zuschuss erhalten", weiß Johannes Wolf, einer der drei Vorsitzenden des TSV. "Nachdem im Stadtrat dann die 50-prozentige Bezuschussung beschlossen wurde, haben wir per Antrag um den Differenzbetrag gebeten, den wir auch bekommen haben." Inzwischen wurde auch in Seubrigshausen ein Defibrillator aufgestellt, in Windheim ist es der dritte im Stadtgebiet.

In jüngster Zeit müsse die Feuerwehr immer öfter zu Unfällen ausrücken, berichtet Klaus Schebler. Künftig werden die Wehrleute den Defibrillator bei einem solchen Einsatz mitnehmen. Jetzt wissen sie auch gleich, wohin sie fahren müssen. Denn jetzt ist die Feuerwehr ans Breitband angeschlossen. Das betrifft auch sieben weitere im Stadtgebiet.

Bei der jüngsten Stadtratssitzung waren vier Vertreter des Kabelanbieters PYUR anwesend. Dabei hatte Klaus Schebler heftig seinen Unmut darüber geäußert, dass nach etlichen Monaten die Gerätehäuser noch immer nicht angeschlossen sind, weshalb es erhebliche Probleme bei der Alarmierung gab. Noch während der Sitzung bekam er die Zusage, dass die Angelegenheit in acht Tagen geregelt sei.

Sie haben Wort gehalten. "Ich habe sogar einen eigenen Ansprechpartner bekommen", sagt Klaus Schebler. Er hat die Router bekommen und fährt sie nun aus. Heiko Müller ist begeistert. Normalerweise liege bei Alarmierung bereits ein Fax im Gerätehaus, sagt er. Weil das aber nicht funktioniert hat, mussten die Einsatzkräfte über Funk nachfragen, wohin sie fahren sollen. Nachrückende Feuerwehrleute hätten dann aber nicht gewusst, wo sie die bereits ausgerückten finden. Mit dem Anschluss erfahren die Feuerwehrleute nun bereits im Gerätehaus von einem Bildschirm alle Details. Dann sehen auch die Nachrückenden, wohin sie fahren müssen.