Tizian Gebert ist ab sofort für ein Jahr Mitglied der renommierten Deutschen physikalischen Gesellschaft. Doch wie kommt ein 18-jähriger Abiturient des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums zu dieser Ehre?

Gebert erreichte beim Abitur im Fach Physik mündlich die Höchstpunktzahl, ebenso in Mathematik. Mit der Gesamtnote 1,1 ist der junge Münnerstädter bester Abiturient seines Jahrgangs. Dafür bekam er neben dem obligatorischen Preis des Fördervereins die kostenlose
Mitgliedschaft in der physikalischen Gesellschaft und von dieser auch das Buch "Physikalische Spielereien".

Doch Gebert ist nicht nur ein absolutes Ass in Physik und Mathematik, sondern auch in Latein. Er hat ein sehr gutes Latein-Abitur gemacht und sich beim Landeswettbewerb Alte Sprachen gut gehalten und bekam dafür eine goldene Nadel.

"Sie ist praktisch anwendbar", antwortet Gebert auf die Frage, was ihn an Physik fasziniert. Sein Interesse gilt besonders der Radioaktivität. Das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium sei in dieser Richtung recht gut ausgestattet.

Gebert studiert allerdings nicht Physik, sondern Energie- und Gebäudetechnik in München. "Da ist viel Physik und Wärmelehre mit dabei und meine Mathematik brauche ich da auch", erklärt er.
Erst kürzlich machte Gebert Schlagzeilen in der Zeitung: "Münnerstädter Abiturient vermarktet Geschäftsidee ums stille Örtchen", hieß es da. Der Sohn von Udo Gebert, dem Inhaber des Heizungs- und Installationsfachbetriebs Gebert-Bäder und Wärme, hat ein Gewerbe angemeldet, um VIP-Toilettenwagen zu vermieten. Ein Einser-Abiturient und Jungunternehmer braucht natürlich einen Ausgleich. Er spielt Tennis.

Gebert ist einer von 72 Abiturienten, die am Samstag im Event- und Messezentrum Gleis 13 in Niederlauer unter dem Motto "Abivengers 2018 - wahre Helden wissen, wann sie gehen müssen" verabschiedet wurden. "Ihr werdet nun aus dem Trainingszentrum für Superhelden entlassen", sagte Oberstudienrätin Ulrike Wagner-Kubitza. "Ihr wart ein interessierter, humorvoller und kreativer Jahrgang", bescheinigte sie den jungen Damen und Herren.

Bürgermeister Helmut Blank (CSU) gratulierte den Abiturienten zu ihrem Erfolg. Eltern und Lehrer hätten ihnen mit Rat und Tat zur Seite gestanden und sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden geleitet. "Sie wissen, dass sie längst nicht ausgelernt haben - dass sie vielmehr an einem neuen Anfang stehen", sagte Blank und wünschte: "Haben Sie Mut und Vertrauen zu ihrem Kurs, ganz gleich wie spiegelglatt oder stürmisch er ist."

Stellvertretender Landrat Emil Müller (CSU) gratulierte zum bestandenen Abitur und betonte, dass diese Generation einmal die Verantwortung im Land übernehmen müsse. Gisela Haub und Gisela Schuhmann gaben für den Elternbeirat den Abiturienten den Rat mit: "Bleibt euer Leben lang wahre Helden." Jetzt müsse jeder seinen eigenen Weg gehen.

Schulleiter Joachim Schwigon sagte in seiner humorvollen Rede: "Den meisten von euch ist der Erfolg sicher nicht einfach so zugeflogen." Die Hauptarbeit bestehe im Denken. Denken können könne man lernen. "Zu wenig konzentrieren wir uns auf die Frage nach dem Sinn. Dabei könnte gerade dieser ein Schlüssel für ein friedliches, konstruktives Miteinander sein" erklärte er.

Max Birkelbach und Sophie Süssner als Sprecher der "Abivengers" erinnerten nicht nur daran, dass ihr Weg gepflastert war mit chemischen Formeln, englischer Grammatik oder Physik, sondern dankten auch ihrer Oberstufenkoordinatorin Ulrike Wagner-Kubitza für die "ewige Geduld".

Der Förderverein und die Eltern zeichneten die erfolgreichsten und engagiertesten Abiturienten mit gespendeten Preisen und mit Medaillen aus. "Ihr habt euch vor acht oder mehr Jahren für das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium entschieden, das war eine gute Wahl", sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Christian Stoßberg. Preise des Fördervereins gingen an Tizian Gebert (Note 1,1), Max Birkelbach (Note 1,2), Maria Braun (Note 1,2), Konstantin Schenk (Note 1,2) und Joshua Scheuplein (Note 1,2). Außerdem gab es Buchpreise, Anerkennungen und Medaillen für Jan Müller, Nina Neumayr, Sarah Wiehte, Nicole Beidel, Anna Hein, Sophie Süssner, Lionel Heilmann, Hanna Sperlich, Henri Katzenberger und David Bohnenschuh.

Der Elternbeirat zeichnete Nina Alexa Bartenstein, Raphael Böhnlein, Theresa Glas, Judith Hanshans, Felix Haub, Alice Hilfer, Kilian Jira, Isabell Kiesel, Antonia Kopp, Lea Krickel, Lorenz Mangold, Marie Poppe,
Julia Ziegler und Melina Zehe aus.