So hatte der Thriller auch seinen Platz im Altstadtcafè zur Veranstaltung "Lesen und lesen lassen" gefunden, die dort zum letzten Mal stattfand, denn das Altstadtcafé schließt (wir berichteten). Er schlich sich über den Autor Matthias Soeder förmlich mit brechenden Knochen im Matsch einer kenianischen Landstraße in die beeindruckten und ungläubigen Gesichter der Zuhörer. Es war schwere Kost an diesem Abend, in dem trotz Abschiedsschmerz das Heitere den Vorrang errang. Trotzdem, ein Thriller, geschrieben von einem Nüdlinger, war der Break in einem dichten Programm.

Belletristikstudium

Matthias Soeder ist Pilot. Er steuert Frachtflugzeuge weltweit umher. Die Erfahrungen, die er dabei machte sowie die Beobachtungen und Erlebnisse, denen er sich nicht verschloss, wollte er schon vor langer Zeit in einem Roman verarbeiten, erzählte er am Leseabend. Das das nicht so einfach war, wie er sich das vorstellte, merkte er nach den ersten 60 geschriebenen Seiten. Er absolvierte ein Belletristikstudium - sowas gibt es - und nach zwei Jahren fühlte er sich fit genug für eine neue Herausforderung. Es sollten aber noch einige Jahre mit intensivem Recherchieren und Umschreiben vergehen bis er im Herbst 2017 das fertige Werk der Öffentlichkeit überlassen konnte.

"Herzschlag der Gewalt" heißt der Thriller. (ISBN 3000508767) Die Zutaten kennen alle, die solche Bücher lieben. Es sind die unglaublichen Varianten, die Spannung erzeugen. Matthias Soeder weiß politische Fakten mit der schriftstellerischen Freiheit zu verbinden und der Leser findet durchaus Autobiografisches. Im Altstadtcafè hat der Nüdlinger Aufmerksamkeit erregt. Ein wenig Grusel bereichert den Humor.