Ganz einfach ist das Ganze nicht. Kunst soll frei sein und die sieben Künslerinnen aus ganz Deutschland und Island sollen keinerlei Vorgaben bekommen. Es ist völlig offen, welche Installationen entstehen. "Das ist ja das Wunderbare an der Kunst", sagt die Initiatorin von "Island between us" (Die Insel zwischen uns), Mia Hochrein.

Stücke bleiben unverändert

Offen ist deshalb natürlich auch, welche Stücke aus dem Museumsdepot sich die sieben Frauen aussuchen, die dann in ihre Installationen integriert und exponiert werden. Fest steht dagegen eins: Die Stücke werden in keiner Weise verändert, sollen natürlich unbeschadet bleiben. Davon hat sich die Vorsitzende der Museumsfreunde Münnerstadt, Anna Spor, jetzt überzeugt. Einige Mitglieder des Vereins hatten Bedenken geäußert, dass die Museumsstücke Schaden nehmen könnten
Das Kunstprojekt gliedert sich in eine Arbeitsphase in einem leer stehenden Haus von Mitte bis Ende August und eine Ausstellungsphase (Leerstand und Heimatspielhaus) im September. Die Künstlerinnen werden während der Arbeitsphase unter anderem Installationen zum Thema "Island between us" schaffen. Und dafür sollen sie sich etwas aus dem Depot aussuchen "Was würde ich mit auf eine Insel nehmen." Unter diesem Aspekt soll die Auswahl getroffen werden, erläutert Mia Hochrein.

Freiraum individuell gestalten

"Die Insel muss nicht wörtlich genommen werden, sie kann auch als Schutzraum, als Rückzugsraum interpretiert werden", sagt Mia Hochrein. Diesen Freiraum soll jede Künstlerin für sich gestalten. Und eben deshalb ist es unmöglich vorherzusagen, was sich die Akteurinnen aussuchen werden.
Anna Spor ist begeistert. "Das ist etwas ganz Tolles, etwas anzufangen, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommen wird", sagt sie. Mia Hochrein und Thomas Pfarr, der sich um die Ausstellung im Heimatspielhaus kümmern wird, versichern ihr, dass die Depotstücke unverändert bleiben. "Es wird darauf geachtet, dass nur Objekte verwendet werden, die den Transport auch sicher überstehen und die die Lagerung im Heimatspielhaus gut vertragen", fügt Museumsleiter Björn Hein hinzu. So kommt die Vorsitzende Anna Spor zu dem Schluss, dass sich für sie die Bedenken, die ihr gegenüber geäußert wurden, zerstreut haben.
Björn Hein kann den Sorgen mancher Museumsfreunde durchaus etwas Positives abgewinnen. "Das zeigt, dass das Depot den Leuten wichtig ist, dass es nicht nur als Anhängsel des Museums, sondern als ganz wichtiger Teil der Museumsarbeit gesehen wird", findet er. Und Thomas Pfarr ist sich sicher: "Ein Depot funktioniert nur dann, wenn Objekte auch wieder herausgeholt werden."

Eine Insel ohne Strom

Mia Hochrein hat sich schon mal im Depot umgesehen und eine Zeigerschreibmaschine ins Heimatspielhaus mitgebracht. Eine solche hat sie als Kind oft benutzt. "Ich finde sie faszinierend es hängen auch viele Kindheitserinnerungen daran", sagt sie. Für ihre Installation hat sie das Gerät ausgesucht, weil es auf ihrer Insel keinen Strom gibt: "Ich will dort in Ruhe arbeiten."

Wahrscheinlich in Marienanstalt

Aber noch ist ja alles offen. Ob es im August tatsächlich diese außergewöhnliche Schreibmaschine sein wird die sie in ihre Installation integriert, ist noch nicht ganz sicher. Dagegen zeichnet sich inzwischen ab, welches des leer stehende Gebäude sein wird, in dem die Künstlerinnen arbeiten werden. Es wird wohl weider die Marienanstalt werden, in der schon das erfolgreiche Kunstprojekt "else!" stattgefunden hatte.