"Ich habe nicht das Gefühl, dass es schlimmer ist als sonst", sagt Bruno Schäfer (Freie Wähler). Er bestätigt aber, dass in den Stadtteilen, in denen er Wahlplakate von Paul Merklein aufgehängt hat, etliche verschwunden seien. Er gibt aber zu bedenken, dass manche auch durch Witterungseinflüsse wie Windböen abhandenkommen. In der Reichenbacher Straße in Münnerstadt hat ein Unbekannter das Gesicht des gemeinsamen Kandidaten von Freien Wählern, SPD und Forum aktiv herausgeschnitten. Auch Rita Schmitt (Forum aktiv) bestätigt das Verschwinden von Plakaten.

Näheres weiß Wolfgang Joa, der für Foum aktiv die Wahlplakate mit Paul Merklein in Münnerstadt aufgehängt hat. 50 seien es im Kernstadtgebiet insgesamt gewesen. Er schätzt, dass am Karlsberg und an der Zent, wo jeweils etwa 20 Plakate aufgehängt worden seien, lediglich jeweils drei geblieben sind. Es gibt aber auch andere Aussagen, nach denen es noch dramatischer sein soll. In dieser Woche sollen neue Plakate aufgestellt werden. Glücklich sind die Akteure nicht gerade darüber, weil ihnen zusätzliche Kosten und Mehrarbeit entstehen.

CSU ist auch betroffen

Bürgermeister Helmut Blank und seine CSU sind aber auch nicht ungeschoren davongekommen. Am Anger hat ein Plakat von ihm das Gesicht eingebüßt. "Ein paar Plakate sind auch verschwunden", weiß das Stadtoberhaupt. Das wird von den Aufstellern bestätigt.

Gänzlich schadlos geblieben ist die Gruppierung Neue Wege. Wie Klaus Schebler gegenüber unserer Zeitung bestätigte, war ihm bis Sonntagvormittag kein einziger Fall von verschwundener Wahlwerbung bekannt. "Von uns ist auch kein Plakat abgefallen, weil wir den besseren Kleber benutzen", scherzt er. Er hat auch eine Erklärung parat, warum manche Wahlplakate nicht mehr an Ort und Stelle sind. Von seinem Mitstreiter, Fabian Nöth (Neue Wege), weiß er, dass die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei die Verkehrswege abfahren und alle Wahlplakate einsammeln, die an Verkehrsschildern befestigt sind.