Die Mitglieder des St. Elisabethenvereins hatten bei der Stadt einen Antrag auf Übernahme der Defizite in den Kindergartenjahren 2017/18 und 2018/19 in Höhe von rund 63 500 Euro gestellt. Eingegangen bei der Stadt ist dieser Antrag im Juni. Eine Zusage bekam der Trägerverein des Großwenkheimer Kindergartens nicht, nur die Mitteilung, dass es ein Gespräch geben soll, was aber auch nicht passierte. So baten die Verantwortlichen den Jugendreferenten Klaus Schebler um Hilfe. Der informierte in der jüngsten Stadtratssitzung die Kommunalpolitiker darüber, dass dringend Handlungsbedarf bestehe.

Sie waren alle gekommen, Vorsitzende Barbara Neundorf, Stellvertretern Manuela Füller, Schriftführerin Renate Schlembach, Kassier Host Manger sowie die beiden Beisitzer Ursula Fiedler und Günther Müller. Am 31. Mai hatte der Verein die Antrag mit der Bitte auf Übernahme des Defizits eingerecht, informierte der Vorsitzende. Diese Summe könne der Verein nicht bezahlen. Die Verantwortlichen bei der Stadt seien dankbar, dass sich ein Verein zum den Kindergarten kümmert, sagte Klaus Schebler (Neue Wege). "Letztendlich nimmt der Verein der Stadt Arbeit ab." Der Antrag sei auch im Stadtrat behandelt worden. "Die Aufstellung war einigen Stadträten nicht präzise genug." Er habe sich inzwischen den Kindergarten angeschaut und wisse, dass einige Investitionen anstehen. Dringend benötigt wird unter anderem ein Container mit Tischwagen und Unterbau (5000 Euro), ein Sonnensegel (2100 Euro) und eine Fluchttreppe (1500 Euro). Für Heizöl sind 4000 Euro angesetzt für die Beschattung der Gruppenräume 5000 Euro und die notwendige Instandsetzung der Stützmauer wird rund 15 000 Euro kosten. Den größten Brocken mach der Personalkostenzuschuss in Höhe von 16 700 Euro aus. Barbara Neundorf verwies darauf, dass der Kindergarten für die nächsten Jahre ausgebucht sei. "Wir haben gedacht, wir wirtschaften gut", meinte sie. Wenn es nicht mehr gehe, müsse es eben die Stadt übernehmen und einen Fahrdienst anbieten. "Und wir hätten viel Freizeit mehr", fügte Manuela Füller hinzu.

Es gibt Kindergärten im Stadtgebiet, die noch nie einen Zuschussantrag gestellt haben, andere stellen regelmäßig einen, sagte Klaus Schebler. Man könne die Einrichtungen allerdings nicht so einfach miteinander vergleiche, weil beispielsweise die Kindergärten in Brünn und Reichenbach erst aufwändig saniert worden sind, was der Stadt ja auch viel Geld gekostet habe. Klaus Schebler wies darauf hin, dass es Mustersatzungen gebe, in der klar geregelt ist, wer welche Kosten übernimmt. Danach müsse der Verein 20 Prozent der Kosten tragen die Stadt übernehme 80 Prozent.

Vor fünf Jahren war der Kindergarten, den es ja genau wie den St.Elisabethenverein schon mehr als 100 Jahre gibt, am Absterben, wurde bei dem Gespräch deutlich. Jetzt sind alle 25 Plätze belegt, es gibt sogar eine Wartezeit von zwei Jahren. "Am besten meldet man das Kind gleich nach der Geburt an", rät Barbara Neundorf. "Wenn so viele in einen Kindergarten rein wollen, dann hat er auch einen guten Ruf", fand Klaus Schebler. Teilweise teilen sich sogar bis zu drei Kinder einen Platz, hieß es.
"Sie bitten um nichts, sie fordern Ihr Recht", ermunterte der Jugendreferent die Vereinsvorstände. Er forderte sie auf, ihre Vorhaben langfristig der Stadt mitzuteilen, damit die das entsprechend in die Haushalte einstellen kann. Kleine Dinge, wie eine Fuhre Sand, oder eine Ladung Rindenmulch, ließen sich sofort über den Bauhof erledigen. Das ist inzwischen auch schon geschehen.

Das Thema der Defizitübernahme soll in der Stadtratssitzung Mitte Oktober behandelt werden. Inzwischen musste eine neue Mitarbeiterin bereits eingestellt werden, weil die Stelle frei geworden war. Bei Engpässen, beispielsweise bei Krankheit helfen die Vereinsmitglieder selbst unentgeltlich aus. Klaus Schebler ist zuversichtlich, dass die Angelegenheit geregelt werden kann.

"Der Kindergarten hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt", lobt Ortsreferent Georg Heymann (CSU).Andere Kindergärten hätten viel öfter einen Zuschussantrag eingereicht. Er findet, dass die Stadt den Verein entsprechend ihres Antrags unterstützen sollte. Und so sieht es auch Bürgermeister Helmut Blank (CSU). "Wir sind ja froh, dass wir dieses ehrenamtliche Engagement in Großwenkheim haben."