"Da, schau mal, die alte Bandschleifmaschine, mit der ich schon gearbeitet habe, ist sogar noch da" - ansonsten aber standen die Besucher in der Werkshalle der Münnerstädter Maschinenbau GmbH nur vor hochmodernen, elektronisch gesteuerten Maschinen. Die Besucher, das waren frühere Lehrlinge, die der damalige Firmeninhaber Kurt Löwinger vor genau 50 Jahren als Lehrlinge eingestellt hatte. Die jetzt schon etwas älteren Herren haben all die Jahre Kontakt untereinander gehalten. "Unser letztes Treffen war vor 25 Jahren" erzählt Herbert Waldherr, der heute in Garitz wohnt und das Treffen organisierte. Doch 25 Jahre wollen sie bis zum nächsten Treffen nicht warten, "in fünf Jahren treffen wir uns wieder." Renate Löwinger, die Witwe von Kurt Löwinger, war auch beim Treffen dabei und erzählte "die meisten Lehrlinge, die wir eingestellt haben, kamen aus den Gemeinden rund um Münnerstadt, aus der Stadt selbst waren es nicht so viele."
1967, als die jungen Burschen ihre Lehre bei der Löwinger GmbH (heute Münnerstädter Maschinenbau GmbH bzw. Hilgenberg GmbH) antraten, herrschte in Deutschland die erste Rezession. "Da waren wir alle heilfroh, dass wir eine Lehrstelle gefunden haben", sagt Herbert Waldherr. Er blieb übrigens bis 1972 bei Löwinger, dann wechselte er zu FAG nach Schweinfurt. Hans Heer blieb viel länger, insgesamt 36 Jahre. Die letzten 30 Jahre war er Meister. "Warum nach Schweinfurt gehen, wenn man so nahe am Wohnort arbeiten kann?", meint der Münnerstädter. Was sagt er zu all den modernen Maschinen? "Damit muss man aufgewachsen sein, uns sagt das nichts." Ein Kollege von ihm blieb über 30 Jahre dabei. Werner Heuchler aus Maßbach, bekannt als Mitglied des Marktgemeinderates, hat auch eine Lehre bei Löwinger alsolviert. Danach war er noch ein halbes Jahr bei der FAG in Schweinfurt und wechselte dann zur Polizei. Vor vier Jahren ging er dort in den Ruhestand.
Fünf der Lehrlinge sind in Münnerstadt und der nächsten Umgebung geblieben. Günter Borst hat es bis nach München verschlagen. Zum Programm des Treffens gehörte auch ein Besuch auf dem Friedhof. Dort legten die früheren Lehrlinge am Grab ihres früheren Lehrherrn Kurt Löwinger ein Gesteck nieder. Nach einem gemeinsamen Essen ging es in Richtung Heimat mit dem Versprechen, sich in fünf Jahren wieder zu sehen.