Das Deutsche Sportabzeichen blickt inzwischen auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. 1912 wurde es unter dem Namen "Auszeichnung für vielfältige Leistung auf dem Gebiet der Leibesübungen" ins Leben gerufen.

Daran freilich können sich die vielen Sportlerinnen und Sportler beim TSV Münnerstadt nicht mehr erinnern. Dennoch ist es schon seit vielen Jahren gute Tradition, zum Jahresende die in den Sommermonaten erworbenen Abzeichen in der TSV-Hütte an die Teilnehmer zu überreichen. Übungsleiterin Martina Greithanner, die viele Wiederholungstäter, aber auch einige Sportabzeichen-Neueinsteiger auf die Prüfungen in den verschiedensten Disziplinen vorbereitet hatte, übergab insgesamt 48 Abzeichen an Teilnehmer im Alter von sechs bis 58 Jahren: 34 Gold-, neun Silber- und fünf Bronze-Abzeichen.

Martina Greithanner ging im Rahmen der Verleihung auf die große Vielfalt der unterschiedlichen Sportdisziplinen ein: "Das ist das Schöne am Sportabzeichen, dass die Teilnehmer sich in so vielen verschiedenen Sportarten versuchen dürfen. Diese Abwechslung macht auch den Reiz aus." Abgedeckt werden müssen die Anforderungen in den Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Zudem muss in regelmäßigen Abständen die Schwimmfertigkeit nachgewiesen werden. Innerhalb der einzelnen Kategorien besteht die Wahlmöglichkeit zwischen mindestens vier Disziplinen, von denen jeweils eine abgedeckt werden muss.

Günter Scheuring, Sportvorstand beim TSV, war 2019 erstmalig mit dabei: "Ich hatte meine Teilnahme unserer Leichtathletik-Abteilungsleiterin Katja Hofmann schon seit Längerem versprochen, diesmal hat es endlich geklappt." Die Kategorie Ausdauer absolvierte der begeisterte Radfahrer über eine 20 Kilometer lange Radstrecke im Münnerstädter Tal. "Mit Ausruhen ging da gar nichts, ich musste schon ganz schön in die Pedale treten, um die Anforderung zu erreichen", so Scheuring. Sportabzeichenprüferin Eva Wilm, die am Abend der Verleihung beruflich verhindert war, freute sich besonders über das große Einzugsgebiet der Teilnehmer. Diese kommen bis aus Schweinfurt. Eine interessante Erkenntnis konnte Eva Wilm zudem nicht ganz verheimlichen: "Mein Eindruck ist, dass die Frauen verhältnismäßig noch ehrgeiziger sind als die Männer, was sich an den Ergebnistabellen ablesen lässt." Schmunzelnd schob sie jedoch hinterher: "Vielleicht sind auch die Anforderungen bei den Männern ein wenig höher."