Denn, wo eine Musikgruppe aufspielt, da ist immer etwas los. So war es kein Wunder, dass der Stand des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Rhön-Grabfeld von Jung und Alt umlagert war. Während die einen der Prominentenband aus Bad Königshofen lauschten, waren die Kinder und Jugendliche begeistert, wenn sie mit einem Federkiel schreiben und malen durften. Andere ließen sich erklären, wie man in der Steinzeit Feuer oder Licht machte und was man so alles aus Tierknochen herstellen kann. Einer der beim Kurzbesuch am Dienstag übers ganze Gesicht strahlte war denn auch Kreisfachberater Georg Hansul. "Das war eine gute Idee, die Promiband und dann auch das Jukunet aus Bad Königshofen einzuladen." Damit war auch das Grabfeld bei der Landesgartenschau vertreten.


Bibelgarten und Steinzeit

Dort hatte sich bereits die evangelische Kirchengemeinde mit dem Auferstehungs- und Jakobusweg gemeinsam mit dem Bibelgarten Sondheim/Rhön vorgestellt. Mit dem Thema "Landbau der Steinzeit" und der Promi-Band mit Clemens Behr waren am Dienstag an die 50 Beteiligte auf dem Rhön-Grabfelder Stand und zeigten, was der Landkreis zu bieten hat. "Vom Jäger und Sammler zum Ackerbauer und Viehzüchter - Die Natur als Nahrungsquelle und Lebensgrundlage der Menschen in der Alt- und Jungsteinzeit", hieß es beim Netzwerk Jugendkultur. David Polotzek, Natur- und Wanderführer, sowie Schausteller bei Mittelaltermärkten, zeigte das Getreidemahlen, Feuermachen, sowie Herstellung und Anwendungsmöglichkeiten einfacher Werkzeuge wie Messer oder Sicheln. Die interessierten Kinder und Jugendlichen erfuhren, wie man sogar eine Glut über Tage hinweg immer wieder aktivieren kann oder wie mit einem Stab durch schnelles Drehen Feuer entsteht.


Zum Malen reicht eine Pflanze

Alexandra Laske, Künstlerin aus Herbstadt zeigte Kindern und Erwachsenen, dass man nicht unbedingt Malkreide oder Farbstifte zum Ausmalen benötigt, sondern ein Federkiel und Farben, hergestellt aus Pflanzen, dafür ausreichen. Sie sagte den Kindern und Jugendlichen, dass der Mensch bereits in der Steinzeit Kleidung, Haare und Haut färben konnte. Als Schutz, zur Tarnung oder einfach nur zur Dekoration. Eine große Anzahl verschiedener Pflanzen können als Grundlage für die Gewinnung von Farbe dienen. Das alles hat sie selbst ausprobiert und getestet und zeigte an einer Farbtafel, wie sich die Farben verändern. Auf dem Angebotsprogramm stand das Malen von Bildern, aber auch Schreiben mit unsichtbarer Tinte. Mit Hilfe natürlicher Pflanzen ist dies alles möglich. "Es hat mir gut gefallen... vor allem das Schreiben und Malen mit der Feder.... das war einfach klasse... ich konnte selbst einmal ausprobieren, wie Feuer entsteht... das mit den Knochen und dem Kieferhölzern, die zum Ausleuchten dienten, haben mich fasziniert."

Solche und andere Aussagen zeigten den Verantwortlichen Renate Knaut und Andreas Rottmann sowie Alexandra Laske und David Polotzek, dass sie mit ihrem Angebot Jung und Alt begeistern konnten. Dass Clemens Behr mit seiner Promiband immer wieder den richtigen Ton traf und vor allem mit bekannten Volksliedern und alten Schlagern die Menschen zum Stehen bleiben animierte, war von vorneherein klar.

Auf jeden Fall hat sich wieder gezeigt, dass, was Aktivitäten betrifft, der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Rhön-Grabfeld bei der Landesgartenschau in Würzburg den bekannten "Vogel abgeschossen hat". "Da wird was geboten.... da muss man zuhören... da schaut man sich um... gut gemacht", sagten Umstehende. Ein Lob, das Kreisfachberater Georg Hansul natürlich gerne hört, das Kompliment aber an die mitwirkenden Obst- und Gartenbauvereine weiter gibt. "Ohne sie hätte man das alles nicht auf die Beine stellen können."

Wenn er ein Fazit zieht, dann fällt das auf jeden Fall positiv aus. "Dabei sein reicht nicht, da muss man etwas bieten, um den Landkreis vorzustellen und das ist gelungen", sagt der Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege. Das Publikum, das zur Landesgartenschau nach Würzburg kommt bekam ganz sicher nur gute Eindrücke aus Rhön-Grabfeld, der Gartenkultur und der Vielfalt der Vereine und Verbände sowie der Schönheit der Landschaft mit. Georg Hansul erwähnt das Thema Holunder, Trachtengruppen (wir berichteten), erwähnt aber unter anderem Gartenpfleger Bernd Marschall aus Stetten, der mit seiner Familie und seinen Produkten begeisterte.

Außerdem gab es in den vergangenen Tagen am Rhön-Grabfelder Stand Informationen zur Rosenvermehrung, zum Streuobstprojekt aber auch eine individuelle Herstellung von Creme. Kurzvorträge "Rosige Grüße aus Mellrichstadt" waren im Angebot und es ging um die Bestimmung alter Obstsorten. Die Gäste erfuhren am Stand Rhön-Grabfeld einiges über Kräuter auf Rhöner Streuobstwiesen und Gärten. Schließlich hieß es am Feiertag Mariä Himmelfahrt "Der Garten Eden in der Rhön", gemeint war der Bibelgarten in Sondheim/Rhön und es gab Informationen über den Auferstehungs- und Jakobusnebenweg in Irmelshausen.