Jetzt soll das Hallenbad in eine Gesamtkonzeption für die Umgestaltung des Karlsberges im Bereich Hallenbad, Berufsbildungszentrums und ehemaliger Landwirtschaftsschule sowie Sportzentrum einbezogen werden.Die Verwaltung soll mit der Regierung von Unterfranken und dem Sanierungsbeauftragten Gespräche anstehen, wie das Gebiet städtebaulich entwickelt werden kann und welche Fördermöglichkeiten es innerhalb des Stadtumbaus West dafür geben wird.

Der Stadtrat folgte damit einem Vorschlag von 2. Bürgermeister Norbert Reiter (CSU) und nicht dem von Bürgermeister Helmut Blank (CSU) vorbereiteten Vorschlag, eine Ausschreibung für den Verkauf des Hallenbades vorzunehmen.

Zwei Kaufangebote für das alte Hallenbad

Konkreter Anlass für die Behandlung dieses Themas waren zwei Kaufangebote zum Hallenbad. Eines umfasste die Höhe von 499 Euro, für das andere lag nur ein pauschales Kaufangebot, ohne Preisvorstellung vor. Beim ersten Angebot wäre ein Abbruch des Bades und eine anderweitige Nutzung das Ziel gewesen. Blank erläuterte dazu, dass die Rechtsaufsicht des Landratsamtes die Empfehlung gegeben habe, das Hallenbad zum Verkauf auszuschreiben, um nicht den Eindruck zu erwecken, dieses Grundstück werde verschleudert.

Allerdings machte Norbert Reiter dem Bürgermeister einen Strich durch seine Rechnung und brachte eine völlig neue Variante auf den Tisch. Reiter betonte zwar, dass der Betrieb des Hallenbades aus städtischer Sicht nicht realisierbar ist. Er meinte aber, man dürfe das Hallenbad nicht isoliert sehen, nachdem mittelfristig die Stadt auch das freiwerdende Gebäude des Berufsbildungszentrums und der ehemaligen Landwirtschaftsschule in diesem Umfeld übernehmen wird und zudem die Sanierung des Sportzentrums geplant sei.

"Das Hallenbad ist ein ganz wichtiges Grundstück für die Entwicklung", argumentierte Reiter. Deshalb sollte
man es nicht aus der Hand geben. Reiter plädierte für ein städtebauliches Entwicklungskonzept mit Einbindung in den Stadtumbau West. "Die Zeit haben wir dafür". Es sei eine einmalige Möglichkeit, diese Flächen neu zu gestalten. Ein Heizkraftwerk wäre dort denkbar, meinte Reiter, um eine Vorstellung zu geben, was machbar wäre. Aber es gebe sicherlich noch andere Möglichkeiten, ergänzte er.

Grundstück erst einmal ausschreiben?

Markus Müller (Forum aktiv) fragte nach, ob mit einem solchen Konzept grundsätzlich eine Chance fürs Hallenbad besteht. Diese Frage wurde zumindest nicht verneint. Kritisch äußerte sich Johannes Pfennig (CSU) zum Vorschlag Reiters. Ihn störte die Tatsache, dass dazu schon wieder neue Konzepte und Gutachten gefordert werden Er war vielmehr für eine Ausschreibung und den folgenden Verkauf, um die Sache vom Tisch zu haben. Markus Müller warf die Frage auf, ob die Stadt überhaupt im Zugzwang ist, um eine solche grundsätzliche Entscheidung zu treffen. Er fragte nach, ob es möglich sei, das Hallenbad und Grundstück nicht erst einmal zum Verkauf auszuschreiben, um zu sehen, ob was geht.
Norbert Reiter meinte, das sei rechtlich zwar möglich, aus moralischer Sicht aber eher zweifelhaft. "Wir sollten wissen, was wir wollen". Letztendlich fiel die Entscheidung mit Mehrheit, das Hallenbad nicht zu veräußern.