Einerseits sind während der Pfingstferien viele Familien im Urlaub, andererseits gibt es viele Häuser entlang des Prozessionsweges die leer stehen, oder nur noch von älteren, bzw. alleinstehenden Menschen bewohnt sind. Dadruch wird das Legen des Fronleichnamsteppichs am 31. Mai für manche Straßenzüge erschwert. Diesem Problem nahm sich der Verein "Dorfgemeinschaft Thundorf" an und bietet in seiner "Vermittlungsbörse" Hilfe an. Anlieger, die Helfer benötigen, werden ebenso wie ehrenamtliche Helfer die außerhalb der Wegstrecke wohnen, gebeten, sich bei Sigrid Hotaling (Tel.: 09724/1318) rechtzeitig zu melden. Der Zweite Vorsitzende des Vereins, Anton Bauernschubert, hat aber noch einen anderen Vorschlag parat: "Ich würde mir wünschen, wenn unmittelbar nach dem Gottesdienst der Teppich nicht gleich weg gekehrt wird". Es kommen auch danach noch Besucher, um das Meisterwerk anzuschauen." Deshalb soll in diesem Jahr erstmals versucht werden, Teilbereiche im Ort noch bis 12 Uhr liegen zu lassen, ausgenommen allerdings die Durchfahrtsstraßen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Teppich nicht zu sehr zerstört ist. Ebenfalls neu ist die Einladung der Dorfgemeinschaft im Anschluss an den Gottesdienst in die Festhalle. Dort wird für das leibliche Wohl gesorgt und Bilder von früheren Fronleichnamsprozessionen gezeigt.

"Vor 70 Jahren (1948) fand erstmals die Prozession in der heutigen Form statt", so Bürgermeister Egon Klöffel. Jedes Jahr stellt sich auch die Frage "Gitts denn genuch Blümlich", aber bisher war nicht ausschlagend für die Thundorfer. Ob aus der Flur, dem Wald oder Garten, es hat immer gereicht für einen farbenprächtigen Blumenteppich. Wenn Akazien, Kastanien oder der Flieder abgeblüht sind, wie in diesem Jahr, dann warten der Klatschmohn, die Kornblumen, Margeriten oder die Rosen aus dem Garten darauf, von den Kindern und Erwachsenen gepflückt zu werden. Schließlich ist alles zur Ehre Gottes.

Die Arbeiten beginnen bereits um 5 Uhr früh, dann herrscht rege Betriebsamkeit auf Thundorf Straßen.Die Männer schaffen Gras und gefärbtes Sägemehl heran und bringen es aus, stellen die Fahnen und die Frauen und Kinder kommen meist hinterher um das ganze mit christlichen Ornamenten und Symbolen zu verzieren. Für einige Anlieger der Wegstrecke kommt noch erschwerend hinzu, dass sie Häuser an zwei Streckenabschnitten haben und dadurch den Standort auch noch wechseln müssen. Oder jene, die neben dem Teppich legen noch für die vier Kapellchen zuständig sind, wie das Ehepaar Heusinger in der Rothhäuser Straße.Bei ihnen kommt noch hinzu, dass der 70-jährige Berthold, das Amt des Messners inne hat und sowohl bei der Prozession, als auch während des Gottesdienstes, noch weitere Aufgaben zu erfüllen hat.

Die Fronleichnamsprozession beginnt traditionell um 8 Uhr zu den vier Kapellchen
an der Rothhäuser-, Maßbacher- und Lindenstraße, sowie am Hainweg. In diesem Jahr trägt Pfarrer Josef Treutlein das Allerheiligste, flankiert vom Gemeinmderat, durch die Straßen. "Es war schon immer mein Wunsch, einmal diese Prozession zu begleiten", sagt der Geistliche. Der frühere Pfarrer von Thundorf, Pater Sony Kochumalayil sagte einmal: "Die Prozession durch die Straßen am Fronleichnamsfest ist mehr als ein frommes Ritual. Im Nachgehen wird deutlich, Gott und mit ihm die Gläubigen treten auch heute noch für eine Welt der Liebe, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit ein. Darum auch die Altäre mit der Segensspendung in alle vier Himmelsrichtungen." Fronleichnam sei auch der Aufruf, mit Vertrauen in Gott und in die eigenen Kräfte das Leben der Welt, in allen Himmelsrichtungen zu gestalten.