Johannes Wegner muss immer wieder einmal grinsen. Er weiß natürlich, wie viel über die chinesischen Steine gelästert wurde. Das Grinsen verrät aber auch die Freude des Maßbacher Bürgermeisters (Für Bürger und Umwelt), dass der Marktplatz doch noch in seiner Amtszeit fertig geworden ist, die ja am 30. April endet. Und er freut sich sogar darüber, dass er Unrecht hatte. "Wenn die Steine kommen, dann kommt der Winter", hatte er immer wieder prognostiziert. Die Steine kamen - der Winter blieb aus. Sonst wäre der Marktplatz am Freitag auch nicht fertig geworden. "Da hat es Petrus oder der liebe Gott gut mit mir gemeint", meint er.

"Wieso habt ihr die Steine in China bestellt?" Johannes Wegner weiß nicht, wie oft er diese Frage gehört und gebetsmühlenartig beantwortet hat: "Wir haben sie doch nicht bestellt, sie waren Bestandteil der Ausschreibung."

Weiter Weg von China

Nachdem sich der Gemeinderat zertifizieren lassen hatte, dass die Steine nicht aus Kinderarbeit stammen, bekam der günstigste Anbieter den Zuschlag für den Ausbau. Ende Juli letzten Jahres wurde aber klar, dass so viele Steine fehlerhaft oder beim Transport beschädigt worden waren, dass nachbestellt werden musste. Das Problem bei Steinen aus China ist aber nun einmal, dass sie eine Weile unterwegs sind, eine ganze Weile sogar. Im November blieb nichts anderes übrig, als die Arbeiten einzustellen. Am Tag, nachdem die Arbeiten stillgelegt worden waren, hat es ein Autofahrer geschafft, von einer Stelle aus auf den Marktplatz zu fahren, bei der niemand damit gerechnet hatte, dass überhaupt ein Auto durchpasst. Dabei nahm eine Stufe des Gasthauses Krone Schaden, erinnert sich Johannes Wegner.

Zu Weihnachten sind dann die fehlenden Steine in Antwerpen angekommen und ein paar Tage später auch in Maßbach. Und nun wird das Kapitel tatsächlich geschlossen.

Bei der Vorstellung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im Jahr 2001 konnte zwischen mehreren Varianten gewählt werden, so der Bürgermeister. Man habe sich für nur einen Baum entschieden, wie es auch früher war. "Es gibt alte Bilder vom Marktplatz, da hat in der Mitte eine Linde gestanden." Der Gitterrost des neu gepflanzten Baumes trägt jetzt die Namen der vier Ortsteile der Marktgemeinde: Maßbach, Poppenlauer, Volkershausen und Weichtungen.

Die Einweihung des Marktplatzes sollte zum ersten Marktsonntag am 30. März erfolgen. Johannes Wegner will aber noch einmal mit dem Gemeinderat und Vertretern des Gewerbevereins reden. Er würde sich eine Einweihung am Samstag, 29. März, wünschen.

Johannes Wegner geht auch davon aus, dass die neuen Besitzer des lange Zeit leer stehenden Gasthauses Krone den Marktplatz mit bewirtschaften. "Weil wir den Marktplatz mit der Neugestaltung ein Stück weit beleben wollten und wollen", betont er.