Auslöser war ein Antrag von Burkhard und Eva Nöth, die bestehende Sirene abzubauen. Auf dem Dach ihres Hauses - es war bis 1981 in städtischem Eigentum - befindet sich die städtische Sirene. Jetzt will das Ehepaar das Haus am Karlsberg veräußern. Allerdings würden Kaufinteressenten abspringen, wenn sie von der Sirene und der auf dem Haus eingetragenen Grunddienstbarkeit erfahren, so die Argumentation der Antragsteller.
Der Antrag des Ehepaares wurde zwar abgelehnt, doch die Prüfung eines Alternativstandortes will die Stadt vornehmen lassen. Stadtrat Dieter Petsch (Forum aktiv) hatte dies angeregt, da er glaubt, dass der Sirenen-Standort mitten im Wohngebiet am Karlsberg nach 60 Jahren nicht mehr zeitgemäß ist. Anwohner der Wohngebiete an der Zent und im Michelsgrund könnten die Signale der beiden Münnerstädter Sirenen (die zweite steht auf dem Rathausdach) durch die gewachsene Bebauung kaum mehr hören. Im Zuge der bevorstehenden Sanierung der Mehrzweckhalle sollte getestet werden, ob das Dach der Halle als neuer Sirenenstandort besser geeignet ist.
Der Stadtrat schloss sich diesem Argument an, auch wenn Feuerwehrkommandant Robert Müller in einer schriftlichen Stellungnahme davor warnte, einen Umzug der Sirene in Betracht zu ziehen. "Ein Umbau auf ein geeignetes Gebäude ist nach meiner Einschätzung mit sehr hohem Aufwand verbunden, der nicht unterschätzt werden sollte", so Müller. Funkempfang, Verkabelung mit Blitzschutz, Notstromversorgung und Schallmessungen müssten bedacht werden. Auch erinnerte Müller daran, dass von Seiten der Anlieger mit Widerspruch zu rechnen ist. Diese Meinung teilte vor allem Reichenbachs Ortsreferent Fabian Nöth, der vor einer Kettenreaktion warnte. Dass er damit nicht ganz falsch liegt, zeigte die Reaktion von Burghausens Ortssprecher Mario Schmitt. Er warf ein, dass auch in Burghausen die Sirene nicht mehr in allen Dorfbereichen zu hören sei. Dann wäre es sinnvoll, wenn die Stadt alle Sirenen-Standorte auf ihre Funktionalität überprüfen lässt.
Doch zunächst einmal wird jetzt in Erfahrung gebracht, ob die Mehrzweckhalle überhaupt als Standort für eine Sirene in Frage kommt. Liegt das Ergebnis vor, wird sich der Stadtrat erneut mit dem Thema befassen.