Lang war die Laudatio des 3. Bürgermeisters Josef Reichert auf den ausscheidenden Bürgermeister Johannes Wegner (Für Bürger und Umwelt), der sich künftig ganz offiziell "Altbürgermeister" nennen darf. "Ein Mann tritt ein, von Gott gesandt - sein Name war Johannes", begann Reichert mit einem Bibelzitat seine Ausführungen.
Ein wahrer Husarenstreich sei es 1996 gewesen, als ausgerechnet ein "Grüner" den Ratssessel in Maßbach eroberte. Zunächst eher als Außenseiter gehandelt, hatte der erst kurz zuvor als Neuling in den Gemeinderat gewählte Wegner sich nach einer Stichwahl am Ende gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Diese saßen dann auch noch quasi unter ihm als Gemeinderäte im Gremium.
Das Planfeststellungsverfahren für den Bau der A 71 lief, und das nach Wegners Vorgänger, dem jung verstorbenen Erhard Klement benannte Haus, stand im Rohbau. Überhaupt sei es der umstrittene Autobahnbau gewesen, der die "Bürger für Umwelt", wie Wegners Partei auch heute noch heißt, viel Popularität zukommen ließ. Doch Wegner habe sich vom "Saulus zum Paulus" gewandelt, so Reichert weiter. Als er erkannte, dass der Autobahnbau nicht zu verhindern sei, habe er stets versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Gerade in Sachen Entwässerung und Lärmschutz konnte der zähe Bürgermeister noch einige Verbesserungen herausholen.
Die Liste der Engagements war lang. Reichert gab nur einen gestrafften Überblick, erwähnte die hauptamtliche Tätigkeit als Bürgermeister vom 8. Oktober 1996 bis heute. Er war Mitglied des Marktgemeinderates von 1. Mai 1996 bis 7. Oktober 1996. Als Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Obere Lauer war er seit 1996 tätig. Das Amt des Gemeinschaftsvorsitzenden hatte er seit 2002 inne, und als stellvertretender Gemeinschaftsvorsitzender hatte er von 1996 bis 2002 gearbeitet. Im Kreisrat war er seit 1996 tätig, Vorsitzender der Georg-Hofmann-Altenstiftung war er von 1996 bis 2014.
Wegner habe immer versucht, einstimmige Beschlüsse herbeizuführen, was ihm auch meistens gelang. Immer wieder kam auch seine grüne Handschrift durch, so etwa bei der Hack-schnitzelheizanlage für das Schulgebäude in Maßbach. Es gab aber auch umstrittene Projekte, sodass dreimal Bürgerentscheide anberaumt wurden. Mit harten Bandagen wurde die Diskussion um den Standort des Kindergartens in Poppenlauer geführt, aber auch hier hatten die Bürger am Ende die Entscheidung des Gemeinderates für den jetzigen Standort gestützt.

Zweimal wiedergewählt

Zweimal war Wegner wieder gewählt worden. 2002 setzte er sich gleich im ersten Wahlgang mit über 70 Prozent gegen zwei Mitbewerber durch. 2008 gelang ihm ein ähnlich gutes Resultat gegen seinen jetzigen Nachfolger Matthias Klement. Wegner hinterlasse ein gut bestelltes Feld, sagte der 3. Bürgermeister. Das Fränkische Theater und der Heimatverein seien dank Wegners persönlicher Begeisterung hervorragende Repräsentanten für den Markt, die Feuerwehren seien in allen vier Gemeindeteilen topfit, die Haupt- beziehungsweise Mittelschule sei gut aufgestellt. Der Bauhof sei mit den notwendigen Gerätschaften ausgerüstet, und das Freibad sei erneuert und instandgesetzt worden.