"So groß war das noch nie", sagt der stellvertretende Gesamtleiter von Maria Bildhausen, Michael Nowotny. Cheforganisator Rainer Ludwig, Gruppenleiter in den Werkstätten für Menschen mit Betreuungsbedarf, hat bei der fünften Auflage noch eins drauf gesetzt. Vieles, was die Tausende Besucher in den letzten Jahren begeistert hat, wird wieder da sein. Und es wird auch viel Neues zu entdecken geben. Allein 50 Lagergruppen aus den verschiedenen Epochen mit rund 450 Teilnehmern sind über sämtliche Grünflächen der weitläufigen Klosteranlage verstreut.

Im Jahr 2013 hatten sich die Verantwortlichen in Maria Bildhausen erstmals dazu entschlossen, in den alten Mauern das Mittelalter wieder auferstehen zu lassen. Damit es sich in den Köpfen der Leute festigt, folgte 2014 die zweite Auflage. "Damals haben wir es um eine Woche verschoben", sagt Michael Nowotny. Die Veranstalter wollten nicht mit den Botenlauben Festspielen in Bad Kissingen-Reiterwiesen kollidieren. Das findet alle zwei Jahre an den geraden Jahren statt. 2015 gab es dann das dritte Forum Cistercium. Seither gilt die Regelung, das Spektakel immer im Wechsel mit den Botenlauben Festspielen zu veranstalten, also an den ungeraden Jahren, immer am Wochenende nach Schulbeginn. Nach 2017 startet nun schon die fünfte Auflage und dieses kleine Jubiläum soll besonders gefeiert werden.

Zu so einem Fest gehört natürlich ein mittelalterlicher Markt. Der wird am Samstag vom 14 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet haben. Dazu gibt es verschiedene Handwerksvorführungen. Neben einem Steinmetz, Keramiker, Zimmermännern, Brettchenweber werden diesmal neu ein Knochenschnitzer und ein Glasperlenwickler dabei sein. Händler aus den verschiedenesten Bereichen bieten mittelalterlichen Schmuck, Holzwaren, Felle, Stoffe und vieles mehr an.

Damit die Besucher einen umfassenden Einblick in das Leben im Mittelalter bekommen, haben die Veranstalter den Thulbaer Bauernhaufen eingeladen. Die Darsteller werden die "Zehntabgabe" am Samstag ab 16 Uhr und am Sonntag ab 14.30 Uhr sowie den "Klostersturm" am Samstag ab 18.30 Uhr und am Sonntag ab 16 Uhr aufführen. Bei der Zahntabgabe erhält der Zuschauer tiefe Einblicke in das damalige Leben der Bauern und des Lehensherren. Bei bis zu zwölf realitätsnahen Szenen, versuchen die Bauern ihren Amtmann zu hintergehen, um so den Zins zu senken.

Der Burg- oder Klostersturm stellt einen weiteren Höhepunkt der Aufführungen des Thulbaer Bauernhaufens oder besser des Thulbaer Bauernkriegshaufens dar. Nachdem die Abgaben für die Bauern unerträglich wurden, kommt es schließlich zum Aufstand. Wie in den Jahren 1524 und 1525 rotten sich die Bauern am Kloster zusammen und erstürmen dieses. Dabei wird ein mitgebrachtes Tor zerstört. Zum Einsatz kommen Geschütz, Rammbock, Holzleitern, Fackeln und originalgetreue Waffen, die die Bauern damals mit sich führten.

Die Gruppe Meli Melo aus Nürnberg wird wieder an beiden Tagen Gaukelei bieten. Die Mitglieder veranstalten am Samstag um 21.30 Uhr eine Feuershow. Zuvor, ab 21 Uhr, werden die Akteure und Mitglieder der Lagergruppen in einem großen Fackelzug über das Gelände ziehen.

Natürlich ist auch wieder an die Kinder gedacht worden. Das Puppentheater "Der Kistler und sein Weib" aus Regensburg ist dabei. Die beiden bringen diesmal auch ihren Holzwurmcirkus mit. Märchenerzählerin Petra Möslein wird im Bienenhaus die Kinder unterhalten, am Samstagabend aber auch ein frivoles Märchen für Erwachsene erzählen.

Nicht fehlen darf beim Forum Cistercium die mittelalterliche Musik. "Schattenschweif" und "Gugelhupf" unterhalten das Publikum auf der Haupt- und der Händlerbühne. "Peter der Barde" spielt derweil in der historischen Brauerei des Klosters schottische und irische Musik.

Zu einem mittelalterliches Fest gehört auch die richtige Verköstigung. "Met Amensis" ist mit Met und alkoholfreien Getränken dabei, in "Heikos Schmaushaus" gibt es Laugenspeis mit Gemüse, Putenfleisch und Gemüsesuppe, das "Kartoffelhaus" ist dabei, auch die Metzgerei Glasauer und der Pächter der Kaffeerösterei im Kloster, Rainer Bühner wird einen Kaffeetrunk auf dem offenen Feuer zubereiten. Und das ist längst nicht alles.

Weil das Programm sehr umfangreich ist und das Gelände recht groß, haben die Verantwortlichen wieder einen Herold eingeladen. "Carolan der Verkünder" wird den Besuchern den rechten Weg weisen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Programmpunkten gibt es hier.