Das Kunstprojekt else! in der Marienanstalt hat im letzten Jahr für einiges Aufsehen gesorgt. "Das ist ein Projekt, das man nicht jährlich wiederholen kann", sagt Künstlerin Mia Hochrein. Bei der Nachlese waren sich die Veranstalter allerdings einig gewesen, dass Dinge, die damals angestoßen wurden, weiter verfolgt werden können. Und dazu zählt ein kurzfristig erscheinender Veranstaltungskalender.

Mehrmals haben sie zusammen gesessen und über die Zukunft geredet. Mia Hochrein, Bärbel Fürst, Christine Schikora und Oliver Schikora wollen nicht einfach einen Schlussstrich unter "else!" setzen. Die fünfte Organisatorin, Alison Cundiff, US-Amerikanerin mit Münnerstädter Wurzeln, ist in ihre Heimat zurückgekehrt.

Es gibt noch mehr Projekte

Erst vor wenigen Tagen hat es das erste Literaturtheater der Gruppe "Die Litera(n)ten" gegeben. Daraus soll eine Veranstaltungsreihe werden, die ihren Ursprung bei der "else!" hat. Es sollen noch weitere Projekte folgen, doch Details verraten die Veranstalter noch nicht. Man merkt ihnen an, dass sie am liebsten so ein Kulturevent mit Lesungen, Ausstellungen, Theater, Konzerten und vielem, vielem mehr noch einmal durchführen würden. "In dieser Intensität ist das nicht jedes Jahr zu machen", meint Mia Hochrein.

"Es ist kulturell sehr viel los in Münnerstadt", das hat nicht nur die else! gezeigt. Und das weiß auch Mia Hochrein. Das Problem ist, dass die Leute oft nicht wissen, wo etwas los ist, weil manche Veranstaltungen kurzfristig bekannt gegeben werden. So sind die Akteure zu dem Schluss gekommen: "Münnerstadt braucht einen Veranstaltungskalender." Mia Hochrein betont aber, dass dies keine Konkurrenz zum bestehenden Veranstaltungskalender der Stadt sein soll.

Alle zwei Monate neu

Den Unterschied erklärt Christine Schikora. Für den städtischen Veranstaltungskalender kommen Vertreter der Vereine und Institutionen einmal im Jahr zusammen. Aus den Informationen wird der Kalender erstellt. Zwar gebe es die Möglichkeit, Veranstaltungen auch nachzumelden, aber davon machten längst nicht alle Gebrauch. "Das hat zur Folge, dass etliche Veranstaltungen nicht drin sind", sagt Christine Schikora. Deshalb gibt es ab sofort für die Kernstadt einen kurzfristigen Veranstaltungskalender, der alle zwei Monate neu erscheint. Ausstellungen, Konzert, Erzählcafés, Veranstaltungen der Kirchengemeinden, Märkte - all das findet sich im neuen Kalender.

"Wir werfen das jetzt in die Welt", erklärt Mia Hochrein. Der besondere Vorteil: Das Faltblatt lässt sich bequem an die Pinnwand oder den Kühlschrank heften. "So hat man den ganzen Monat auf einem Blick."

Veranstalter können ihre Termine kostenlos melden, der Gratis-Veranstaltungskalender allerdings verursacht natürlich Kosten. "Das bezahlen wir aus eigener Tasche", sagt Christine Schikora und fügt die Begründung gleich hinzu: "Weil wir den Kalender für sinnvoll halten." Den Initiatoren ist es wichtig, dass auch nach außen getragen wird, dass tatsächlich in Münnerstadt viel los ist. "Wer stricken will kann stricken, wer zur Bibelstunde gehen will, kann auch das tun", sagt Mia Hochrein.

Auf den Kosten können sie aber nicht auf Dauer sitzen bleiben. "Wir suchen nach Lösungsmöglichkeiten." Möglich wäre eine Finanzierung über Anzeigen. Vorstellbar wäre es für die Initiatoren auch, den Kalender in andere Hände abzugeben. Sie betonen noch einmal, dass er keine Konkurrenz zu anderen Kalendern sein soll. Veranstaltungen können gemeldet werden an: mail(at)miahochrein.de