Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft 60plus im SPD-Kreisverband Bad Kissingen haben nicht nur Interesse an Renten- und Sozialpolitik, sondern auch an allgemeinen Fragen und Problemen. Deshalb besuchen sie einmal im Jahr die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister einer Stadt oder Gemeinde im Landkreis. Welcher Partei beziehungsweise er oder sie angehört, ist dabei völlig egal. Diesmal besuchten die SPD-Senioren unter Führung des Kreisvorsitzenden Adolf Lieb den Maßbacher CSU-Bürgermeister Matthias Klement.

Die Begegnung fand aber nicht wie gewohnt im Rathaus, sondern alten Rathaus des Ortsteils Poppenlauer statt, in dem kürzlich nicht zuletzt auf Initiative von Marktgemeinderat Winfried Streit (Bürgerblock Poppenlauer/SPD), dem Seniorenbeauftragten der Gemeinde, ein Seniorenraum eingerichtet wurde. Mit dabei waren auch 60plus-Mitglieder aus dem Landkreis Haßberge mit dem Unterbezirksvorsitzenden Werner Thein an der Spitze. Matthias Klement ging ausführlich auf die Bemühungen der Gemeinde ein, den Rückgang der Bevölkerungszahl entgegenzuwirken. Dieser sei in den letzten Jahren zumindest verlangsamt worden. Ursache des Bevölkerungsrückganges sei nur noch der Sterbeüberschuss, der nach wie vor größer ist als der Wanderungsgewinn.

Günstige Lage und günstige Bauplätze

Die Gemeinde habe eine günstige Lage, da sie jeweils etwa 20 Kilometer entfernt von den Zentren Bad Neustadt, Bad Kissingen und Schweinfurt entfernt sei. Es gebe günstige Bauplätze zwischen 25 und 35 Euro pro Quadratmeter. Wichtig sei es gewesen, die Ortskerne und die Orte attraktiv zu gestalten. Klement wies dabei auf den dieses Jahr fertig gestellten neuen Dorfplatz in Poppenlauer hin. Er vergaß auch nicht, dass die Gemeinde zwei Schulen hat, eine Grundschule in Poppenlauer und eine Mittelschule in Maßbach. In diesen beiden Ortsteilen gibt es auch Kindergärten. Besonders stolz ist Klement, dass im Kindergarten von Poppenlauer warmes Mittagessen in Eigenregie mit eigenem Personal und regionalen Produkten gekocht wird. Auch der Kindergarten in Maßbach wird damit versorgt. "Wir legen als Gemeinde ein paar Euro drauf, aber das ist uns das wert", hob der Bürgermeister hervor. Die ärztliche Versorgung in den beiden großen Ortsteilen ist gesichert. Außerdem gibt es ein Maßbach eine rund um die Uhr besetzte Rettungswache des Roten Kreuzes. Die Einkaufsmöglichkeiten in Maßbach sind sehr gut, in Poppenlauer allerdings hat vor längerer Zeit der Markt geschlossen und für einen kleineren Markt hat sich kein Betreiber gefunden.

Überregional bekanntes Theater

Bürgermeister Klement wies darauf hin, dass der Markt Maßbach durch sein Theater überregional bekannt ist, auch die Gemeinde unterstütze es finanziell. Die Freilichtbühne in Poppenlauer bietet im Sommer interessante Aufführungen, die von der Theatergruppe des Heimatvereins veranstaltet werden. Besonders stellte er das nun barrierefreie Freibad heraus, das ohne Fördergelder saniert wurde. "Es macht mich als Bürgermeister stolz, dass so viel Eigenleistung aufgebracht wurde. Hier ist ein kleines Schmuckstück entstanden", sagte er, und "der Zulauf in diesem Jahr war einfach fantastisch."

Förderprogramm

Größere Firmen gibt es nicht im Ort, dafür aber viele Industrie-Arbeitsplätze in Bad Neustadt und in Schweinfurt, meinte der Bürgermeister auf Nachfrage. Zur Bauplatz-Situation erwähnte er, dass der Gemeinde die Innenentwicklung sehr wichtig sei, um die Kerne der insgesamt vier Ortsteile nicht aussterben zu lassen. Er verwies auf ein entsprechendes Förderprogramm der Allianz Schweinfurter Oberland. Wie sieht es mit jungen Leuten aus, die auswärts eine Ausbildung machen? "Wenn es eine Lehre ist, kommen sie meist wieder ins Dorf zurück, nach einem Studium eher nicht", sagte der Bürgermeister dazu. "Der öffentliche Personennahverkehr ist nicht ideal", räumte er ein. Es gebe aber Bestrebungen der Landkreise Bad Kissingen und Schweinfurt, ihn neu und besser zu regeln.