Lob von allen Seiten gab es für den neuen Dorfplatz in Poppenlauer, als dieser im Rahmen des "Tags des Baumes" offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Der Landkreis stiftete aus diesem Anlass einen Ginkgo-Baum.

Um das alles gebührend zu feiern, fand ein erstes Dorffest mit Blasmusik, Bier, Bratwurst und Volkstänzen auf dem neuen Platz statt. Die Jungen und Mädchen aus der Kita Lauerland bekamen für ihr Lied "stark wie ein Baum" sehr viel Beifall.

Viel politische Prominenz konnten Landrat Thomas Bold (CSU) und Bürgermeister Matthias Klement (CSU) begrüßen. Der Landrat erinnerte daran, dass vor zehn Jahren schon einmal der "Tag des Baumes" in Poppenlauer stattfand. Damals regnete es ziemlich.

Immerhin ist der Baum bei der Säueiche gut angewachsen. Vor 24 Jahren wurde, ebenfalls zum "Tag des Baumes," an der Schule eine Winterlinde gepflanzt, die prächtig gewachsen ist. Der Landkreis leistet zum Beispiel durch sein Grüngitter- und sein Streuobstprogramm einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt, erklärte Bold. Er gratulierte dem Ortsteil Poppenlauer zu dem schön gestalteten neuen Dorfplatz, dessen Finanzierung vor allem durch staatliche Förderung möglich geworden sei.

Der Ginkgo, den der Landkreis für den Platz stiftete, sei zwar kein klassischer Baum in Franken, aber in Poppenlauer gebe es einige Exemplare. Die evangelische Pfarrerin Elfriede Schneider und der katholische Pastoralreferent Christoph Bärhausen segneten den Platz. Früher sei die Kirche die Mitte gewesen, heute sei es eher der neue Platz. Sie erinnerten auch daran, dass Johann Wolfgang von Goethe in Weimar Gingkos gepflanzt haben soll oder pflanzen ließ. Dieser Baum solle nun ebenso wie die Dorfgemeinschaft wachsen und gedeihen.

Bürgermeister Klement erinnerte daran, dass bei Workshops zur Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im Jahr 2011 der Wunsch nach einem Dorfplatz in Poppenlauer geäußert wurde. Nutzbare Freiflächen gab es kaum, deshalb kaufte die Gemeinde das jetzige Grundstück und ließ das Gebäude, das darauf stand, abbrechen. Der Platz lag einige Jahre brach und wurde nur als Parkplatz oder in der Faschingszeit genutzt, denn Geld für einen Dorfplatz war nicht vorhanden.

Schließlich stieß der Bürgermeister bei der Abteilung Städtebauförderung der Regierung von Unterfranken auf offene Ohren. Der Platz wurde in den Jahresplan 2016 aufgenommen. Bewilligt wurden 231 700 Euro Förderung, das sind 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Einschließlich der Ludwigstraße und der Wasserleitung betrugen die Gesamtkosten 680 000 Euro. Dazu waren weitere 350 000 Euro für die Sanierung der Ludwigsbrücke im Jahr zuvor dazu gekommen.

"Durch die neue Ortsmitte wird Poppenlauer wieder ein deutliches Stück attraktiver", betonte der Bürgermeister. Eine wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik sei es, die Dörfer attraktiv zu gestalten. Die Menschen sollten sich wohl fühlen und bleiben wollen. Der bürgermeister vergaß nicht, dass der Platz mit seiner Grünfläche, seinem Wasserspiel und seinen Sitzbänken ganz auf Höhe der Technik ist und einen Wlan-Hotspot sowie eine Lademöglichkeit für E-Bikes hat.

Ganz dezent wies er darauf hin, dass zwar der Platz abgenommen ist, aber "wir bei der Ludwigstraße noch nicht bei dem Ergebnis sind, dass wir uns erhofft hatten." Er hoffe jedoch, "dass wir das in naher Zukunft so weit haben." Klement dankte den Kindern und Erzieherinnen der Kita Lauerland, dem Musikverein Poppenlauer unter der Leitung von Janina Hock, den Maßbacher Volkstänzern unter der Leitung von Bernd Schraut und dem Obst- und Gartenbauverein Poppenlauer mit Knut Bieber an der Spitze, der sich zusammen mit der Gemeinde um die Bewirtung und Organisation des Festes kümmerte.

"Berlin hat mit dem Potsdamer Platz eine neue Mitte, Poppenlauer mit dem Dorfplatz ebenso. Hier ist es viel gemütlicher", meinte die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD) und hoffte, dass auch in 100 Jahren noch unter diesem Baum gefeiert werden kann.

Der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner (CSU) wünscht sich, dass der Platz die Verwurzelung mit dem Dorf festigt. Er hoffte auf viele Begegnungen in der Zukunft. Die Bezirksrätin Karin Renner (CSU) und die Kreisrätin Adelheid Zimmermann (FDP) wünschten dem Ortsteil Poppenlauer, dass der Dorfplatz und der Baum Treffpunkt für Jung und Alt und Mittelpunkt des Dorfes werden.

Knut Bieber, der Vorsitzende des Gartenbauvereins Poppenlauer, dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dafür, dass zwei Feste zusammen gefeiert werden konnten. Nach dem offiziellen Teil wurde auf dem Dorfplatz noch sehr lange gefeiert - wozu er ja schließlich da ist.