Im Rahmen der Kirchensanierung Theinfeld wurde der Turm neu verschalt und wird wieder mit Schiefer eingedeckt. Dies nahmen Thundorfs Bürgermeister Egon Klöffel, Pfarrer Peter Rüb, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Norbert Geier und der Architekt Reinhard Seufert aus Poppenlauer zum Anlass, über das Gerüst hoch zur Turmspitze aufzusteigen, um die Kugel samt Wetterhahn abzunehmen. Kirchenpfleger Thomas Schmitt schaute sich das Ganze lieber von unten an.

Alle waren gespannt, was wohl beim Öffnen der Kugel, deren Durchmesser 50 Zentimeter (cm) beträgt, zum Vorschein kommen würde. Der Inhalt war identisch mit der Aufzeichnung im "Theinfelder Dorf- und Familienbuch" von Oskar Thain: eine Schatulle mit Münzen und eine Glasflasche mit Geldscheinen und vier Schreiben. Alles aus dem Jahre 1933. Damals wurde der schadhaft gewordene Turm ausgebessert, und der Hahn aus Eisenblech mit einer Höhe von 35 cm und einer Breite von 34 cm, zusammen mit dem einen Meter hohen und 85 cm breiten schmiedeeisernen Kreuz und der kupfernen Kugel aufgesetzt. Dies geschah am 26. Juli 1933. Hinzu wurde noch die Flasche, die außer Münzen und Geldscheinen vier Schriftstücke enthielt, beigelegt.

Historische Einwohnerzahlen

Eines der vier Schreiben wurde verfasst vom Schieferdeckermeister Johann Beck aus Haard über die Arbeiten, die am Turm ausgeführt wurden. Bei der damaligen Abnahme des Hahnes vom Turm wurde der alte Gebrauch des Schieferdeckers ausgeübt, und durch den Gehilfen Wilhelm Beck der Turmhahn in jedem Bauernhof herumgetragen, um die Hühner anzueifern, damit sie am Tag zwei Eier legen. Das zweite Schreiben war von Bürgermeister Karl Krug: Er hinterließ nach der am 16. Juni stattgefundenen Volks-, Berufs- und Betriebszählung, dass 1933 in Theinfeld 193 Einwohner, davon 94 männliche und 99 weibliche, wohnten. Das Dorf umfasste 34 Familien und zählte 37 Hausnummern. Die Schule besuchten 36 Kinder.

Dunkle Stunden und Hoffnung

Das Schriftstück Nummer drei stammt von Lehrer Hans Müller. Er schrieb die dunklen Stunden des Dritten Reiches nieder und machte Hoffnung mit den Worten: "Ihr Anwohner künftiger Zeiten werdet das Deutschland wieder erleben, wie es uns von 1914 bekannt ist, nämlich einig, frei, geachtet und geehrt. Die Erringung dieses Zieles gilt unser Schaffen." Das vierte Schreiben von Oskar Thain enthielt geschichtliche Notizen über die Kirche und ihre Glocken.