Eine Tagespflegestation und einige Service-Wohnungen sind in Maßbach (fast) in greifbarer Nähe. Der Marktgemeinderat genehmigte grundsätzlich die Pläne der Diakonie und der Firma Wolf-Haus für ein derartiges Projekt in der Schlossgasse.

Außerdem wurden die bereits in der letzten Sitzung diskutierten Pläne für die Generalsanierung und Erweiterung der evangelischen Kindertagesstätte in Maßbach endgültig genehmigt und Architekturleistungen für den Anbau eines Kinderhortes an die Grundschule in Poppenlauer vergeben.

Derzeit ein Parkplatz

Die Marktgemeinde hatte vor einigen Jahren das Gelände zwischen dem provisorischen Parkplatz in der Schlossgasse 1 und dem Erhard-Klement-Haus gekauft. Geplant war eine Erweiterung des von der Diakonie Schweinfurt geführten Hauses mit seinen jetzt 20 Pflegeplätzen sowie acht altengerechten Wohnungen. Aus wirtschaftlichen Gründen hatte sich das Vorhaben allerdings zerschlagen. "Wir haben alles versucht, wie man das Erhard-Klement-Haus erweitern kann, aber das ist nicht zu finanzieren", betonte Bürgermeister Matthias Klement (CSU). Der vordere Teil des Geländes in der Schlossgasse wurde deshalb zum provisorischen Parkplatz, der hintere Teil ist ein Bienen-freundliches Distel-Biotop.

"Die Nachfrage nach Tagespflege ist in den letzten Jahren enorm gestiegen", betonte der Bürgermeister zu den neuen Ideen, das Gelände zu nutzen. Volker Göbel (Geschäftsleitung Altenhilfe stationär und teilstationär beim Diakonischen Werk Schweinfurt) und Julian Wolf (Geschäftsführer der Firma Wolf-Haus in Burkardroth-Gefäll) informierten die Mitglieder des Marktgemeinderates über ihre gemeinsamen Pläne. Im Erdgeschoss des Gebäudes soll eine Tagespflege-Station entstehen, in der montags bis freitags, etwa acht bis 17 Uhr, Pflegebedürftige betreut werden können. Bei Bedarf wäre auch eine Erweiterung auf Samstag und Sonntag denkbar, so Göbel. Im ersten und im zweiten Obergeschoss sind Service-Wohnungen geplant.

Marktgemeinderat Diethard Dittmar (SPD) wollte es genauer wissen. "Was ist Service-Wohnen überhaupt?" fragte er. Man könne zum reinen Wohnen Service, auch in Sachen Gesundheit, dazu buchen, erfuhr er von Volker Göbel. Das müsse über die Diakonie-Station laufen. Mit dem Erhard-Klement-Haus haben dieser Service und das ganze neue Projekt nichts zu tun. Es gibt auch keine räumlichen Verbindungen oder Durchgänge. "Kauf oder Miete?" insistierte Dittmar weiter. "Vorrangig soll verkauft werden", sagte dazu Julian Wolf. Die Kaltmiete beträgt, grob geschätzt, zwischen 600 und 900 Euro je nach Größe. Bürgermeister Klement fragte nach einem Zeitplan. "Wir haben als Unternehmen Kapazitätsgrenzen", erfuhr er von Julian Wolf, es gebe noch vergleichbare Projekte in anderen Gemeinden, Bauherren müssten bedient werden. Er könnte sich eine Fertigstellung im Jahr 2021 vorstellen.

Der Marktgemeinderat beschloss schließlich einstimmig, dass die Firma Wolf-Haus und die Diakonie Schweinfurt auf dem Gelände Schlossgasse 1 weiter planen dürfen.

Erweiterung des Kindergartens

Der Marktgemeinderat genehmigte mit einer Gegenstimme (Diethard Dittmar) die Pläne des Architekten Christian Teichmann (Bad Kissingen) zur Generalsanierung und Erweiterung des evangelischen Kindergartens in Maßbach. Sie waren bereits in der Sitzung zuvor lange diskutiert worden. Um genauere Zahlen über die Entwicklung der Kinderzahlen zu bekommen, war die Entscheidung damals vertagt worden.

Die erhofften Zahlen gibt es auch jetzt nicht. "Da muss man die Glaskugel holen und in die Schlafzimmer können wir nicht schauen", begründete das der Bürgermeister. Geburten, Zu- und Wegzüge seien nun einmal nicht zu planen. Durch den neuen "Einschulungskorridor", der den Eltern mehr Entscheidungsfreiheit eröffnet, würden in Maßbach und Poppenlauer insgesamt sieben Regelplätze belegt. Die Krippe in Maßbach sei überbucht, weil die Kinder nicht in den überfüllten Regel-Kindergarten aufrücken könnten, obwohl sie das Alter dazu hätten, "das Manko ist nicht die Krippe, sondern die Kita". Der Bürgermeister betonte außerdem, dass die Gemeinde die Zuschüsse für die Anbauten am Kindergarten in Maßbach zurückzahlen müsse, wenn sie sich wie von Mitgliedern des Marktgemeinderates vorgeschlagen, zu einem Neubau entschließen würde. Dafür gebe es auch keinen Zuschuss. Diethard Dittmar war damit nicht einverstanden: "Das befriedigt mich nicht. Sie konnten mir nicht sagen, wie die Zahlen sind." Der Bürgermeister konterte, "im Kindergartenbereich ist es immer ein Hinterherrennen. Die Geburtenentwicklung kann keiner voraussehen". Die 19 weiteren Plätze, die in Maßbach geschaffen werden sollen, seien eine Entlastung. Der Marktgemeinderat stimmte der Planung schließlich, mit Ausnahme von Diethard Dittmar, zu. Die Baukosten betragen insgesamt rund drei Millionen Euro. Davon übernimmt die Evangelische Kirchengemeinde Maßbach 15 Prozent, den Rest die politische Gemeinde, bekommt dafür allerdings in der Höhe noch nicht feststehende Zuschüsse.

Förderantrag wird gestellt

Der Marktgemeinderat vergab die Leistungsphasen eins bis drei (Grundlagenermittlung, Vorplanung mit Kostenschätzung, Entwurfsplanung und Kostenberechnung) für den Anbau eines Kinderhortes an die Grundschule Poppenlauer an den Architekten Reinhard Seufert aus Poppenlauer. Die Verwaltung bekam den Auftrag, den Förderantrag bei der Regierung von Unterfranken einzureichen.