Die Synagoge von Rimpar ist aufgrund ihres desolaten Zustandes nicht für das Fränkische Freilandmuseum Fladungen geeignet. Das sagte Museumsleiterin Ariane Weidlich bei der Zweckverbandsversammlung Fränkisches Freiladmuseum Fladungen in Würzburg. Sie untermauerte dies durch entsprechendes Bildmaterial. Das zeigte, dass die Synagogen unter anderem als Hühnerstall genutzt wurde und auch deshalb im Innenbereich stark beschädigt ist. Außerdem ist sie in eine Scheune eingebaut und ein Abtransport wäre damit mit einem erhöhtem Aufwand verbunden. Ebenfalls nicht geeignete ist die Synagoge von Kleineibstadt. Die Museumsleiterin war im März diesen Jahres selbst in Rimpar und hat das Gebäude unter die Lupe genommen. Eingebunden war auch das Landesamt für Denkmalpflege.

Vor Ort zeigte sich, dass der Zustand durch starke Verunreinigungen sehr schlecht ist, da hier einmal Geflügelställe waren. Der Dachbereich ist nicht begehbar. "Wenn wird die Synagoge übernehmen würden, müssten wir vieles rekonstruieren und hätten einen enormen finanziellen Aufwand. "Beim Abtransport müsste man teils mit dem Schubkarren arbeiten." Oftmals seien nur noch Putzoberflächen da. Hinzu komme, dass man im Fundus des Fränkischen Freilandmuseums keine Exponate habe, um die Synagoge entsprechend auszustatten. Ariane Weidlich schloss jedoch keinesfalls aus, dass eines Tages auch eine Synagoge im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen stehen wird. "Allerdings nicht in den nächsten drei Jahren, denn da haben wir viele andere Aufgaben zu erledigen." Die Museumsleiterin sagte, dass sowohl in Hessen als auch zur Zeit im Freilandmuseum Bad Windsheim Synagogen aufgebaut werden oder vorhanden sind. Überlegen müsse man weiterhin, wo auf dem Gelände in Fladungen eine Synagoge stehen könnte. Gelände und Infrastruktur spielen eine Rolle.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel warf dazu ein, dass der Bezirk Unterfranken über die Kulturstiftung die Instandhaltung von Synagogen fördere, allerdings sollten diese am Ort selbst bleiben. Bestes Beispiel sei die ehemalige Synagoge in Oberelsbach. Eine Übertragung ins Museum sei nicht der richtige Weg.Thomas Habermann, der Zweckverbandsvorsitzende und Landrat von Rhön-Grabfeld-Landrat, stellte fest, dass es zur Zeit keine Synagogen gibt, die für eine Gebäudeversetzung geeignet ist. Allerdings sei eine Synagoge im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen nicht auszuschließen.

Informationen gab die Museumsleiterin zum Trafohäuschen auf dem Museumsgelände. Das kann nun auch innen besichtigt werden, weil das Überlandwerk Rhön die entsprechende historische Ausstattung zur Verfügung stellte. Außerdem wurden historische Lampen installiert, die natürlich funktionieren. Hintergrund sei das 100-Jährige Jubiläum des Überlandwerks Rhön, sagte Landrat Thomas Habermann.

Beleuchtung und historische Ausstattung des Trafohäuschens nannte Museumsleiterin Ariane Weidlich ein Alleinstellungsmerkmal unter den Freilandmuseen in Bayern. Dies gelte auch für einen historischen Strommasten. Im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen findet im kommenden Jahr denn auch eine Ausstellung zum runden Geburtstag des Überlandwerk Rhön statt.

Abgelehnt hat die Zweckverbandsversammlung einen Antrag der Stadt Mellrichstadt auf Beteiligung an der Instandsetzung eines Streckenanteils der Museumsbahn. Mellrichstadt habe eine Eisenbahnstrecke von 2,4 Kilometer. Erneuert werden müssten die Weichen. Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, erwähnte dazu notwendige Arbeiten an der Schienenstrecke im Bereich der Zuständigkeit des Zweckverbandes, dem 10,8 Kilometer gehören, 5.3 Kilometer sind im Besitz des Landkreises Rhön-Grabfeld. Die Kosten bezifferte Andreas Polst auf 246 000 Euro, die auf den Haushalt 2020 und 2021 aufgeteilt werden. Zur Instandsetzung der historischen Dampflok, die bei einem Unfall stark beschädigt wurde, sagte der Leiter des Finanzreferates, dass es sich um eine Summe von rund einer halben Million Euro handelte, die allerdings durch eine Versicherung abgedeckt wurde.

Museumsleiterin Ariane Weidlich sprach noch die Gebäudeversetzung der Schmiede Waldberg an. Die entsprechenden Bauteile lagern nun im Fränkischen Freilandmuseum, ganz in der Nähe des künftigen Aufstellungsortes. Der Wiederaufbau erfolgt im Frühjahr. In der Werkstatt des Museums werden in den Wintermonaten Teile der Dachkonstruktion aufgearbeitet. Das Richtfest ist für den 13. September 2020 eingeplant. Saniert wird auch die historische Gaststätte ""Schwarzer Adler". Hier geht es vor allem um die Nordwand, die die Museumsleiterin ins Jahr 1684 datiert. Es sei das älteste Gebäude im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Dazu liegt ein Bauschadensgutachten vor, in dem unter anderem vermerkt ist, welche Holzkonstruktionen nicht mehr tragfähig sind und erneuert werden müssen. Zugestimmt hat man schließlich dem Antrag der Verwaltungsgemeinschaft Fladungen, die einen Teil des ehemaligen Kindergartens, der im Besitz des Fränkischen Freilandmuseum ist, als Archiv nutzen möchte.