Mit dem Thema Grundschule hat sich der Gemeinderat schon mehrfach befasst. Zu Beginn der jüngsten Gemeindesitzung stellte Gemeinderat Edwin Braun den Antrag, diesen Tagesordnungspunkt vom nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil zu verlegen. Dem Antrag stimmte das Gremium zu, was auch der Elternbeirat gehofft hatte.

Am 12. Juni hatte laut Bürgermeister Egon Klöffel erneut ein Ortstermin mit dem Schulrat, der Schulleitung, dem Bauamt sowie dem Bürgermeister und seiner Stellvertreterin, Judith Dekant, stattgefunden. Von der Schulleitung wurde bei dieser Zusammenkunft ein Raumkonzept vorgelegt und besprochen.

Es wurde festgestellt, dass das neue Schulgebäude grundsätzlich für den Schulbetrieb geeignet ist, während das alte Schulgebäude "An der Leiten" zu viele bauliche Mängel aufweist und nicht mehr schulisch genutzt werden kann. Bei einer weiteren Nutzung des Hauptgebäudes an der Kreisstraße müssten die Toiletten für Jungen und Mädchen auf den neuesten Stand gebracht werden und für die Lehrkräfte wäre der Bau einer neuen Toilette notwendig. Die könnte laut Bürgermeister im derzeitigen Putzraum eingebaut werden.

Das Leck in der 1962 eingebauten Heizung muss ebenfalls repariert werden. Prinzipiell fehlen durch den Wegfall der alten Schule zwei Räume, nämlich ein Klassenzimmer sowie ein kleiner Differenzierungsraum. Diese Räume können langfristig nur durch einen neuen Anbau zwischen den beiden Schulgebäuden sichergestellt werden.

Damit der Schulbetrieb ab dem neuen Schuljahr in Rothhausen wieder laufen kann, müssen die Toiletten kurzfristig hergerichtet werden und der Leckschaden an der Heizung muss behoben werden. Für die beiden fehlenden Räume könnten laut Schulrat und Bauamt im Pausenhof als Übergangslösung Container aufgestellt werden.

Der Gemeinderat musste in der Sitzung entscheiden, ob und wie der Schulbetrieb sichergestellt werden kann. Die Entscheidung nicht leichter machte die Tatsache, dass aktuell bereits 17 Gastschulanträge - vier aus Thundorf, zwölf aus Weichtungen und ein bereits genehmigter aus Rothhausen - vorliegen. Von weiteren 18 Kindergarten-Eltern liegt eine Absichtserklärung für Poppenlauer vor.

Daraus ist zu schließen, so der Gemeinderat, dass nicht alle Eltern hinter der Schule stehen, was für eine mögliche Förderung ein Problem sein könnte. Allerdings waren sich die Gemeinderäte auch bewusst, wohin dieser Druck führen soll und dass eine Auflösung auch Auswirkungen auf den Kindergarten in Thundorf hat.

Bürgermeister Klöffel lies den Elternbeirat zu Wort kommen. Dieser hatte Verständnis, dass der Gemeinderat an seiner Schule hängt und alles für den Erhalt tun würde. Wie eine Mutter aus Weichtungen erklärte, haben die Kinder durch die Auslagerung nach Poppenlauer, aufgrund fehlender Lehrkräfte, erst einmal den großen Unterschied gegenüber den jahrgangsgemischten Klassen in Rothhausen gemerkt. Ein Vater aus Thundorf sprach sich für einen runden Tisch aus, an dem die Schulen im gesamten Raum teilnehmen sollten.

Wie schnell sich die Zeiten ändern können, zeigt die Tatsache, dass die Eltern noch im Jahr 2011 bei einer Demonstration für den Erhalt der Schule erfolgreich gekämpft hatten. Heute stimmen sie für eine Auflösung.

Die Debatte im Gemeinderat wurde mit dem Antrag beendet, den Schulrat um eine schriftliche Zusage aufzufordern, dass auch zukünftig die benötigten Lehrkräfte zur Verfügung stehen, wenn die baulichen Maßnahmen von der Gemeinde erledigt werden. Damit wollte das Gremium sicher gehen, dass die Investition nicht in den Sand gesetzt wird. Sollte dies scheitern und die Schule trotzdem wegen fehlender Lehrkräfte geschlossen werden, liegt der Fortbestand nicht mehr in den Händen der Gemeinde.