Rosina Eckert (Forum aktiv) gibt sich versöhnlich: "Ich will ihm doch nichts", sagt sie auf Anfrage unserer Zeitung. Sie wolle einfach nur, dass sich das nicht noch einmal wiederholt. "Wenn ich Lust dazu habe, möchte ich nächstes Jahr wieder in die Bütt gehen und nicht befürchten müssen, dass das wieder geschieht", betont sie. Und: "Ich gehe nicht als Stadträtin in die Bütt." Damit das nicht noch einmal passiert, beschäftigt sich jetzt das Verwaltungsgericht Würzburg mit der Angelegenheit. "Das ist doch kein Problem", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dazu. Es sei ja noch nicht einmal sicher, ob die Klage zugelassen wird. Er sieht darin eine Hetzkampagne gegen sich.

Im Stadtrat verlesen

Im Februar hatte er im Tagesordnungspunkt "Anfragen und Mitteilungen" eine Stellungnahme des Verwaltungsrates des Kommunalunternehmens Kultourismus im Schloss verlesen, die sich auf den Auftritt Rosina Eckerts bei den Faschingssitzungen bezog. In der Stellungnahme wurde ihr vorgeworfen, sie habe eine städtische Beschäftigte verletzt und beleidigt und dem Kommunalunternehmen, dem Stadtrat und der Stadtverwaltung einen immensen Schaden zugefügt. Die Möglichkeit, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, räumte Helmut Blank Rosina Eckert nicht ein. In einem offenen Brief hat sich anschließend die Kolpingsfamilie Münnerstadt hinter ihre Büttenrednerin gestellt. Der Auftritt sei keinesfalls beleidigend gewesen.

Auf Entschuldigung gewartet

Dass sie möglicherweise rechtliche Schritte einleitet, hat die Stradträtin bereits kurz nach dem Vorfall in Aussicht gestellt. Aber: "Ich habe lange überlegt." Sie habe einfach gewartet, ob vielleicht eine Entschuldigung kommt. Weil die aber nicht kam, hat ihr Anwalt eine Feststellungsklage beim Verwaltungsgericht Würzburg eingereicht. Sollte diese Klage Erfolg haben, muss der Bürgermeister auch nicht mit großen Konsequenzen rechnen. Es ist keine Zivilklage, es geht nur um eins: "Es wird festgestellt, dass die Verlesung des Beschlusses des Verwaltungsrates des Kommunalunternehmens der Stadt Münnerstadt Kultourismus im Schloss in der Sitzung des Stadtrats der Stadt Münnerstadt am 23. 2. 2015 und die Verweigerung einer Stellungnahme durch die Klägerin zu dieser Verlesung rechtswidrig waren."

Klage liegt vor

So steht es in der Klageschrift. Sollte die Klage Erfolg haben wird genau das festgestellt. "Mehr will ich gar nicht", sagt Rosina Eckert. Claus Peter, Geschäftsleiter des Verwaltungsgerichtes Würzburg, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass die Klage vorliegt.
Inzwischen zieht der Vorfall weite Kreise. Bei der Frühjahrstagung des Fastnachtverbandes Franken sei das Geschehen im Münnerstädter Stadtrat (ohne Nennung des Namens) vorgetragen worden, was für Kopfschütteln bei den Delegierten gesorgt habe, berichtet Kolpingnarr Wilhelm Schmitt, der dabei war. Die Münnerstädter Narren waren inzwischen auch nicht untätig und haben die Büttenrede Rosina Eckerts an den Fastnachtverband geschickt. "Wir wollten wissen, ob es passt, oder nicht", sagt Wilhelm Schmitt.
Geantwortet hat Präsident Bernhard Schlereth. Man sehe die Stellungnahme des Verwaltungsrates von Kultourismus als überzogen an, kenne natürlich nicht die Gesamtheit der Geschehnisse vor Ort. "Man könnte beim Lesen auch dazu kommen, dass es sich um eine sehr eifrige, aktive, an allem interessierte und beteiligte Frau handelt, was ich insgesamt als Lob sehe", zitiert Wilhelm Schmitt aus dem Antwortschreiben. Dass bei Büttenreden das eine oder andere Thema überzogen werde, gehöre dazu. Unverständnis äußert der Verband darüber, dass Rosina Eckert im Stadtrat nicht Stellung nehmen konnte.
Helmut Blank reagierte zunächst gelassen auf die Anfrage unserer Zeitung. Das sei doch kein Problem, meinte er. "Ich habe den Auftrag des Verwaltungsrates von Kultourismus erhalten, die Stellungnahme vorzulesen. Das war meine Aufgabe und das habe ich getan." Dass das Gericht eingeschaltet ist, darüber ist er bereits von dort informiert. Er habe um Fristverlängerung gebeten, sagt er.

Von ganz vorn aufrollen

Dann spricht er aber doch von einer Hetzkampagne, die von Forum aktiv betrieben werde. "Wir müssen die ganze Sache noch einmal von vorn aufrollen, ab dem Jahr 2009", erklärte er in Richtung Rosina Eckert.