Ein Jubiläum der eher seltenen Art beging die Freiwillige Feuerwehr in Burghausen:Vor nunmehr 135 Jahren wurde sie gegründet. Grund genug, den Geburtstag zusammen mit dem Dorffest zünftig zu feiern. Dazu waren zahlreiche Wehren aus dem Stadtgebiet erschienen, und auch die Feuerwehrleute aus Nüdlingen und Haard waren dabei. In großem Zug ging es unter den Klängen der Trachtenkapelle Burghausen zum Festzelt.
Vorsitzender Matthias Schmitt sagte, dass in einem kleinen Ort wie Burghausen der örtlichen Wehr eine große Bedeutung zukomme: "Die Kameradschaft hier ist sehr gut, was man bei der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen einfach merkt." Der Vorstand werde seinen Beitrag leisten, damit das so bleibt.

Gute Kameradschaft

Viele Aktive und Passive sind der Wehr eng verbunden, und etliche von ihnen wurden geehrt. "Wenn man die Anzahl der Geehrten heute sieht, weiß man, dass die Kameradschaft hier sehr gut ist", sagte 2. Bürgermeister Michael Kastl. Dies sei ein gutes Fundament, dass es auch in Zukunft erfolgreich mit der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen weitergehen kann. "Ich freue mich, dass hier in Burghausen alles so gut klappt", sagte Kastl. Das Ehrenamt in der Wehr sei unverzichtbar, damit die Einwohner auch in Zukunft ruhig schlafen können.
Die Freiwillige Feuerwehr Burghausen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zwei alte Feuerordnungen aus den Jahren 1870 und 1873 zeigen, dass es um diese Zeit bereits eine geordnete Brandbekämpfung gab, allerdings noch keine offizielle Feuerwehr. Am 15. April 1879 fanden sich 31 Männer zu einer Gründungsversammlung ein und brachten damit ihren Willen zum Ausdruck, sich in einer Freiwilligen Feuerwehr zum Wohl der Bewohner Burghausens einsetzen zu wollen.

1892 gab's 49 Aktive

Am 15. März 1880 kamen die Burghäuser Feuerwehrmänner in einer öffentlichen Versammlung zusammen und beschlossen 21 Paragraphen, die die Aufgabenverteilung, die Mitgliedschaft sowie das Vereinsleben regelten. Recht spartanisch, aber durchaus auf der Höhe der Zeit, war damals die Ausrüstung. Neben anderem Gerät verfügte die Wehr im Jahr 1889 über eine Druckspritze, zwölf Feuereimer und drei Schläuche. Im Jahr 1892 taten bereits 49 aktive Feuerwehrleute ihren Dienst und übten regelmäßig. Einen großen Schritt in der Brandbekämpfung tat die Wehr Jahr 1903, als eine neue Feuerwehrspritze angeschafft wurde, die damals noch von Pferden bewegt wurde. Dieses Schmuckstück konnte auch während der Feierlichkeiten zum 135-jährigen Bestehen vor Ort bewundert werden.

Frauen im Dienst

Nach dem Ersten Weltkrieg errichtete die Gemeinde eine Wasserzisterne mitten im Ort, um im Brandfalle von den fünf Dorfbrunnen unabhängiger zu werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Junge Frauen wurden in dieser Zeit im Löschdienst ausgebildet. Der Chronik ist zu entnehmen, dass die Frauen sogar einmal nach Burglauer ausrückten, um bei einem Scheunenbrand mit der Druckspritze Wasser herbeizuschaffen. 1957 wurde in Burghausen die Wasserleitung gebaut, ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Löschwesens im Ort. 1958 wurde das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Neben den Geräteräumen hatte die Wehr jetzt auch einen eigenen Schlauchtrockenturm. Auch Leistungsprüfungen wurden abgehalten.
Heute verfügt die Freiwillige Feuerwehr Burghausen über modernste Gerätschaften. Mit viel Eigenleistung wurde im Jahr 2010 das neue Feuerwehrhaus errichtet, ein Tragkraftspritzenfahrzeug ersetzt seit 2011 den in die Jahre gekommenen Anhänger. "Das Auto haben wir mit eigenen Mitteln bezahlt", sagten Kommandant Dominik Kuhn und seine Kameraden stolz. Vor zwei Jahren erhielt die Wehr eine neue Pumpe. Aus den Reihen der Burghäuser werden nun auch vier Atemschutzträger gestellt, die bei Einsätzen unter anderem für die Personenrettung sorgen können.
Auch wenn sich in den vergangenen 135 Jahren an der technischen Ausstattung viel geändert hat, so ist doch eines bei den Burghäusern Floriansjüngern geblieben: die Begeisterung für das Feuerwesen und die gute Kameradschaft, wie man beim Jubiläum wieder einmal merkte.