Die Vertreter des Bürgerbadvereins und der Stadt Münnerstadt werden sich am Montag, 4. November, zu einem Abstimmungsgespräch treffen. Nähere Einzelheiten dazu gibt es nicht. Vorsitzender Wolfgang Blümlein und 2. Vorsitzender Peter Hirschbrunn wundern sich allerdings, dass auch Notar Markus Roßmann geladen ist. Beide gehen nicht davon aus, dass es zu irgendwelchen Vertragsabschlüssen kommen soll. Notar Markus Roßmann teilt mit, er sei lediglich als ortsansässiger Notar geladen. Mehr weiß er zum Gesprächsablauf nicht.

Hirschbrunn und Blümlein werden zu dieser Zusammenkunft gehen, auch wenn sie momentan wenig Chancen sehen, dass der Verein mit dem jetzigen Stadtrat noch eine gemeinsame Formel für die Rettung des Hallenbades finden wird. Peter Hirschbrunn macht klar, dass der Bürgerbadverein weiter an eine Zukunft für das Hallenbad glaubt. Das Konzept, das der Verein für den Betrieb eines Bürgerbads erstellt hat, habe Gültigkeit, so Vorsitzender Wolfgang Blümlein. Das Hallenbad könne über eine Genossenschaft betrieben werde.

Allerdings betonen beide, dass der Verein die Generalsanierung nicht stemmen könne. Deshalb werde der Verein das Hallenbad auch nicht für einen Euro. "Mit einer Ruine für einen Euro können wir nichts anfangen", meint Hirschbrunn. Er verweist darauf, dass die von der Regierung für Unterfranken in Aussicht gestellten Fördermittel in Höhe von 80 Prozent nur von der Stadt beantragt und abgerufen werden können. Wenn der Verein das Gebäude für einen Euro übernimmt, bekäme er nichts.

Obgleich Hirschbrunn von einer Ruine spricht, betonen Wolfgang Blümlein und Peter Hirschbrunn, dass die Bausubstanz des Hallenbades hervorragend sei. Investitionen erfordere vor allem die Haustechnik. Beide glauben, dass die veranschlagten Sanierungskosten von 2,5 Millionen Euro realistisch sind. Statt einen - von ihnen geschätzten - 200 000 Euro teuren Abbruch zu finanzieren, sollte man das Geld in das Hallenbad investieren. Mit Unverständnis reagieren beide auf die Entscheidung des Stadtrates, dass plötzlich die Sanierung der Mehrzweckhalle geplant ist und es dafür bei gleicher Investitionssumme nur 40 Prozent Zuschüsse gebe.

Eine wirkliche Wende in der Hallenbadfrage erwarten sich die beiden Hallenbad-Kämpfer erst nach der Kommunalwahl im Frühjahr 2014. Es müssten ein paar junge Leute mit Kindern in den Stadtrat gewählt werden", meint Peter Hirschbrunn. Und dass sie beide mit Helmut Blank ihre Schwierigkeiten haben - auch daraus machen sie keine Hehl. Sie vermissen Transparenz und ehrliche Bereitschaft zur Kooperation. In der ersten Versammlung des Bürgerbadvereins habe Blank die Sanierung noch gestützt, meint Blümlein. Er und sein Mitstreiter Hirschbrunn legen auch eine Zeitungs-Anzeige aus dem Wahlkampf 2008 vor, in der Blank mit einem von ihm vorbereiteten Sanierungskonzept für das Hallenbad wirbt. Dieses Konzept vermissen sie. Im Kampf um das Hallenbad wollen sich Wolfgang Blümlein und Peter Hirschbrunn nicht geschlagen gegen. Der Mediziner Hirschbrunn betont, dass es ihm darum gehe, dass Kinder das Schwimmen lernen.

Details zum geplanten Abstimmungsgespräch gibt Bürgermeister Helmut Blank auf Anfrage dieser Zeitung nicht bekannt. Er betont, dass dieses Treffen vertraulich sein soll, um wieder eine sachliche Gesprächsebene zu finden.
Helmut Blank lässt aber keinen Zweifel daran, dass sich die städtische Position kaum bewegen wird. Der Stadtrat habe sich entschieden, die Mehrzweckhalle zu sanieren. "Ich bin kein Goldesel", ist sein Kommentar, was zusätzliche Investitionen für das Hallenbad betrifft. Wenn es eine Mehrheit für das Hallenbad geben sollte, gehe diese nur über eine Grundsteuererhöhung.

Bei den Bürgerbad-Vorsitzenden bleibt die Frage unbeantwortet, ob und auf welche kommunalen Leistungen sie bei einer Generalsanierung des Hallenbades verzichten würden.