Vor gut einer Woche hat das Abrissunternehmen "Recyclinghof Koob" aus Hildburghausen mit den Abrissarbeiten am ehemaligen Kreiskrankenhaus Bad Königshofen begonnen. Schon hat die Fassade ein großes Loch. Bis zu sechs Wochen sind für die Arbeiten eingeplant. Wer die Arbeiten beobachtet, wird schnell erkennen, dass Juniorchef Johannes Koob oftmals mit Fingerspitzengefühl seine Abrissschaufel steuert.

Wie schon beim Abriss des Sparkassengebäudes vor zwei Jahren werden die Sandsteine im Bauhof der Stadt gelagert. Alle anderen Stoffe kommen auf die entsprechenden Deponien. Neben asbesthaltigen Platten und Zementverkleidungen fand der Gutachter im Altbau, des Übergangs zum Neubau oder im Isolierbau auch künstliche Mineralfasern und jede Menge Müll, Fäkalien und Schimmel.

Nur in Vollschutz-Montur Räume betreten

Die Schimmel-Ausbreitung im Keller des Altbaues, dem ehemaligen Heizungsraum und der Waschküche, war so massiv, dass Arbeiter die Räume nur in Vollschutz-Montur betraten. Die kontaminierten Stoffe wurden auf den Wertstoffhof des Landkreises bei Herbstadt und zur Deponie des Zweckverbandes Abfallwirtschaft nach Zella-Mehlis gebracht. Den Baustellenabfall fahren die Laster zum Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt. Die Kosten für die Entsorgung pendeln sich voraussichtlich für den Altbau bei mehr als 213.000 Euro ein. Wird der Isolierbau abgebrochen, kommen weitere 46.000 Euro dazu.

Problematischer wird der Abriss des Neubaus, vor allem, was die Schadstoffe und die Trennung der in den 1960er Jahren verwendeten Baustoffe betrifft. Hinzu kommt die Entsorgung der mutwillig zerstörten medizinische Geräte, wie ein Röntgengerät, Wärmeschränke, Bildschirme, Beleuchtungskörper, OP-Lampen und vieles mehr. Das Haus wurde ja 2004 geschlossen, danach als Arztpraxis und Notfallambulanz genutzt. In den vergangen Jahren stand es leer. Rowdies hatten dann ganze Arbeit geleistet. Überlegungen für eine Nachnutzung, konkret des Altbaus, verliefen im Sand, so dass letztendlich nur noch der Abbruch anstand.

Nach keine Klarheit über Untergrund

Sind alle drei Gebäude abgerissen, folgen Probebohrungen. Bekanntlich liegt das ehemalige Krankenhausareal in der Schutzzone der Bad Königshofener Heilquellen. Wer den "Neubau " kennt, weiß, dass es hier zwei Kellerbereiche gibt. Der unterste steht seit einigen Jahren unter Wasser. Erst wenn Klarheit über die Beschaffenheit des Untergrundes besteht, wird der genaue Standort des neuen Finanzamtes festgelegt. Dazu plant das Finanzministerium im Herbst einen Architektenwettbewerb, der für ein Jahr angesetzt ist. Der Behörde geht es um Transparenz und Information der Öffentlichkeit.

Der Baubeginn des neuen Finanzamtes dürfte damit frühestens im Frühjahr 2021 sein. Dieser Neubau entsteht in einer U-Form und ist zur Straße hin geöffnet. 50 Arbeitsplätze sind dann für Bad Königshofen vorgesehen.