Pfarrer Peter Rüb und Pastoralreferent Chrsitof Bärhausen befinden sind derzeit auf Pilgerreise in Israel. Die Vertretung in der Pfarreiengemeinschaft "Im Lauertal" hat für den Monat September der chinesische Pfarrer Thomas Pei übernommen, der vom Pastoralvorsitzenden

Erhard Lerdermann beim Sonntagsvorabendgottesdienst in der St.Laurentiuskirche begrüßt wurde. Pater Thomas stellte sich anschließend selbst vor.

"Ich heiße Pei Dong und komme aus China", berichtete der Geistliche der Gemeinde. Seine Heimat sei die innere Mongolei, die im Norden von China liege und eine grüne Steppenlandschaft und trockene Wüste umfasse. Auch der gelbe Fluss und lange Abschnitte entlang der Chinesischen Mauer gehörten dazu. Seit dem 19. Jahrhundert sei die Region vom belgischen Orden "Unbeflecktes Herz Mariens" missioniert worden. "Meine ganze Familie ist von diesem christlichen Glauben geprägt", sagte Pfarrer Pei.

Geboren ist er im Jahr 1981, er erhielt den Taufnamen "Thomas". Seine Mutter habe ihm beigebracht, den Rosenkranz zu beten, sein Großvater habe ihm biblische Geschichten weitergegeben. Am Sonntag sei er mit meinen Cousins in die Kirche gegangen. Als Messdiener und im Sommer habe er an dem von den Schwestern geleiteten Glaubensseminar teilgenommen. "Ich bin also in einem solchen starken Glaubensmilieu aufgewachsen", erzählte er.

Pfarrer auf dem Land

Im Jahr 2000 legte Pfarrer Pei sein Abitur ab. Danach trat er ins Priesterseminar in Beijng ein. Dort studierte er zwei Jahre Philosophie und vier Jahre Theologie. Nach dem Studium absolvierte er zunächst ein Praktikum, im Jahr 2007 wurde er in der Kathedrale Beijing zum Priester geweiht. "Danach wurde ich von meinem Bischof zum Pfarrer ernannt und war in einer Dorfkirche mit circa 300 Gläubigen tätig", sagte er.

Die Kirche in Beijing sei sehr lebendig. Bis heute gebe es im Erzbistum 80 Priester, 55 Schwestern, 75 Kirchen, 20 Gebetshäuser, ca. 100.000 Katholiken, ein Priesterseminar, einen Diözesan-Schwesternorden, ein Altenheim, einen kirchlichen Verlag und drei Ambulanzen. "Jedes Jahr lassen sich 1500 bis 2000 Erwachsene und Kinder taufen", berichtete der Geistliche aus seiner Heimat.

Studium in Deutschland wegen politischer Widerstände

Wegen der kommunistischen Ideologie in China dürfe jedoch keine Universität eine theologische Fakultät einrichten. "Bei unserem Priesterseminar fehlen immer noch Dozenten und Professoren. Deswegen hat der Bischof einige Priester ins Ausland geschickt, um weiter zu studieren." So konnte Pei an der philosophisch-theologische Hochschule SVD St. Augustin im Missionspriesterseminar der Steyler Missionare in Sankt Augustin bei Bonn studieren.

Nach der Ausbildung rief ihn der Bischof zurück, um im Priesterseminar in Beijng zu dozieren. An den Werktagen unterrichtet der Pfarrer also Theologie, am Wochenende geht er in die umliegenden Kirchen, wo pastorale Hilfe gebraucht werde. Diese Aufteilung zwischen Theorie und Praxis schätzt der Geistliche als gewinnbringend für sich ein. Nun hat er sogar die Möglichkeit, im Fach Liturgiewissenschaft zu promovieren.

Deshalb lebt er sei zwei Jahren wieder in Deutschland. Beim Steyler Pater Wesolowski schreibt er aktuell seine Doktorarbeit zum Thema "Inkulturation der Liturgie in China nach dem zweiten Vatikanischen Konzil". Jetzt freut sich Pater Thomas auf die vier Wochen im Lauertal und viele nette Begegnungen, Gespräche und Einladungen.

9 Pfarrgemeinden gehören zur Pfarreiengemeinschaft "Im Lauertal".