Das Bäulein wurde beim Brand im April 2017 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Im Sommer liefen die Sanierungsarbeiten an dem zentralen Versorgungsgebäude des Klosters an. Im Frühjahr 2018 soll das Haus aller Voraussicht nach in neuem Glanz erstrahlen. Die Gesamtkosten für die Sanierung wurden auf gut eine Million Euro geschätzt.
Das historische Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das noch den Namen trägt, den ihm einst die Zisterzienser verliehen, wurde in den 1980er Jahren außen komplett renoviert. Innen war das Haus vor acht Jahren erst liebevoll umgestaltet worden - und das mit erheblichem ehrenamtlichem Aufwand und zahlreichen Spenden.


Trafostation auslagern?

Das Bäulein war danach in mehrfacher Hinsicht so etwas wie das Herzstück der Anlage. Zum einen trafen sich dort die Bewohner in der Freizeit, schauten Fernsehen oder machten Spiele. Aber auch aus technischem Blickwinkel war das Haus der Mittelpunkt der Klosteranlage, denn dort standen Trafostation und Notstromversorgung. Zudem führten die Glasfaserkabel für die Telekommunikation von dort aus sternförmig zu den einzelnen Gebäuden.
Zunächst habe man überlegt, die Trafostation nicht mehr innerhalb der historischen Mauern anzusiedeln, sagt Rainer Waldvogel, der Gesamtleiter des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW) Unterfranken, im Gespräch mit der Zeitung. Doch ein eigenes technisches Versorgungszentrum außerhalb anzugliedern, wäre ungleich teurer gekommen. Die Idee wurde schließlich verworfen, die Trafostation wird nun wieder in das Gebäude eingebaut.
Die Brandermittler hatten die Schäden in ihrem Gutachten für die Versicherung im Frühjahr zunächst mit rund 500 000 Euro beziffert. Doch als im Nachhinein klar wurde, in welch großem Umfang die Flammen gewütet hatten und wie detailliert die Sanierungsmaßnahmen anzusetzen sind, habe sich die Versicherung glücklicherweise konziliant gezeigt, sagt Waldvogel.
Die Arbeiten gestalteten sich insgesamt sehr aufwändig. Während das Mauerwerk am Grund des Gebäudes teils noch erhalten werden konnte, musste der obere verrußte Teil, vor allem im vorderen Bereich, abgetragen werden. Inzwischen ist das Mauerwerk jedoch schon wieder erneuert. Ebenso musste der verkohlte Dachstuhl komplett entsorgt werden. Gerade sind die Zimmerleute dabei, die neuen Balken aufzurichten, schildert der DRW-Gesamtleiter den Baufortschritt.
Das lang gezogene Dach bestand aus historischem deutschem Schiefer und soll auch wieder mit diesem Material eingedeckt werden. Doch wer kann das heutzutage eigentlich noch? Waldvogel erzählt von den Bemühungen, Firmen ausfindig zu machen, die sich mit solchen historischen Dacheindeckungen noch auskennen. Er hofft, dass das Dach dicht gemacht werden kann, bevor womöglich ein neuer Wintereinbruch ansteht.
Ist das Dach fertig, stehen die Innenarbeiten an, sagt der Gesamtleiter. Natürlich wird das Gebäude auch wieder verputzt.
Das einst neben dem Bäulein angesiedelte und aus Holz gefertigte Gebäude mit der Kegelbahn wurde komplett ein Raub der Flammen. Es soll nicht wieder aufgebaut werden, sagt Waldvogel. "Wir haben uns stattdessen entschieden, dort einen Laubengang anzulegen, den wir zusammen mit dem Abteigarten für verschiedene Veranstaltungen nutzen können." Isolde Krapf