Diesmal hat sie es ein wenig leichter. Nach dem großen Erfolg von "else!" sind die Türen für Mia Hochrein ein wenig offener. Island between us - Die Insel zwischen uns - ist der Arbeitstitel ihres neusten Projekts, das von Mitte August bis Ende September durchgeführt wird. Mit im Boot sind der Künstler und Galerist Thomas Pfarr sowie Inge Bulheller und Björn Hein von Kultourismus. Das Kommunalunternehmen ist der Veranstalter.

Mehr Unterstützung

Offene Türen hatte die Künstlerin schon vor einiger Zeit eingerannt, als sie dem (alten) Stadtrat ihr Konzept vorstellte und zur eigenen Überraschung gleich 2000 Euro als Zuschuss bekam. Neben dem Landkreis (500 Euro) hat sich nun auch der Bezirk Unterfranken (Kulturstiftung) mit 5922 Euro beteiligt. Bei "else!" waren die Fördermittel weitaus zäher geflossen. Aber nun ist alles klar. "Ich freue mich richtig drauf", sagt Mia Hochrein. Das tun die anderen ebenfalls, auch wenn Thomas Pfarr gerade erfahren hat, dass es heuer mit seinem Sommerurlaub nichts wird.

Das Projekt hat eine Vorgeschichte. Im Jahr 2008 hatten sich sieben Künstlerinnen aus Deutschland in einem Künstlerhaus in Ahrenshoop kennen gelernt und gemeinsam gearbeitet. 2012 wurde das Projekt fortgeführt und damals entstand ein Künstlerbuch, das nicht ganz fertig wurde. Das wird sich jetzt ändern.

Am Anfang steht ein 14-tägiger Arbeitsaufenthalt der Künstlerinnen (zu denen Mia Hochrein gehört) in einem leer stehenden Gebäude in Münnerstadt. Welches das sein wird, steht noch nicht fest. Während dieser Zeit können Interessierte das Atelier besuchen, den Künstlerinnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Diese werden unter anderem auch Gegenstände aus den Depots des Henneberg-Museums in ihre Arbeit mit einbeziehen. "Das Museum geht auf die Straße", nennt Mia Hochrein das. Damit ist sie bei Museumsleiter Björn Hein auf ganz offene Ohren gestoßen. "Alte Objekte in neue Kunstwerke einzubinden zeigt, dass sie heute noch zeitlos sind", meint er.

Am Ende der 14-tägigen Arbeitsphase werden in den Atelierräumen und im Obergeschoss des Heimatspielhauses Ausstellungen mit Arbeiten der Künstlerinnen eröffnet. Und hier kommt Thomas Pfarr ins Spiel, der ja im Erdgeschoss die "Galerie Pfarr im Heimatspielhaus" betreibt. Er wird sich während der rund vierwöchigen Ausstellungsphase von "island between us" auch um die Räume im Obergeschoss kümmern. "Der Verein Zukunft für das Heimatspielhaus stellt uns die Räume zur Verfügung", betont er.

Führungen für Schulklassen

Aber das ist noch nicht alles. Das bereits begonnene Künstlerbuch soll während der Arbeitsphase fertig gestellt und am Ende erstmals öffentlich präsentiert werden. Außerdem soll es während der Ausstellungsphase Begleitveranstaltungen, wie Kino, Theater und Musikveranstaltungen geben. Mit Beginn der Schulzeit in Bayern (Mitte September) werden Schulklassen Führungen durch die beiden Ausstellungsorte angeboten, um den Schülern die Bandbreite und Arbeitsweisen der bildenden Kunst vorzustellen.

Mia Hochrein betont, dass das Projekt "else!" abgeschlossen sei. Dieses bestand aus mehreren Teilprojekten und eines davon war "artist in residence" also Künstler leben und arbeiten miteinander. So wird es nun am Anfang des Prokets "island between us" auch wieder sein. "Mein persönlicher Wunsch wäre es, dass es regelmäßig so etwas gibt, vielleicht sogar in einem Künstlerhaus" sagt Mia Hochrein. "Die Kunst vernetzt sich, die Welt vernetzt sich", meint Thomas Pfarr dazu. "Ich finde es gut, dass es eine Zusammenarbeit zwischen Kultourismus und den Künstlerinnen gibt", erklärt Björn Hein.