Paul Merklein ist für Forum aktiv, Freie Wähler und SPD angetreten, um für die nächsten sechs Jahre ins Rathaus Münnerstat einzuziehen. Diesen Platz will Helmut Blank, nominiert von der CSU und Neue Wege, nicht hergeben. Seit Wochen sind die beiden in der Stadt und den Stadtteilen unterwegs, um für sich und ihre Programme zu werben. Nun haben sie sich die Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten.

1. Warum möchten Sie Bürgermeister werden?

Blank: Um den mit den Bürgerinnen und Bürgern begonnenen erfolgreichen Weg weiter fortsetzen zu können.
Merklein: Der Umgang mit Menschen, direkt zu gestalten und dabei seine Ideen, Visionen und Fähigkeiten einbringen zu können, ist eine der schönsten Möglichkeiten des Dienstes am Bürger. Mir macht dies viel Freude, wenn man den Erfolg seiner Arbeit hautnah sehen und Münnerstadt nach vorne bringen kann.

2. Was ist Ihre größte
Stärke?


Blank: Die vielfältigen beruflichen und persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre sowie der absolute Wille, sich mit Beharrlichkeit den anstehenden Herausforderungen zu stellen und zu lösen unter Nutzung des politischen Netzwerkes (siehe Berufsbildungszentrum). Vertrauensvolle Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern zu führen sowie die Einbindung der Vereine und Institutionen in soziale und kulturelle Geschehen in der Stadt.
Merklein: Teamfähigkeit, Offenheit, Beharrlichkeit und Kompromissfähigkeit.

3. Was ist Ihre größte
Schwäche?


Blank: Meine Liebe zu Mürscht und den Stadtteilen und natürlich Schokolade und Kuchen.
Merklein: Ungeduld und gutes Essen.

4. Wo liegt nach Ihrer Meinung das größte Potenzial der Stadt Münnerstadt?

Blank: Dass Stadt und Stadtteile zum Wohle aller zusammenarbeiten. Dies geht nur mit Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsame Lösungsansätze zu erarbeiten und umzusetzen. Konkrete Beispiele: Verlagerung des BBZ in Innenstadtnähe, Umbau der Altstadt (Wohnungen, Gastronomie, Tourismus). Sicherung der Arbeitsplätze im Thorax-Zentrum und Kloster Maria Bildhausen sowie der bestehenden Pflege- und Seniorenheime, Unterstützung der bestehenden Gewerbebetriebe sowie Schaffung von Gewerbeflächen, um diese auch kurzfristig bei Nachfrage zur Verfügung stellen zu können.
Merklein: In ihren Menschen, die anpacken, wenn sie gebraucht werden (siehe Bürgergenossenschaften), in seiner Lage an der Autobahn und zwischen zwei Kreisstädten - darin steckt viel Potenzial für eine gute Entwicklung im Bereich Gewerbe, Arbeitsplätze und Einwohnerzuwachs. In seiner vielseitigen Schullandschaft, den liebenswerten Stadtteilen und seiner historischen Altstadt, deren Wertschöpfung für eine gute Zukunft gerade erst am Anfang steht.
5. Wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf?

Blank: In der Neuansiedlung von weiterem Gewerbe sowie dem Entgegenwirken des Leerstandes in der Altstadt und den Stadtteilen. Weiterhin gilt es, neben der Sanierung der "Schweiz", Marktplatz 11, das Areal des Augustiner-Ordens zum Wohle der Stadt städtebaulich neu zu gestalten. Ebenso wichtig ist, die Gemeindeverbindungsstraßen und die Mehrzweckhalle ordentlich zu sanieren. Die Dorfplatzgestaltung in Seubrigshausen ist ein Muss.
Merklein: Wir müssen die Wirtschaftskraft stärken durch Ansiedlung von Mittelstand und Gewerbe, sowie den Tourismus beleben. Die Wohnattraktivität muss erhöht werden, damit wir an Einwohnern gewinnen. Ich werde dafür arbeiten, dass junge Menschen durch interessante Arbeitsplätze, attraktiven Wohnraum und optimale Einbindung in soziale Strukturen in Münnerstadt ihre Zukunftsperspektiven erkennen.

6. In welche Richtung wird sich die Stadt mit Ihnen als Bürgermeister entwickeln?

Blank: Zu einer schuldenfreien und zukunftsfähigen Stadt, in der es sich lohnt zu leben.
Merklein: Ich werde Münner-stadts weiche Standortfaktoren, wie das dreigliedrige Schulsystem mit BBZ, das Freizeitangebot mit Mehrzweckhalle, Hallenbad und die aktive Kunst- und Kulturszene ebenso ausbauen und fördern, wie der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen einen breiten Raum meiner Aktivitäten einnehmen wird. Münnerstadt und seine Stadtteile werden touristisch stärker erschlossen werden, durch Verbesserung des Stadtbildes, Stärkung von Gastronomie, Hotellerie und Handel.

7. Was möchten Sie tun, damit die vielen leeren Häuser und Geschäfte in der Kernstadt wieder mit Leben erfüllt werden?

Blank: Hier haben wir in den letzten sechs Jahren erhebliche Grundlagenarbeit bereits geleistet und Weichen für zukünftige Projekte gestellt. Die Erstellung des Leerstandkatasters ist in Auftrag gegeben, ein kommunales Förderprogramm zur Innenentwicklung wurde aufgelegt. In der Grube wird das erste Wohnprojekt realisiert.
Merklein: Ich werde alles daran setzen, einen Vollsortimenter in die Kernstadt zu holen, damit die Nahversorgung erhalten bleibt und dieser seine Magnetfunktion für weitere Geschäfte entfalten kann. Bei allen Maßnahmen wägen wir den Nutzen/ Schaden für die Altstadt ab. Ein aktives städtisches Leerstandsmanagement soll helfen, Baulücken und leerstehende Häuser neuen Eigentümern zuzuführen, um auch den Zuzug junger Familien zu fördern.
8. Was werden Sie gegen den Leerstand in den Innenorten der Stadtteile unternehmen?

Blank: Weitere Verstärkung der begonnenen Aktivitäten zur Revitalisierung der Altortkerne, wo wir insbesondere mit dem kommunalen Förderprogramm bereits gehandelt haben und eine entsprechende Nachfrage zu verzeichnen ist.
Merklein: Das Leerstandsmanagement greift auch für Leerstand in den Stadtteilen. Ich werde mit Eigentümern verhandeln um Baulücken zu erwerben, damit sie an Bauwilligen abgegeben werden können.

9. Werden Sie versuchen, neue Gewerbebetriebe beziehungsweise Industrie nach Münnerstadt zu holen und wie soll das geschehen?

Blank: Die bereits in die Wege geleitete Gewerbeansiedlung muss jetzt zeitnah umgesetzt werden. Die Firmen und der Investor stehen absolut zur ihrer Zusage. Die unmittelbare Nähe zur Autobahnauffahrt ist, wie bei anderen Gemeinden, endlich zu nutzen. Wir haben umsiedlungswillige Betriebe und entsprechende Anfragen vorliegen.
Merklein: Diese Aufgabe hat höchste Priorität. Durch meine Erfahrung im Marketing/Vertrieb werde ich aktive Akquise betreiben bei Betrieben, Handwerkskammern und IHKs sowie über das Internet. Meine vielfältigen Kontakte in Politik und Wirtschaft werde ich nutzen, und auch durch den Besuch von Investment- und Immobilienmessen können neue Unternehmen für Münnerstadt geworben werden.

10. Wie gehen Sie mit dem seit Jahren geschlossenen Hallenbad um?

Blank: Die eingeschalteten Fachbehörden, insbesondere der Bayer. Kommunale Prüfungsverband rät uns dringend von der Sanierung des bestehenden Bades ab. Die vorliegenden fachlichen Gutachten attestieren eine marode Bausubstanz. Daher streben wir einen städtebaulich verträglichen Rückbau (Abbruch) unter Einsatz von Städtebauförderungsmitteln und anschließende Vermarktung des Areals an. Ebenfalls liegt der Stadt zudem ein Kaufangebot mit anderer Nutzung vor.
Merklein: Offenheit und Transparenz der Zahlen und Fakten werde ich herstellen, damit der Stadtrat und die Öffentlichkeit richtig bewerten können. Erhalt des Bades, wenn eine gesicherte Finanzierung steht, wir dies uns leisten können und dafür keine neue Schulden machen müssen. Andernfalls muss nach einer alternativen Nutzung gesucht werden.
11. Wie stehen Sie zur Verschuldung der Stadt?

Blank: Diese Aufgabe zu lösen war ein wichtiger Grund meiner Kandidatur als Bürgermeister in 2008 und ist es auch in 2014. 6,2 Millionen Euro Schuldenabbau, bestätigt durch das Staatl. Rechnungsprüfungsamt und der Kommunalaufsicht des Landratsamtes, in fünf Jahren sind aussagekräftig. Die dadurch erzielte jährliche Reduzierung der Zinsbelastung schafft erhebliche finanzielle Freiräume für die anstehenden Aufgaben.
Merklein: Der Großteil der Schulden baut sich kontinuierlich durch die Kanal-Wassergebühren ab. Den weiteren Schuldenabbau werde ich noch verstärken, wenn wir höhere Einnahmen erzielen.

12. Was möchten Sie unbedingt noch loswerden?

Blank: Münnerstadt steht in vielerlei Hinsicht in direkter Konkurrenz zu unseren Nachbargemeinden. Hier müssen wir "wettbewerbsfähiger" werden. Der Schuldenstand (29,4 Millionen Euro) sowie der unterlassene Unterhalt bei fast allen städtischen Gebäuden und den Feuerwehren wurde 2008 übernommen und wird seitdem, soweit es der finanzielle Spielraum zulässt, abgearbeitet. Bei 1400 Entscheidungen im Stadtrat wurden rund 85 Prozent einstimmig getroffen. Dies zeigt die gute und sachorientierte Zusammenarbeit. Man kann stolz sein auf das Erreichte.
Merklein: Den Wählerinnen und Wählern Münnerstadts und seiner Stadtteile kann ich versichern, dass ich mein ganzes Können, meine Erfahrung als Bürgermeister und meine Fähigkeiten dafür einsetzen werde, dass ganz Münnerstadt nach vorne kommt. Deshalb bitte ich sie um Ihre Stimme für die Kandidaten von Forum Aktiv, der Freien Wähler und der SPD, sowie für mich als Bürgermeister.
Die Fragen stellte Thomas Malz