Schon seit Jahren ist das Entwicklungsgebiet "Äußere Lache" ein Thema in Münnerstadt. Mit den archäologischen Untersuchungen und der Kampfmittelsondierung wurden nun erstmals sichtbare Fakten geschaffen. Aber dabei handelt es sich lediglich um vorbereitende Arbeiten. Vor 2022 wird das Areal mit Parkplätzen, Einzelhandel und dem neuen Feuerwehrgerätehaus nicht fertig sein. "Es dauert einfach seine Zeit", sagt Matthias Kirchner vom Planungsbüro Bautechnik Kirchner (Oerlenbach).

Zwei Tage sollen die vorbereitenden Arbeiten andauern, sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Er rechnet nicht damit, dass die Spezialisten auf dem Areal fündig werden, aber ausschließen könne man es nicht. "Es muss halt gemacht werden", sagt er. Die Kampfmittelsondierung ist nötig, weil dort frühere Gräben zugeschüttet worden sein sollen, wobei möglicherweise auch Kampfmittel in den Boden gekommen sein könnten. Auch das müsse untersucht werden, sagt Helmut Blank, der aber nicht damit rechnet, dass etwas gefunden wird. Und wie es aussieht, wird er damit recht behalten. "Ohne Befund" sei die Grabung verlaufen, teilte Grabungstechnikerin Julia Groll mit.

Die Bodenuntersuchungen seien Voraussetzung, um planen zu können, sagt Matthias Kirchner. Er ist mit der Planung der Kreisverkehrs auf der Entlastungsstraße und der inneren Erschließung der Äußeren Lache beauftragt worden. Beide Verfahren laufen parallel, sagt er. Außerdem arbeitet ein Arbeitskreis und das Büro K-Plan an der Planung des Feuerwehrgerätehauses. Die Vorplanung könne unabhängig von der Höhe erfolgen, auf der das Gerätehaus schließlich errichtet wird, denn das Höhenniveau steht derzeit noch nicht fest, es ist Bestandteil von Matthias Kirchners Planung.

"Wir sind ganz am Anfang", sagt er auf dien Frage, wie es um den geplanten Kreisverkehr steht, der auf der Bundesstraße errichtet werden und die Äußere Lache sowie die Altstadt anbinden soll. Es habe verschiedene Gespräche mit dem Staatlichen Baumt gegeben. Wegen der Nähe zu mehreren Linksabbiegespuren komme nur ein Kreisel in Frage. "Das wird aber sehr schwierig", sagt Matthias Kirchner. Gleich daneben befindet sich ein Nebenarm der Lauer, womit wasserrechtliche Komponenten mit ins Spiel kommen. Was ihm aber noch viel größere Sorgen macht, ist die Verkehrsführung während der Bauphase. "Es handelt sich schließlich um eine Bundesstraße."

Möglicherweise müsse der Schwerlastverkehr weiträumig umgeleitet und der restliche Verkehr durch die Stadt geführt werden, aber das stehe noch nicht fest. Normalerweise belaufe sich die Bauzeit auf rund vier Monate, durch die Besonderheiten, wie den Lauerarm, könnten es aber in Münnerstadt auch sechs Monate werden. "Es handelt sich um eine sehr komplexe Planung, die in diesem Jahre nicht zu schaffen ist", meint Matthias Kirchner. "Und im nächsten Jahr nicht gleich." Mit einer Fertigstellung des Entwicklungsgebietes sei nicht vor Ende 2022 zu rechnen. Möglich sei, dass während der Bauphase auch schon das neue Gerätehaus errichtet wird. Dafür müsste eine vorübergehende Zufahrt geschaffen werden.

Immer wieder sind Zweifel zu hören, ob das Vorhaben in der Äußeren Lache überhaupt umsetzbar ist, weil es sich um Schwemmland der Lauer handelt. Matthias Kirchner bestätigt, dass der Untergrund nicht tragfähig ist, aber entgegen mancher landläufiger Meinung stelle das kein sonderliches Problem dar. Bei der Erschließungsstraße werde einfach ein Spezialverfahren angewandt, das beispielsweise auch bei den Baugebieten in Großwenkheim und Reichenbach zum Einsatz kamen. Bei den Gebäuden könne man statische Bodenplatten errichten, die das Gewicht auffangen. Das sei zwar ein Mehraufwand, aber nichts Außergewöhnliches, sagt Matthias Kirchner, der insgesamt ein absolut positives Resümee zieht. "Wir sind voll im grünen Bereich", sagt er. Die Planung benötige halt nur ihre Zeit.

Bürgermeister Helmut Blank verweist indes Gerüchte, nach denen potenzielle Interessenten an den Einzelhandelsflächen längst abgesprungen seien, ins Reich der Märchen. "Wir haben mehrere konkrete Anfragen", sagt er. Es habe auch diesbezüglich schon Gespräche gegeben.