Ob es im Münnerstädter Deutschordensschloss spukt, das wissen Museumsleiter Björn Hein und Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer nicht. Dass das alte Gebäude aber viele Geheimnisse birgt, das können sie mit Bestimmtheit sagen. Deshalb organisieren die beiden am Tag des offenen Denkmals (Sonntag, 10. September) eine Führung durch das Schloss unter dem Motto "Geheimnisse des Deutschordensschlosses". Sie führen die Besucher zu den verborgenen Stellen des Hauses, zu denen es normalerweise keinen Zutritt gibt.
Bei dem Rundgang sollen die Gäste erfahren, dass das Schloss noch Geheimnisse und ungewöhnliche bauliche Besonderheiten aufweist. Christian Neugebauer öffnet eine Tür in der Komturei. Von dort aus führt eine Wendeltreppe ins Nichts. Sie ist einfach da, hat aber keine Funktion mehr.


Nicht aus einem Guss

"Wir wollen Brüche in der Bausubstanz aufzeigen", sagt Museumsleiter Björn Hein. Die Bauherren früherer Jahrhunderte hätten das Schloss immer wieder nach der Mode der Zeit umgebaut. Das Deutschordensschloss, wie es sich heute scheinbar wie aus einem Guss präsentiert, hat immer wieder bauliche Veränderungen erfahren. Diese Spuren der Veränderungen werden beim Rundgang erläutert. Geöffnet wird aus diesem Anlass auch der Dachboden mit seiner sehenswerten Konstruktion.
Vorgestellt werden auch die Wappen, die die Komture im Laufe der Jahrhunderte am Schloss hinterlassen haben. Heute befinden sich die Sandsteinarbeiten meist in Höhen, die ein genaues Betrachten nur schwer möglich machen. Björn Hein hat sie fotografiert und Abzüge erstellt.
Beim Rundgang können die Besucher einen Blick auf die Fotos und dann auch die Originale werfen. Erläuterungen dazu gibt es ebenfalls. Näher eingegangen wird beim Rundgang auf die Hochwassermarken am Eingang zum Schloss. Hein und Neugebauer wollen in Erinnerung rufen, dass dass das Schloss einst von Wasser umgeben war. Die Ursprünge des Bauwerks gehen bis auf das 13. Jahrhundert zurück.
Die Führung durch das Deutschordensschloss beginnt am 10. September um 12.30 Uhr. Die Anfangszeit ist so gelegt, dass Besucher dann auch noch die letzte Aufführung des Heimatspiels in der Saison 2017 verfolgen können. Für die Führung wird kein Eintritt erhoben.