In Seubrigshausen kann der Ausbau der Kreisstraße und des St. Kilianplatzes ganz normal weiterlaufen. Das Verwaltungsgericht Würzburg hat die Anträge auf Unterlassung von Baumaßnahmen abgelehnt, heißt es in einer Stellungnahme des Verwaltungsgerichtes Würzburg. Es handelt sich um zwei Anträge, da der Landkreis zwar Bauherr ist, die Stadt aber am Projekt ebenfalls beteiligt ist. Die Kosten für den Ausbau des St. Kilians-Platzes und im Bereich der Gehsteige gehen zu Lasten der Stadt.
Die Baumaßnahme sorgt seit längerem für Diskussionen, nachdem sich Anlieger am St. Kilian-Platz gegen die geplanten Ausbauumfang am Platz wenden. Denn die Kosten dafür müssen über die Straßenausbaubeitragssatzung von den Anliegern mitgetragen werden. Deshalb hatte ein Anlieger gehofft, über das Erwirken eines vorübergehenden Baustopp Nachbesserungen zu erreichen.


Froh über Entscheidung

Zufrieden sind die Vertreter des Landratsamtes und der Stadt Münnerstadt mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. Jürgen Dobler (Straßenbau Landratsamt Bad Kissingen begrüßt die Entscheidung, obgleich sie für ihn nicht überraschend war. Der Landkreis war immer davon ausgegangen, dass alles rechtens ist. Außerdem ist der eigentliche Kritikpunkt, der Ausbau des Kirchplatzes, nicht Landkreisangelegenheit.
Münnerstadts 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) ist froh, dass die Arbeiten weiterlaufen können. Ansonsten verhält sich die Stadt zurückhaltend, zumal unbekannt ist, ob Ausbaugegner am Kirchplatz weitere Rechtsmittel einlegen werden, so geschäftsleitender Beamter Stefan Bierdimpfl auf Anfrage.
Das Verwaltungsgericht erklärt in seiner Entscheidung, dass eine Kommune beim Straßenausbau nicht verpflichtet sei, die Bürger oder Anlieger in einer bestimmten Form zu beteiligen. Somit ergebe sich auch keine Rechtsverletzung, wenn dies nicht geschehen ist. Ebenso verhält es sich beim Ausbau der Kreisstraße. Einen Anspruch auf einen Baustopp ergebe sich auch nicht durch die Begründung, dass die Kosten für die Platzgestaltung überhöht oder der Platz keine Sanierung benötige. Das Gericht verweist darauf, dass nach Eingang eines Beitragsbescheids für den Straßenausbau die Möglichkeit zum Widerspruch bestehe. Dem Antragsteller sei es zumutbar, einen möglichen Beitragsbescheid abzuwarten und sich dann gegen diesen zur Wehr zu setzen.
Auch das Argument, dass Anwesen künftig durch den Straßenbau schlechter erreichbar sein werden als bislang, sei kein Grund für einen Baustopp. Einem Anlieger sei es zuzumuten , die Nutzung seines Grundstücks umzuorganisieren, um sich veränderten Zugangs- und Zufahrtsmöglichkeiten anzupassen, so die Erklärung des Verwaltungsgerichts.
Eine Stellungnahme der Anlieger zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts steht bislang aus. Der Antragsteller hatte nach eigenen Angaben aus zeitlichen Gründen bislang keine Möglichkeit, sich mit den anderen Ausbaugegnern in dieser Sache zu besprechen.
Laut Jürgen Dobler sind die Bauarbeiten in Seubrigshausen im Zeitplan. Der Ausbau läuft noch bis Mai 2018.