In ihrer Festrede gab sie einen Einblick in die bedeutende Münnerstädter Augustinerbibliothek. Die Münnerstädter Bibliothek beherbergt auch zahlreiche Lehrbücher. Und in in ihnen finden sich typische Gebrauchsspuren ihrer Nutzer, Kritzeleien oder sogar Karikaturen von Schülerhand angefertigt.
In ihrem Vortrag ging sie auf die Bedeutung der Augustinerbibliothek mit ihren 70 000 Bänden ein. Sie sei nach der Universitäts-Bibliothek in Würzburg im 18. Jahrhundert die bedeutendste in Unterfranken gewesen, so Oser-Grote. Das Gymnasium sei so bekannt gewesen, dass auch ein Fürstbischof oder Herzöge sich den Unterricht angesehen hätten.Dafür findet man die Belege in der historischen Sammlung.

Besonderer Nachlass

Die Referentin berichtete von Possidius Zitter, dem Universalgelehrten und Augustinerpater, der in Münnerstadt das Gymnasium besuchte und später Schulleiter wurde. Ein anderer Augustiner, Alfons Abert, hat vor über 100 Jahren Jahren die Werke Augustinus ins Deutsche übersetzt. Die 8000 handgeschriebenen Manuskriptseiten finden sich bis heute in der Bibliothek. "Es ist die einzige deutsche Gesamtübersetzung", so Grote. Interessierten bot Carolin Oser-Grote Führungen durch die Klosterbibliothek an.
Musikalisch untermalt wurde der Festvortrag vom Ehemaligenorchester unter Leitung von Claudia Dunkelberg. Die Musiklehrerin möchte damit das schulische Erbe ihres Vaters Hans-Otto Dunkelberg fortsetzen, betont sie. "Wir waren selbst erstaunt, wie gut alles geklapt hat", sagt Elmar Wiessner, der als Ehemaliger den Contrabass spielte.
Claudia Dunkelberg bedauerte ein bisschen, dass nur ein aktives Mitglied des Schulorchesters mitspielen konnte. Die anderen waren alle verhindert: Es ist die Zeit der Klassenfahrten am Gymnasium.

Bruno Eckert, der Vorsitzende des Festausschusses, mischte kritische Töne in die allgemein gute Stimmung am Studiengenossenfest. Er hat immer weniger Adressen von Studiengenossen. Auf Dauer könnte das sogar die Organisation des Festes gefährden. Deshalb war sein Appell an alle Studiengenossen: Der Mürschter Zirkel benötigt Adressen und diese möglichst auch von den jungen Jahrgängen, die irgendwann die Tradition weiterführen sollen. Wer Adressen beisteuern kann, kann sie an Bruno Eckert in Münnerstadt schicken.