Für Diskussionen sorgte in der Rannunger Gemeinderatssitzung die mögliche Errichtung einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge am Rathaus. Dies hatte die Bayernwerk Netz GmbH der Gemeinde vorgeschlagen. Liefern, Aufstellen und Anschließen sollten die Gemeinde 12.372 Euro kosten. Weiterhin wurde angeboten, dass die Firma Charge-ON, ein Tochterunternehmen des Bayernwerks, die Ladesäule betreibt. Dafür sollte die Gemeinde jährlich weitere 828 Euro bezahlen. Aus dem Verkaufserlös für die Energie hätte die Gemeinde einen Anteil von zehn Prozent bekommen.

Doch daraus wird zumindest vorläufig nichts, das Vorhaben wird zurückgestellt. Zunächst sollte nur eine Säule aufgestellt werden, so Bürgermeister Fridolin Zehner zu Beginn der Diskussion, um damit den tatsächlichen Bedarf zu testen. Die Technik für den Anschluss einer zweiten Säule sollte aber mit eingeplant werden. "Das ist viel Geld, ich bin nicht überzeugt, dass wir das brauchen. Die Wartung ist viel zu teuer", kritisierte Gemeinderat Wolfgang Röder zu Beginn der Diskussion. Gemeinderat Rudolf Berninger (CSU) ergänzte, "ein Rannunger wird hier nicht laden, da der Strom hier teurer als daheim ist. Auch von der Autobahn kommen sie nicht extra hierhergefahren."

Angebot wird zurückgestellt

Der Bürgermeister räumte ein, dass die Lage der geplanten Ladesäule nicht ideal sei. Gemeinderat Johannes Beck (CSU) wollte wissen, ob die Ladesäule nötig wäre für das Punktekonto im Eler-Programm (europäischer Landwirtschaftsfonds für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums). "Wir haben mehr als genug Punkte", meinte Bürgermeister Zehner. Deshalb wurde das Angebot des Bayernwerks erst einmal zurückgestellt.

Urnenfeld erweitern

Das Urnenfeld auf dem Rannunger Friedhof soll um fünf Grabplätze erweitert werden, hatte der Gemeinderat in einer früheren Sitzung beschlossen. Doch der dafür vorgesehene Standort links von dem bestehenden Feld, der mit Pflöcken deutlich sichtbar abgesteckt ist, gefällt nicht allen Bürgern, teilte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mit.

Er schlug deshalb vor, den alten Beschluss aufzuheben und drei Plätze für Urnen auf der linken und zwei auf der rechten Seite des jetzigen Urnenfeldes auszuweisen. Dem stimmten sieben Gemeinderäte zu, zwei waren dagegen.

Jagdgenossenschaft soll mitzahlen

Einstimmig genehmigte der Gemeinderat die Auftragsvergabe für das Abfräsen von Banketten entlang befestigter Flurwege auf der Gemarkung Rannungen. Den Auftrag bekam der Maschinenring Rhön-Spessart-Main. Die Kosten liegen bei 120 Euro pro Kilometer. Dazu kommt eine An- und Abfahrtspauschale von 170 Euro. Die Jagdgenossenschaft Rannungen soll aufgefordert werden, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Der TSV Rannungen bekommt auf seine Wasserrechnung im Jahr 2018 Uhr in Höhe von 7048 Euro einen Nachlass von 1000 Euro, beschloss der Gemeinderat einstimmig. In diesem trockenen Jahr hatte der Verein für die Bewässerung des Sportplatzes 4018 Kubikmeter Wasser verbraucht, im Jahr zuvor waren es nur 1558 gewesen. Man solle den Sportverein "zum Sparen animieren", meinte Joachim Gemeinderat Joachim Weigand (CSU). "Maximal 2000 Euro Nachlass", schlug Rudolf Berninger vor. Dem stimmten drei Gemeinderäte zu, aber sechs waren dagegen. Einstimmig wurde der Vorschlag angenommen, dem TSV 1000 Euro Nachlass zu gewähren.

Kompromiss für Caritas-Zuschuss

Der Caritasverband Bad Kissingen hatte zur Förderung der Sozialstation Bad Kissingen einen Zuschussantrag in Höhe von 50 Cent pro Einwohner gestellt. Im Jahr 2018 hatte die Gemeinde 500 Euro gewährt. "0,30 Euro pro Einwohner tun es auch. Es gilt, in den nächsten Jahren aufs Geld zu schauen", meinte Bürgermeister Zehner. Wolfgang Röder schlug als Kompromiss 400 Euro Zuschuss für die Caritas vor. Dieser Vorschlag wurde mit fünf gegen vier Stimmen angenommen.

Vertretung der Quartiermanagerin

In der Sitzung stellte sich Volker Elsner (48) aus Stadtlauringen den Gemeinderäten vor. Er wird in den nächsten Monaten Quartiermanagerin Nathalie Langer vertreten, die am 1. September ihren Mutterschaftsurlaub angetreten hat. Nach einer Ausbildung als Kommunikationselektroniker studierte er Sozialpädagogik. Er betonte, dass er unter anderem Erfahrungen hat in Familienhilfe. Er arbeitet auch als freiberuflicher Personalentwickler. Als Mitbegründer des Schweinfurter-Oberland-Kurier vor 13 Jahren hat er schon lange Bezug zu Rannungen. Er sieht seine Aufgabe vor allem darin, laufende oder geplante Projekte wie Tagespflege, Kinderspielplatz auf dem Johannisberg oder Einkaufsservice fortzuführen. Zum Bundesteilhabegesetz, das am 1. Januar 2020 in Kraft tritt, plant er eine Informationsveranstaltung.