Die Initiatoren von Kaufhaus Mürscht können mit sich zufrieden sein: Ihr Experiment mit dem Faschings-Fez auf dem Anger ist geglückt. Viele Narren, darunter auch der Kolping-Elferrat, machten mit.
Viele Kinder waren als Cowboy, Prinzessin, Pirat, Feuerwehrmann, Schmetterling verkleidet. Sie und die Erwachsenen versammelten sich am Oberen Tor und der bunte Zug marschierte dann mit Musikbegleitung zum Anger, wo es anschließend gut zwei Stunden lang ein unterhaltsames Faschingstreiben gab.


Keine Rutschpartie

Ein wenig enttäuscht waren nur die jungen Damen der Elferrats-Garde, denn mit ihrem eigentlich geplanten Auftritt, auf den sie sich ebenso wie die Zuschauer gefreut hatten, wurde es nichts. Die Minus-Grade hätten sie bei ihren Tänzen weniger gestört, doch der Boden war einfach zu glitschig und rutschig durch Schnee und Eis. Nun müssen sich Fans noch bis zum Wochenende gedulden, wenn die Garden beim Kolping-Fasching ihren großen Auftritt haben.
Die Kapelle, die beim Umzug und später noch auf dem Anger mit Faschings-Ohrwürmern für Stimmung sorgte, war wirklich bemerkenswert und verdient ein Extra-Lob.
Die Jugendmusikschule beziehungsweise die Stadtkapelle konnten so kurzfristig, wie die Idee mit dem Faschings-Fez entwickelt wurde, nicht zusagen, und so stand Kaufhaus Mürscht noch vor Tagen ohne Kapelle da, berichteten Arno Reuscher und Oliver Schikora.
Guter Rat war teuer, aber Oliver Schikora setzte sich mit Rita Schmitt in Verbindung und diese wieder mit Gudrun Schwarz. Gemeinsam organisierten sie aus dem Stand eine Kapelle mit Musikern aus mehreren Stadtteilen. Allein drei von ihnen stammen aus der Familie Schmitt (Ehemann und zwei Söhne).


Einmal Spielen ohne Proben

Obwohl die Zeit so knapp war, dass sie nicht einmal Zeit zum gemeinsamen Proben hatten, machten sie ihre Sache gut. Gudrun Schwarz war begeistert, dass so eine musikalische Gemeinschaftsaktion über die Stadtteilgrenzen hinaus möglich war. Sie hofft darauf, dass das kein Einzelfall bleibt.
Nach dieser Kapelle sorgte DJ Thomas für Stimmung. Bürgerlich heißt er Thomas Klemm und stammt aus Münnerstadt. "Das mache ich als Hobby seit über 20 Jahren." Auch der Kinderchor der Liedertafel sang einige Lieder.
Der Zweite Bürgermeister Michael Kastl kam ganz in schwarzer Kleidung und mit schwarzem Zylinder - "ich bin als Erster Bürgermeister verkleidet", erklärte er dazu. Er zeigte sich begeistert über die vielen Besucher und darüber, dass die Münnerstädter so etwas organisieren.


Wiederholung erwünscht

Er hofft, dass sich der Faschings-Fez etabliert und auch in den nächsten Jahren stattfinden wird. Arno Reuschel, der Vorsitzende von Kaufhaus Mürscht, war gleichfalls sehr zufrieden über die vielen Besucher und darüber, dass sich die Anstrengungen, in Münnerstadt den Karneval auf die Straße zu bringen, gelohnt haben.
Nicht zu vergessen: die Kälte, um die zwei Grad minus, sorgte natürlich dafür, dass der Glühwein und andere warme Getränke reißenden Absatz fanden.

Den Besuchern hat es offenbar gefallen. "Endlich mal findet der Karneval auch auf der Straße statt, ich kann nun mal nicht in eine Sitzung gehen, die mehrere Stunden dauert" meinte eine ältere Dame und eine andere: "Selber dabei zu sein ist halt doch schöner, als so was im Fernsehen anzuschauen. Es ist Zeit geworden, dass so etwas auch mal hier stattfindet". Beide hoffen, dass Kaufhaus Mürscht auch 2017 einen Faschings-Fez organisiert. Und die Kinder? Die als Prinzessin verkleideten Maria, elf, Jahre alt, sagte: "Ich mag Karneval. Hier gefällt es mir, weil noch viele andere Kinder mit ihren Kostümen da sind". Oliver, neun, kam als Pirat. Bleibt festzuhalten: Das Experiment "Mürschter Faschings-Fez" ist gelungen. Das Interesse für Karneval auf der Straße ist da. Das Programm ist vielleicht noch etwas ausbaufähig bei einer Wiederholung, die es hoffentlich im kommenden Jahr gibt. Aber dann ist ja auch die Vorbereitungszeit länger.