Wäre die Abstimmung anders ausgefallen, hätte Bürgermeister Helmut Blank den Punkt wieder von der Tagesordnung genommen, hatte er zuvor angekündigt. Nach den derzeitigen Vorgaben muss die Stadt 2014 einen Kredit in Höhe von 1,1 Millionen Euro auskommen. Allerdings sprach Kämmerer Stefan Bierdimpfl nicht von Einsparungen, sondern von "Verschiebungen". Ob die Vorgaben überhaupt einzuhalten sind, auch darüber wagte Bierdimpfl keine Prognose. Denn: Im Verwaltungshaushalt soll der Etat durch eine pauschale Streichung von fünf Prozent der Betriebskosten gesenkt werden. 170.000 Euro wären das. Wenn Rechnungen kommen, müssten die aber bezahlt werden, sagt Bierdimpfl.

Geringere Kreditaufnahme

Die pauschale Kürzung betrifft zum Beispiel die Heizkosten. Es werde interessant, welche Abteilung hier einsparen kann, meinte der Kämmerer. Die Senkung der Kreditaufnahme ist möglich, weil Gelder für den Bau des Feuerwehrgerätehauses Reichenbach und des Kindergartens Reichenbach in Höhe von jeweils 50.000 Euro in den Haushalt 2015 verschoben werden.

Trotz finanzieller Engpässe folgte der Finanzausschuss nicht den radikaleren Verschiebungs- und Sparvorschlägen vom 2. Bürgermeister Norbert Reiter. Dieser hatte im Vorfeld vorgeschlagen, den Bau des Feuerwehrgerätehauses Reichenbach heuer ruhen zu lassen, ebenso 2013 begonnene Straßenarbeiten. Zudem sollten 400.000 Euro für die laufende Kindergartensanierung in Reichenbach erst 2015 verplant werden.

Von Reiter war weiter der Vorschlag gekommen, den Etat von "KulTourismus" um 50.000 Euro, also um ein Viertel, zu kürzen, was personelle Konsequenzen nach sich ziehen würde, wie Bierdimpfl andeutete. Ein Aufschub beim Kindergartenumbau in Reichenbach und beim Straßenbau lehnten Bürgermeister Helmut Blank und Stefan Bierdimpfl aufs Heftigste ab.

Vereinbarung mit Eltern

Ein Aufschub beim Kindergartenumbau würde bedeuten, dass die Kinder eine weitere Heizperiode im Provisorium der alten Schule verbringen müssten. Es sei mit dem Träger und den Eltern vereinbart, dass der Kindergarten im September 2014 bezogen werden kann.

Beim Straßenbau laufe die Stadt Gefahr, dass die 2013 geleisteten Arbeiten völlig umsonst waren, meinte Blank. Angesichts der günstigen Kredite sollten beschlossene Maßnahmen jetzt durchgeführt werden, fand Stadtrat Hermann Brust.

Stadtrat Peter Will will dem Haushalt am Montag nicht zustimmen, weil sich in der Finanzplanung kein Cent für die im Oktober 2013 beschlossene Sanierung der Mehrzweckhalle findet. Seine Bitte wurde abgelehnt, zumindest einen symbolischen Betrag 2015 einzustellen.

Vor 2015 ist nichts möglich

Bürgermeister Helmut Blank begründete dies damit, dass der neue Stadtrat die Entscheidungen über das Sanierungstempo treffen soll. Saniert werde auf jeden Fall, bekräftigte Blank die Absichten der Stadt am Freitag der Zeitung gegenüber. Blank geht davon aus, dass ab 2015 erste Arbeiten laufen.