Zu Forschungszwecken war der Münnerstädter Gymnasiast Patrick Halboth im hohen Norden Schwedens, dort wo es gefühlsmäßig nur noch Wald und Seen gibt. Doch in der Weite des Landes, nahe der Stadt Kiruna, liegt das Esrange Space Center, ein Weltraum-Forschungszentrum mit einem speziellen Ballonstartplatz. Hier hatte der Schüler die einmalige Möglichkeit, sein Experiment zur Stratosphärenforschung unter professionellen Bedingungen fortzusetzen.

Bereits im Winter und Sommer hatte Patrick Halboth in Münnerstadt und der Rhön einen Heliumballon in die Höhe geschickt. Jedes mal hatte der Ballon von Halboth selbst gebaute und programmierte Messinstrumente in die Luft getragen. Die Instrumente zeichneten die während des Fluges gemessenen Daten auf, Luftdruck und Temperatur unter anderem.

Mit seinem Projekt hatte sich der junge Mann bei Jugend forscht den Landessieg geholt.Dafür gab es ein nebst Preisgeld auch ein Praktikum beim Luft- und Raumfahrtinstitut in Oberpfaffenhofen. Da das Institut im Oktober ein Experiment der Universität Heidelberg im schwedischen Kiruna fachlich mitbetreute, wurde das Praktikum kurzerhand nach Schweden verlegt - für den Münnerstädter und einem weiteren Jugend-forscht-Preisträger, Florian Corell aus Gaukönigshofen, ein Glücksfall. Die Schule beurlaubte Patrick eine Woche. Im Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium freut sich Oberstudiendirektor Joachim Schwigon darüber, dass Patrick Halboth eine diese Chance bekommen hat. "Solche Erfahrungen lassen sich in der Schule nicht machen", meint Schwigon.

In Schweden schickte Halboth seine Messgeräte wieder mit einem Ballon in den Himmel. Die Dimensionen waren hier nur ganz andere. Eine 100 Kilogramm schwere Gondel mit Gerätschaften für unterschiedlichste Versuche trug der riesige Ballon unter sich. Dieser war so groß, dass er nur mit Hilfe eines Kranes in die Luft gelassen werden konnte. Bei Patrick Halboths kleinem Ballon im Sommer war ein Start problemlos per Hand möglich gewesen.

In der Gondel war unter anderem das Experiment von Heidelberger Biologiestudenten und von anderen europäischen Universitäten untergebracht. Hier mit von der Partie zu sein, macht den 17-jährigen Schüler schon ein bisschen stolz. Einmal konnte er auch Studenten mit Referenzmessdaten aushelfen.

Professionelles Arbeiten

Der Schüler musste jeden Schritt professionell vorbereiten. Die mitgeschickte Last wurde Gramm genau erfasst. Keinen Platz gab es für Halboths Kamera, was er etwas bedauert. Aber die Videoaufnahmen hätten längerfristig angemeldet werden müssen. Das wusste er nicht. So blieb die Kamera am Boden.

Für Patrick Halboth war es eine ganz besondere Erfahrung zu erleben, wie Forschung unter diesen professionellen Bedingungen abläuft. Und der Aufenthalt war auch für sein Experiment eine Bereicherung. Denn zuvor hatte Halboth keine Antwort darauf gefunden, wie er anhand seiner Messdaten auch die exakte Flughöhe seines Ballons bestimmen kann.In Schweden fand er fachliche Unterstützung und eine Formel, mit der sich die Höhe sehr genau berechnen lässt - für seine Facharbeit ein echter Gewinn.

Mittlerweile ist Patrick Halboth wieder aus Schweden zurück und noch voller Eindrücke. Neben dem Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten hat ihn auch die Natur beeindruckt. Er hat Nordlichter fotografiert und ist fasziniert von dieser nächtlichen Erscheinung am Himmel.

Wieder daheim sitzt er über seiner Facharbeit. Am 12. November ist Abgabetermin. Er muss jetzt alle Daten und Ergebnisse zu Blatt bringen. Er sieht es gelassen: "Ich habe eigentlich alles schon im Kopf, muss es nur noch zusammenschreiben."
Mit seinem Projekt hat sich Patrick Halboth jetzt noch einmal für Jugend Forscht beworben. Denn durch den Ballonstart im Sommer und jetzt in Schweden konnte er seine Messungen weiter perfektionieren.