Elf Stadtteile - elf Feuerwehren, dazu noch eine Löschgruppe in Maria Bildhausen. Dass jedes Dorf seine eigene Feuerwehr hat, ist seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Aber damit könnte es bald vorbei sein. Möglicherweise werden am Samstag die Weichen für die Zusammenlegung der Windheimer und der Reichenbacher Feuerwehren gestellt. Ist das ein neuer Trend, der bald noch mehr Wehren im Stadtgebiet erfassen wird? Wohl eher nicht. Und Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dämpft jegliche Hoffnungen, dass sich dies positiv auf die Finanzen der Stadt auswirken könnte. "Einsparungen wird es nicht geben", sagt er.

Seniorenheim im Ort

Der Grund: "In Windheim haben wir ein großes Seniorenheim, da muss die Stadt Münnerstadt ihre Pflichten erfüllen", erklärt das Stadtoberhaupt. Deshalb wird das Tragkraftspritzenfahrzeug der Windheimer Wehr dort bleiben, wo es ist. Feuerwehrleute, die es bedienen können, sind ja ohnehin genug vorhanden, es mangelt lediglich an einem Kommandanten und einem Stellvertreter. Schon seit einem Jahr ist der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Reichenbach, Manuel Gessner, auch für Windheim zuständig.
Als Grund für den Führungsmangel in Reichenbach nennt Helmut Blank den gleichen, der auch anderen Wehren Probleme beschert. Die Wehrleute arbeiten außerhalb oder studieren und sind tagsüber bzw. in der Woche nicht da. "Deshalb haben wir ja auch verstärkt Feuerwehrdienstleistende im Bauhof eingestellt", erklärt das Stadtoberhaupt mit dem Hinweis, dass der neue Kommandant der Münnerstädter Wehr, Robert Müller, Werkstattleiter im Bauhof ist.

Kein wirtschaftlicher Vorteil

Der Gesetzgeber verlange eine Zusammenlegung, wenn sich keine Führungskräfte finden, erläutert Helmut Blank. Sollte sie kommen, werde sie nicht dauerhaft sein, ist er sich sicher. "Ich sehe in der Zusammenlegung keinen wirtschaftlichen Vorteil", sagt er. "Dafür müsste man die Dienststelle auflösen." Aber: "Ich brauche eine Wehr vor Ort." Denn nicht nur für den Brandschutz seien die Wehrleute wichtig, auch für Absperrungen beispielsweise bei Prozessionen seien sie gefragt. Eine Feuerwehr sei extrem wichtig für das dörfliche Leben.
"Man kann das nicht verlängern", erklärt 2. Bürgermeister Michael Kastl (CSU) mit Blick auf den "Notkommandanten". Er leitet das Verfahren und wird auch der Sitzung am kommenden Samstag vorsitzen. Wenn man sicher in einem halben Jahr einen neuen Kommandanten hätte, könnte man noch einmal über eine Übergangsfrist reden. Noch hat Michael Kastl die Hoffnung nicht aufgegeben. "In Windheim haben sie ja genug aktive Leute", sagt er. Die Lösung mit der Zusammenlegung hält er für nicht wünschenswert.

Löschgruppe bleibt

Michael Kastl pflichtet dem Bürgermeister bei, dass sich Geld nicht einsparen lässt. Eine Löschgruppe bleibe nach wie vor erhalten, die bei einem Brand mit der vorhandenen Technik voll einsatzfähig ist. Ein rein formeller Akt sei die Zusammenlegung aber auch nicht. Das habe schon Folgen. Beispielsweise müsste eine gemeinsame Versammlung der Wehren stattfinden, bei der dann wieder ein Kommandant gewählt werden muss.
"Ich setzte auf die Jugend", sagt Björn Hein, Schriftführer bei der Windheimer Feuerwehr. Es gebe sehr engagierte junge Leute, die nun aber erst einmal einen Gruppenführer-Lehrgang absolvieren. Björn Hein ist zuversichtlich, dass bald ein Kommandanten-Lehrgang folgen wird.

Auf Zeit spielen

"Eine Zusammenlegung wäre in der jetzigen Situation die beste Variante", meint Ortsreferent Klaus Schebler (Neue Wege). Er bezeichnet das als "auf Zeit spielen". Denn: "Wir haben willige Leute, die sind aber noch sehr jung", sagt er. Klaus Schebler ist sich absolut sicher, dass die Windheimer in spätestens fünf Jahren wieder einen Kommandanten und einen Stellvertreter benennen können. Und bis dahin habe man ja auch noch die Unterstützung zweier ehemaliger Kommandanten. "Wenn es eng wird, sind alle da", sagt er.