Die Zeit wird langsam knapp. "In zwei Wochen erfolgt nun entweder die Übernahme, oder die geordnete Schließung muss eingeleitet werden", sagt Insolvenzverwalter Thomas Linse (Coburg) auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei hatte es so gut ausgesehen. Ein äußerst interessierter potenzieller Käufer aus dem Ausland ist überraschend abgesprungen. Eine Enttäuschung, doch es gibt noch Hoffnung. Jetzt laufen die Verhandlungen mit anderen Interessenten weiter.

Durch die gute Mitarbeit der Belegschaft sei es möglich geworden, das zunächst nur angezahlte Februar-Gehalt voll auszuzahlen. Somit entfallen die drei Monate Insolvenzgeld, gezahlt von der Arbeitsagentur, auf März, April und Mai, erläutert Thomas Linse. "Wir produzieren, die Auftragsbücher sind voll." Das gelte sowohl für den Bereich Maschinenbau, als auch für die Glasherstellung.

Was nach dem 31. Mai passiert, wenn kein Käufer gefunden wird, kann der Insolvenzverwalter noch nicht endgültig sagen. Es müsse geprüft werden, ob die Produktion auch im dann bereits eröffneten Insolvenzverfahren möglich ist. "Ausgeschlossen ist das nicht, hängt aber von ein paar Parametern ab." In diesem Fall müsse er als Insolvenzverwalter dafür sorgen, dass die Lieferanten und Löhne bezahlt werden. Dann wird er quasi zum Unternehmer. Der Rechtsanwalt nennt als positives Beispiel eine Lkw-Werkstatt, die er zwei Jahre geführt hat, bis schließlich der Verkauf gelang.


Gut ausgebildete Fachkräfte

Auf den hofft er bei Löwinger noch immer und zwar möglichst vor Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens. Chancen dafür sieht er durch die gut ausgebildeten Fachkräfte im Betrieb und die vollen Auftragsbücher. Es gebe allerdings einen gewissen Instandhaltungsstau. "Einfach ist der Fall nicht", meint Thomas Linse, was sich auch auf die Kombination von Maschinenbau und Glasherstellung bezieht.

Sollte kein Käufer gefunden und die geordnete Schließung eingeleitet werden müssen, dann wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Verlust sämtlicher 59 Arbeitsplätze bedeuten. Laut Thomas Linse gibt es einen Kunden der Glaswarenproduktion, der notfalls selbst einspringen will. Der Insolvenzverwalter schätzt, dass so etwa zehn Arbeitsplätze erhalten werden könnten.