Weil es durch die Bauarbeiten an den Windrädern auf dem Schindberg immer wieder einmal Geschwindigkeitsbegrenzungen gegeben hat, sind wohl viele Autofahrer davon ausgegangen, dass das neue Schild aus einem ähnlichen Grund aufgestellt worden ist. Aber das ist nicht der Fall. "Das Schild ist fest montiert", sagt Timo Hildmann, der fast jeden Tag auf dieser Strecke unterwegs ist. "Das bleibt jetzt erst einmal so", bestätigt Lothar Manger, zuständig für den Verkehr bei der Polizeiinspektion Bad Kissingen.

Schon ein ganzes Stück vor der Abbiegung der B 287 nach Nüdlingen ist auf dem Schindberg aus Richtung Münnerstadt kommend das Tempo-70-Schild aufgestellt worden. Wer weiter in Richtung Schweinfurt fährt, muss sich noch bis zum Anstieg vor dem so genannten Langen Schiff an die reduzierte Geschwindigkeit halten. In der Gegenrichtung ist alles beim Alten geblieben. Da dürfen bis zu 100 Stundenkilometer gefahren werden.

Der Grund für die Beschränkung ist einfach: Die Polizei ordnet diese Einmündung als Unfallhäufungsstelle ein. Das bezieht sich vor allem auf die Jahre 2014 bis 2017. "Zur Verminderung der Folgen und zur Verhütung von Unfällen ist die Geschwindigkeit reduziert worden", sagt Lothar Manger. Unfallverursacher sind meist Fahrzeugführer, die aus Richtung Schweinfurt kommend nach links in Richtung Nüdlingen abbiegen wollen als auch Autofahrer, die von Nüdlingen kommend nach links in Richtung Münnerstadt abbiegen wollen. In beiden Fällen kollidieren die Fahrzeuge mit Autos, die von Münnerstadt nach Schweinfurt unterwegs. Weil die nur noch Tempo 70 fahren dürfen, erhofft sich die Polizei, dass es nicht mehr kracht und wenn, nicht mehr so schwer.

Der Grund, warum es an der so genannten Pyramide so oft zu Unfällen kommt, kann Lothar Manger nach wie vor nicht nachvollziehen. "Wir haben sogar eine Videokamera aufgestellt", sagt er. So sollte das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beobachtet werden, aber wirkliche Erkenntnisse hat das auch nicht gebracht. Lothar Manger hat die Situation der Linksabbieger einmal mit einem Kaninchen verglichen, das die Schlange (Autofahrer aus Richtung Münnerstadt) zwar sieht, die Gefahr aber nicht erkennt, was den Beamten ein Rätsel ist.

Der Verkehrsexperte verweist auf die Einmündung der B 286 in die B 19 bei Oerlenbach. Das sei exakt die gleiche Verkehrssituation, nur gibt es dort keine Unfälle.

Timo Hildmann hat schon beobachtet, dass die Polizei in der neuen Tempo-70-Zone an der Münnerstädter Pyramide eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt hat. Auch das bestätigt Lothar Manger. Mit der Laserpistole haben die Beamten nach Rasern gesucht. Damit müssen Verkehrsteilnehmer nun immer rechnen.

Ein Stück weiter, Richtung Münnerstadt, in der so genannten Bienenhauskurve, ist die Geschwindigkeit schrittweise von 100 auf 80 und dann auf 60 Stundenkilometer herabgesetzt worden. Auch dort hatte es immer wieder Unfälle gegeben. Obwohl der Belag erneuert wurde, wird es vorerst bei dieser Reduzierung bleiben. Diese gilt nur in Richtung Münnerstadt.