"Brand Acker ausgedehnt", "Brand Acker klein" oder "Landwirtschaftliche Maschine brennt." Solche Informationen hat die Integrierte Leitstelle Schweinfurt in den vergangenen Wochen immer wieder einmal an die Feuerwehren im Altlandkreis Königshofen gesendet. Letztmals am Dienstagabend, als ein Stoppelacker bei Merkershausen in Brand geraten war. Die Feuerwehren aus Merkershausen und Bad Königshofen konnten größeren Schaden verhindern.
Das war der sechste Ackerbrand in diesem Jahr. Die Polizeiinspektionen Bad Neustadt und Mellrichstadt hatten solche Ackerbrände in diesem Jahr allerdings noch nicht. Oftmals ist es ein abgeerntetes Feld, das Feuer gefangen hatte oder, was natürlich schlimmer ist, wenn ein ganzer Getreideacker brennt. Dann kann durchaus ein größerer Schaden entstehen, sagt der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Rhön-Grabfeld, Mathias Klöffel (Großbardorf). Der Schaden könnte sich dann zwischen 500 und 1000 Euro pro Hektar einpendeln. Brennt allerdings nur ein "Stoppelfeld", wie kürzlich in Gabolshausen, entsteht kein Schaden.
Wie aber kommt es gerade in diesen Tagen immer wieder zu Ackerbränden? Für Polizeihauptkommissar Kurt Etzel von der Polizeistation Bad Königshofen gehören solche Brände seit einigen Jahren schon zum "sommerlichen Alltag". Die Maschinen heute sind oftmals den ganzen Tag auf den Feldern und da könne es durchaus vorkommen, dass sie heiß laufen. Wenn dann noch vielleicht Öl ausläuft, entzündet sich dies. Recht schnell steht dann ein "Stoppelacker" in Flammen, denn das Feuer verbreitet sich, vor allem bei Trockenheit sehr schnell.
Mathias Klöffel geht ebenfalls auf die heutigen landwirtschaftlichen Erntemaschinen ein und sagt, dass es da durchaus vorkommen kann, dass Lager heiß laufen. Wenn ein Landwirt dann nicht sofort reagieren kann, kommt es zum Brand. Die Maschinen hätten heute teils eine Zentralschmierung, das heißt, dass man nicht so einfach an die betreffenden Stellen kommen und nachschauen kann, warum diese heiß gelaufen sind. Was noch vorkommen kann ist beim Pressen, dass die Strohballen in der Presse heiß werden und ein Brand entsteht. Immer wieder einmal kommt es auch vor, dass dann sogar der Mähdrescher in Mitleidenschaft gezogen wird.


Brände häufen sich

Polizeihauptkommissar Kurt Etzel hat auf Nachfrage einmal in den Akten geblättert und festgestellt, dass gerade in diesem Jahr die Brände auf den Feldern sich häufen. Zweimal war es eine unbekannte Ursache, bei dem ein Stoppelacker aber auch ein Getreidefeld in Flammen aufging. Der Gesamtschaden wird auf rund 400 Euro beziffert.
Zweimal lag es am defekten Schneidwerkzeug, wodurch kleine Flammen und Funken entstanden und das Feld in Brand gesetzt haben. Dabei entstand ein Schaden von rund 800 Euro. Auf 500 Euro wird der Schaden beziffert, den ein Feuer am Montagnachmittag auf einem Feld bei Saal an der Saale anrichtete. Dort war beim Dreschen plötzlich der Stoppelacker in Brand geraden. Die Flammen griffen teils auf das noch stehende Getreidefeld über.
Im Jahr 2014 brannte einmal ein Getreidefeld. Schaden: 200 Euro, ein Jahr später gleich mehrere Getreidefelder. Schaden: 500 Euro. 2016 war es lediglich ein Getreidefeld das in Flammen aufging, Schaden etwa 200 Euro. 2017 waren es bereits fünf Einsätze der Feuerwehren auf brennenden Feldern. Oftmals ist es nicht nachvollziehbar, warum ein abgeerntetes Feld in Flammen aufging. So wie kürzlich in der Flurgemarkung "Am Haag" in Gabolshausen. Dort wurden die Feuerwehren nachts um 23 Uhr zum Brandeinsatz gerufen.
Im Polizeibericht liest man zwischen durch auch einmal die Vermutung, dass eine Glasscherbe den Brand verursacht haben könnte. Dass Glasscherben, die in einem Acker liegen und durch das Sonnenlicht Hitze wie ein Brennglas entwickeln, ein Feld in Brand stecken, erscheint Feuerwehrleuten jedoch als eine sehr seltene Ursache und eigentlich kaum möglich.
Brandeinsätze sind Hilfeleistungen, die die Feuerwehren leisten, ohne, dass die jeweilige Gemeinde eine Forderung stellen wird. Weil es für fast jeden möglichen Schaden eine Versicherung gibt, ist das auch bei der Landwirtschaft so, weiß Herald Schwarz vom Versicherungsbüro Rüth & Schwarz in Waltershausen. "Natürlich kann man auch eventuelle Schäden in der Landwirtschaft absichern, dann würde die landwirtschaftliche Feuerversicherung eintreten." Ist der Brand abgelöscht, wird das gesamte abgebrannte Feld mit einem Grubber umgegraben, um eventuell vorhandene Brandnester auszuschließen.