Ein tolles Konzert beendete das vorläufig letzte Bandcamp, denn bekanntlich schließt das Jugendhaus im Mai seine Tore. Bereits zum 12. Mal hatten sich musikbegeisterte Schüler aus den Haupt- und Mittelschulen des Landkreises getroffen, um im Jugendhaus am Dicken Turm ins Bandcamp einzuziehen. Mehr als 130 Musiker belebten das Jugendhaus während der drei Tage, um jeweils in ihrem Probenraum für den großen Auftritt ihre selbstgewählten Stücke einzustudieren und zu perfektionieren.

Angereist aus den Schulorten Bad Bocklet, Bad Kissingen, Brückenau, Schondra, Hammelburg, Maßbach und Münnerstadt waren drei Blasorchester und neun Bands, die sich voll auf die Musik und das Miteinander- Musizieren konzentrierten. Intensiv war der Austausch auch unter den einzelnen Musikgruppen, man hörte mal bei der Probe der einen Band zu, verglich und versuchte, die eigene Interpretation bekannter Rocktitel wie "I love Rock"n Roll" und "Rolling in the deep" zu verbessern. Dabei wurde auch über das Equipment und die Instrumente gefachsimpelt.

Ehrenamtlicher Einsatz

Georg Göbel, Fachberater für Musik am Staatlichen Schulamt war wie die anderen betreuenden Musiklehrer begeistert, wie harmonisch auf der einen Seite und eifrig auf der anderen die Musiker Tipps, Kritik und Verbesserungsvorschläge annahmen. Das lag nicht zuletzt an der Organisation durch Göbel und seine Helfer und an den vielen ehrenamtlichen Kräften, allen voran Pit Claßen, der trotz Ruhestand mit der Bläsergruppe Hammelburg probte, und Christoph Lemberg, der den Speisesaal des Jugendhauses mit seiner Musikanlage beschallte.
Organisator Georg Göbel sagte, dass die Musiker großen Probenfleiß gezeigt hätten, und das nicht nur musikalisch, sondern auch bei der Vorbereitung des Essens. Die Lehrer hätten die Musiker hervorragend betreut. Andreas Beck vom Mürschter Musikhaus hatte in den vergangenen Jahren unentgeltlich die Musikanlage für die Konzerte im Speisesaal gestellt, Christoph Lemberg tat gleiches in diesem Jahr mit seiner Anlage.

Göbel hob die Leistung der Augustiner hervor: Mit dem Jugendhaus hätten sie eine Bildungsstätte, ohne die das Bandcamp nicht stattfinden könne. Übernachtungsmöglichkeiten für 130 Kinder und deren Betreuer, zehn Probenräume und einen Konzertsaal für das Abschlusskonzert, das könne kein Haus in weitem Umkreis bieten. Um so bedauerlicher, ergänzte Göbel auch im Namen seiner Kollegen und der Musiker, dass im nächsten Jahr die Einrichtung für das Bandcamp nicht mehr zu Verfügung steht. Auch von vielen Schülern war Wehmut zu hören, dass es das vorerst letzte Bandcamp sein sollte.

Von Beatles bis AC/DC

Vor voll besetztem Konzertsaal boten zunächst die drei Blasorchester aus Hammelburg und Schondra/Bad Bocklet ihre Konzertstücke dar. Die Beatles- Kompositionen "Let it be" und "Obladi-Oblada" wurden schmissig interpretiert genauso wie " Happy". Dann kamen die Schulbands an die Reihe, die Hits aus den Charts zum Besten gaben, aber auch Schlager aus den 60er und 70er Jahren wie "Rote Lippen soll man küssen". "TNT" von AC/DC und Udo Lindenbergs "Cello" wurden vom Publikum genauso beklatscht wie "Rolling in the deep" und "We will rock you". Und wie es bei jedem Bandcamp üblich ist, spielten die Lehrer zusammen zwei Titel, die ebenso mit sehr großem Beifall bedacht wurden.

Göbel zog zum Bandcamp 2015 ein positives Resümee. Sehr viele Musiker hätten hart geprobt, und die Ergebnisse auf der Bühne zeigten, dass alle mit sehr großem Engagement musiziert hätten. Die Organisation des diesjährigen Camps sei reibungslos gelaufen und man sei voll zufrieden, bis auf die Tatsache, dass im nächsten Jahr wohl kein Bandcamp mehr stattfinden könne. Es sei denn, man fände einen geeigneten Veranstaltungsraum. Mit der Übergabe der obligatorischen Bandcamp- T-Shirts "We rock the house" und einem Gruppenfoto aller Teilnehmer endete die Veranstaltung.